Wesermarsch Erich Kuttner war im Ersten Weltkrieg verwundet worden. 1916 lag er mit zerschossenem Arm in einem Lazarett und bemerkte, dass den meisten seiner Leidensgenossen der Ernst ihrer Lage nicht bewusst war. Die Kriegsbeschädigten hatten keine gesetzlichen Ansprüche auf ein existenzsicherndes Auskommen. Für die Soldaten schien eine düstere Zukunft als rechtlose Almosenempfänger unausweichlich.

Wegweisende Tat

Mit dem Bus nach Rodenkirchen

Die Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Sozialverbands Deutschland findet am Samstag, 7. Oktober, ab 14.15 Uhr in der Markthalle Rodenkirchen statt. Zu dieser Veranstaltung wird unter anderen der Bundes- und Landesvorsitzende Adolf Bauer erwartet. Einen Vortrag zum Thema „Veränderte Pflegestufen“ hält der Geschäftsführer der Sozialstation Ammerland-Wesermarsch, Olaf Lohse. Für die Musik bei der Jubiläumsfeier sorgt das Blasorchester der Turn- und Musikvereinigung Rodenkirchen.

Die Mitglieder aus den 15 Ortsverbänden können mit dem Bus nach Rodenkirchen fahren. Der Kreisvorsitzende Jürgen Bley bittet alle Teilnehmer an der Feier, sich bei den Vorständen ihrer Ortsvereine anzumelden. Das gilt auch für diejenigen, die auf eigene Faust nach Rodenkirchen fahren wollen.

Bus 1 hält in Burhave (13.20 Uhr, Rathaus), Stollhamm (13.30 Uhr, Huus an’n Siel), Seefeld (13.40 Uhr, Gemeindehaus) und Schwei (13.50 Uhr, Duhm).

Bus 2 hält in Einswarden (13.10 Uhr, Mehrzweckhaus), Nordenham (13.20 Uhr, Hafenstraße und 13.25 Uhr, Friedeburg), Abbehausen (13.35 Uhr, Venema) und Esenshamm (13.45 Uhr, Kindergarten).

Bus 3 steuert in der südliche Wesermarsch folgende Haltestellen an: Lemwerder (12.15 Uhr, Rathaus), Berne (12.30 Uhr, Kaufhaus Wigger), Morriem (12.45 Uhr, Dalsper 31), Elsfleth (13 Uhr, Stadthalle), Hammelwarden (13.10 Uhr, Elektro Wichmann), Brake (13.30 Uhr, Bahnhof), Oldenbrok (13.35 Uhr, Raiba) und Ovelgönne (13.45 Uhr, König von Griechenland). Um 18 Uhr werden die Teilnehmer wieder in Rodenkirchen abgeholt.

Diese Erkenntnis war für den verwundeten Soldaten der Anlass zu einer wegweisenden Tat. Mit einigen Mitstreitern gründete er 1917 den Bund der Kriegsbeschädigten, der sich später Reichsbund nannte und seit 1999 Sozialverband Deutschland (SoVD) heißt. Bereits 1919 zählte der Verband 500 000 Mitglieder. Der SoVD-Kreisverband will das 100-jährige Bestehen des Sozialverbands Deutschland feiern und lädt dazu alle Mitglieder aus den insgesamt 15 Ortsvereinen für Samstag, 7. Oktober, zur Festveranstaltung in die Rodenkircher Markthalle ein.

Das Jubiläum fällt zusammen mit dem 70-jährigen Bestehen aller Ortsvereine in der Wesermarsch. Es gibt also einen doppelten Grund zum Feiern. Das Programm für das Fest haben der Kreisvorsitzende Jürgen Bley (Nordenham) und seine Stellvertreterin Alida Aldag (Schwei) auf die Beine gestellt.

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Nach den Worten von Jürgen Bley hat der Sozialverband in der Wesermarsch rund 4500 Mitglieder. „Die Zahlen stagnieren seit einigen Jahren“, sagt der Kaufmann im Ruhestand, der auch Vorsitzender des Ortsverbandes Nordenham ist. In Niedersachsen gehören 270 000 Mitglieder dem SoVD an.

Im Laufe von 100 Jahren haben sich die Aufgabenbereiche und die Klientel verändert. Als Selbsthilfeorganisation für Kriegsopfer und Hinterbliebene gegründet, macht sich der SoVD heute außerdem für Rentner, Behinderte und chronisch Kranke, für alle Sozialversicherten sowie für Pflegebedürftige, Sozialhilfeempfänger und Arbeitsunfallverletzte stark. Hauptaufgabe ist die Unterstützung der Mitglieder in sozialrechtlichen Fragen. Dafür unterhält der SoVD-Kreisverband in Brake ein Beratungszentrum, in dem drei hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt sind. Hier geht es vor allem um die Themen Rente, Pflege, Behinderung, Gesundheit und Hartz IV. Auch bei Fragen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht können die Mitarbeiter helfen.

Einfluss auf die Politik

Jürgen Bley weist darauf hin, dass der Sozialverband auch Einfluss auf die Politik nimmt. Es gehe darum, auf soziale Missstände aufmerksam zu machen und Einfluss zu nehmen, um die Ursachen von Benachteiligung und Ungleichheit aus der Welt zu schaffen.

Für den Kreisvorsitzenden ist auch wichtig, die Mitglieder bei Themen aus dem sozialen Bereich durch Vorträge auf dem Laufenden zu halten. In den Ortsvereinen spielt die Pflege der Geselligkeit eine große Rolle. Grünkohlessen, Spielenachmittage und Weihnachtsfeiern werden für die Mitglieder organisiert. „Wir wollen die Menschen aus der Einsamkeit herausholen“, sagt Jürgen Bley.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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