Wesermarsch Die Meldungen über das neue Coronavirus, das zuerst in China festgestellt worden ist, werden immer bedrohlicher. Inzwischen hat die Weltgesundheitsorganisation die Epidemie zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Wie sieht es aktuell in der Wesermarsch aus? Die NWZ hat beim Gesundheitsamt nachgefragt. Einschätzungen von Dr. Harald Speck.

Registriert das Gesundheitsamt einen vermehrten Informationsbedarf?

Bislang gab es beim Fachdienst Gesundheit noch keine Anfragen von Bürgern.

Wie bereitet sich das Gesundheitsamt auf mögliche Infektionen vor?

Bei derartigen Situationen, die auch für die Gesundheit der Bevölkerung in der Wesermarsch Auswirkungen haben könnten, arbeiten viele Institutionen und Behörden eng zusammen.

Über das nach dem Infektionsschutzgesetz festgelegte Meldewesen erhält das Gesundheitsamt von Laboren, Ärzten und Krankenhäusern Nachricht über erkrankte Personen, bei denen ein Verdacht auf Verursachung durch das neue Coronavirus besteht.

Grundsätzlich sollten bereits bei begründetem Verdacht auf eine übertragbare Erkrankung geeignete Prävention- und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden, um die Verbreitung des Erregers zu verhindern. Für die Festlegung der erforderlichen Maßnahmen ist eine Risikobewertung durchzuführen, die verschiedene Aspekte berücksichtigt.

Maßnahmen könnten dann sein:
 Unterbringung in einem Einzelzimmer möglichst mit eigener Nasszelle, ggf. Kohortenisolierung;
 Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung, bestehend aus Schutzkittel, Einmalhandschuhen und direkt anliegendem mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz sowie ggf. einer Schutzbrille, beim Betreten des Patientenzimmers;
 Darüber hinaus sollte bei Tätigkeiten, die direkt am Patienten oder in dessen Nähe ausgeführt werden, der Patient ebenfalls einen Mund-Nasenschutz tragen, insbesondere wenn die Beschäftigten dabei Hustenstößen der Patienten ausgesetzt sein können.

Welche Rolle spielt der Braker Hafen als internationales Tor in solchen Situationen?

Im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften bestehen entsprechende Planungen, die natürlich an die aktuellen Entwicklungen angepasst werden müssen.

Das Auswärtige Amt stellt jeweils aktuelle Information zu Verfügung - über den Link: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/china-node/chinasicherheit/200466.

Es gibt Berichte über Hamsterkäufe von Schutzmasken. Gilt das auch für die Wesermarsch?

Das Gesundheitsamt hat keine Kenntnis über entsprechende Hamsterkäufe.

Bieten derartige Masken überhaupt Schutz?

Zur Frage der Sinnhaftigkeit eines Mund-Nasen-Schutzes führt das Robert-Koch-Institut Folgendes aus: „Dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung signifikant verringert, ist nicht wissenschaftlich belegt (kein Eigenschutz). Nur in besonderen Situationen, zum Beispiel bei der Pflege von erkrankten Personen, kann ein Mund-Nasen-Schutz das Infektionsrisiko des Pflegenden reduzieren.

Dagegen kann es sinnvoll sein, dass erkrankte Personen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen. Dadurch kann das Risiko einer Übertragung auf andere Personen durch Tröpfchen verringert werden. Für die optimale Wirksamkeit ist es aber wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt, bei Durchfeuchtung gewechselt wird und dass während des Tragens keine Manipulationen daran vorgenommen werden.

Die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen sind eine korrekte Hustenetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes – rund ein Meter – von krankheitsverdächtigen Personen, ergänzt durch eine gute Händehygiene.“

Das Robert-Koch-Institut (RKI = oberste Gesundheitsbehörde in Deutschland) gibt über den folgenden Link weitere Informationen, die bei Bedarf jeweils kurzfristig aktualisiert werden: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html.

Das Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen, erstellt eine Risikobewertung und veröffentlicht sie auf der Internetseite www.rki.de/ncov.

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Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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