BERNE /OLDENBURG Die geplante Reform der ärztlichen Notdienste stößt in Berne und Hude auf Widerstand. Landfrauenvereine beider Gemeinde sammeln derzeit Unterschriften, um gegen die Zentralisierung des Notdienstes in der Notdienstpraxis Oldenburg zu protestieren. „Die Reform bedeutet für uns längere Anfahrtswege und längere Wartezeiten. Viele Patienten werden auf zusätzliche Hilfe angewiesen sein, um überhaupt nach Oldenburg zu kommen“, sagt Anke Meyer, Vorsitzende des Landfrauenvereins Hude und Initiatorin der Aktion.

Ab dem 1. April wird die an das Evangelische Krankenhaus Oldenburg angegliederte Notdienstpraxis (Auguststraße 16) nicht nur Patienten aus Oldenburg, sondern auch aus den Gemeinden Berne, Hude, Wardenburg und Hatten außerhalb der normalen Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte betreuen. Die Patienten aus Lemwerder müssen dann zum St. Josefs-Stift nach Delmenhorst fahren. Die bisherigen Notdienst-Ringe – acht Ärzte aus Berne und Lemwerder teilten z.B. die Notdienste in beiden Gemeinden unter sich auf – werden aufgelöst.

„Mehr als 200 Ärzte stehen dann für den Dienst in der zentralen Notdienstpraxis zur Verfügung“, so Christoph Ventzky von der KVN-Bezirksstelle Oldenburg. Darunter seien natürlich auch die Ärzte aus der Wesermarsch. Vorgesehen sei, dass – wie gehabt – ein Arzt den Praxisdienst leistet und zwei weitere Ärzte den Fahrdienst übernehmen. Ventzky: „Die machen auf Wunsch Hausbesuche.“

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Mit der Reform möchte die KVN insbesondere den ländlichen Raum stärken: „Wir wollen die Dienstfrequenz der niedergelassenen Ärzte senken und hoffen damit dem absehbaren Ärztemangel auf dem Lande vorbeugen zu können“, sagte Ventzky. Schließlich würden die Ärzte entlastet – was die Übernahme einer Arztpraxis auf dem Lande für junge Mediziner attraktiver machen könnte.

Gleichzeitig machte Ventzky auf die Vorzüge der Notdienstpraxis in Oldenburg aufmerksam: „Die hat wegen der Anbindung ans Evangelische Krankenhaus ganz andere Möglichkeiten. Bei Bedarf steht der gesamte diagnostische Apparat des Krankenhauses zur Verfügung.“ Im übrigen werde der Rettungsdienst (Notrufnummer 112) von der Reform nicht berührt.

Der Berner Arzt Dr. Lothar Wehn betrachtet die Reformpläne mit Skepsis: „Für mich persönlich ist das keine Bereicherung. Für die Patienten ist das eine Zumutung.“ Die KVN habe die Reform ohne Rücksicht auf die Ärzte in Angriff genommen: „Wir haben so etwas nie gewollt.“ Zwar verringere sich natürlich die Zahl seiner Dienste, doch habe die Belastung in den vergangenen Jahren ohnehin schon deutlich abgenommen.

Der Berner CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler zeigt ebenfalls wenig Verständnis für das KVN-Vorhaben. Die orientiere sich nicht an den Bedürfnissen der Patienten. Aber: „Die Politik hat hier keinen Einfluss.“

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