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Langwarden Wird der Langwarder Groden zum Dauer-Sorgenkind? Diese Befürchtung haben Mitglieder des Gemeinderats, nachdem auch die jüngsten Sturmfluten starke Schäden am Naturerlebnispfad verursacht haben.

Am von Langwarden aus gesehen letzten der insgesamt sechs Durchlässe ist der nach Fedderwardersiel führende Weg halb weggebrochen. Rot-weißes Trassenband flattert dort im Wind, um Spaziergänger davon abzuhalten, allzu dicht an die Abbruchkante zu treten. Während Tourismus-Service Butjadingen (TSB) laut Außenbereichsleiter Reiner Jahn nach dem Ende der Sturmflutsaison in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung erneut nachbessern will, wurde im Gemeinderat bereits laut darüber nachgedacht, den Weg nach Fedderwardersiel über kurz oder lang aufzugeben.

Durchlässe vergrößert

Die Durchlässe, die gebaut wurden, damit Wasser auf die Weiden zwischen Weg und Deich und von dort zurück in den Priel laufen kann, zählen zu den kritischsten Stellen am Langwarder Groden. Die TSB hat hier erst jüngst Hand angelegt. Am vorderen der Durchlässe wurde eine Steinböschung erstellt, über die eine hölzerne Baggermatte führt. In einen der weiteren Durchlässe wurde ein Rohr mit größerem Durchmesser als ursprünglich eingebaut. Die Maßnahmen hätten auch gefruchtet, sagt Reiner Jahn.

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Was hingegen geschieht, wenn man die Durchlässe sich selbst überlässt, zeigt sich einige hundert Meter weiter in Richtung Fedderwardersiel. Der halbe Weg existiert nicht mehr; wo sich einst eine mehr oder weniger grade Prielkante befand, hat sich ein gewaltiger Mündungstrichter gebildet.

Im Gemeinderat hatte vergangene Woche Ralf Töllner von der CDU das Thema angesprochen. Er fürchtet, dass am Groden „ganz große Investitionen nötig“ sein werden. Diese Sorge hat auch Lambertus Poll. „Die Folgekosten werden uns auffressen“, prognostizierte der Unabhängige. „Es ist fraglich, ob wir den Weg nach Fedderwardersiel auf Dauer halten können“, meinte Jürgen Sprickerhof (Grüne), „das ist ein Fass ohne Boden“. Eigentümerin des Naturerlebnispfads ist die Butjadingen Kur und Touristik GmbH (BKT) – eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde.

Unterströmung ist Schuld

Die Uferabbrüche, derentwegen bereits die über den Priel führende Brücke mit einem Holzsteg verlängert werden musste, werden laut Reiner Jahn nicht etwa durch das auflaufende Wasser verursacht. Verantwortlich sei vielmehr eine starke Unterströmung, die entsteht, wenn das Wasser aus dem Groden wieder rausläuft. „Der Priel wandert hin und her“, sagt der Außenbereichsleiter, „da ist Dynamik ohne Ende. Deshalb kann man auch unmöglich vorhersagen, was als nächstes passiert“.

Probleme mit dem Langwarder Groden haben längst auch die Fischer. Dirk Ostendorf fischt mit seiner „Seestern“ an genau der Stelle, an der das Wasser aus dem Fedderwarder Priel auf den Groden und zurück läuft. Oft genug hat er schon Material vom Böschungswerk des Auslaufs, darunter Holzpfähle, in seinen Netzen gefunden. „Dabei können die Netze beschädigt werden. Das ist ärgerlich und beeinträchtigt unsere Arbeit“, sagt Dirk Ostendorf.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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