NORDENHAM Wahlkampf? Welcher Wahlkampf? In der ganzen Stadt ist nichts zu spüren vom Ringen um den Einzug in das Gremium, das Jahr für Jahr über mehrere Millionen Euro bestimmt – und in dem auch Dietmar Lange von der Linkspartei demnächst ein Wörtchen mitreden möchte. Mindestens.

Nur Briefwahl

Noch bis Mittwoch, 30. Juni, 16 Uhr, läuft die Wahl zum Ausschuss des II. Oldenburgischen Deichbandes. Abgestimmt werden kann ausschließlich brieflich, Stimmlokale gibt es schon lange nicht mehr. Und auch dass überhaupt gewählt wird, ist keine Selbstverständlichkeit, wie ein Mitarbeiter der Wasser- und Bodenverbände sagt: Abgestimmt wird nur in den Wahlbezirken, in denen es mehr Bewerber als Sitze gibt.

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Das ist beispielsweise in Nordenham der Fall, wo Bürgermeister Hans Francksen, der Kronos-Titan-Chef Peter Aengeneyndt, der ehemalige Stadtbaurat Gerd Meiners und der Ingenieur Uwe Deharde ihre Sitze verteidigen müssen – gegen Hartwig Tantzen und eben Dietmar Lange.

Auch in Butjadingen trifft Bürgermeister Rolf Blumenberg auf Konkurrenz – der Unabhängigen-Ratsherr Fritz Wiechmann bewirbt sich ebenfalls um den einzigen Sitz. Und in Brake müssen der Wohnungsbau-Fachmann Ernst-August Ede und Hartmut Schulz vom Niedersächsischen Landesamt für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ihre Sitze gegen Dirk Uffmann verteidigen; er ist Verbandstechniker beim Butjadinger Entwässerungsverband.

Mehr Bewerber als Sitze gibt es auch in Oldenburg, wo 11 der 22 Sitze im Ausschuss zu vergeben sind. „Etwa die Hälfte des Oldenburger Stadtgebiets sind auch Verbandsgebiet“, erläutert Leenert Cornelius, Colmar. Er ist Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes und Wahlleiter. Deichpflichtig sind alle Grund- und Hauseigentümer, deren Häuser nicht höher als sechs Meter über dem Meeresspiegel liegen. Sechs Meter über dem Meeresspiegel – so hoch wird das Wasser steigen, wenn bei einer Sturmflut der Schweiburger Deich brechen sollte, sagt Leenert Cornelius.

Damit das nie passiert, ist auch der Sachverstand des Ausschusses gefordert. Wie Leenert Cornelius erläutert, verabschiedet das Gremium in jedem Herbst den ordentlichen Haushalt, der sich aus den Beiträgen der Deichpflichtigen sowie Pachten und Mieten speist und etwa drei Millionen Euro beträgt. Aus dem Geld werden die für den Deichband zuständigen Mitarbeiter der Wasser- und Bodenverbände in Brake und die 12 Mitarbeiter des Deichband-Bauhofs in Ovelgönne sowie die Unterhaltung der insgesamt 140 Kilometer Deich zwischen Oldenburg und Dangast einschließlich Deichtriften-, -treppen und -zäunen bezahlt.

Dazu kommt ein außerordentlicher Haushalt aus Bundes- und Landesmitteln, meist 10 bis 15 Millionen Euro im Jahr, aus denen der Deichbau bezahlt wird, zurzeit etwa am Schweiburger Deich.

Kein gleiches Stimmrecht

Auf fünf Jahre gewählt ist übrigens nicht, wer die meisten Stimmen hat. Entscheidend ist der Einheitswert der Grundstücke und Häuser. Und der wird ab Mittwoch, 16 Uhr, bei der Auszählung für jeden Kandidaten addiert.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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