Nordenham Seit Wochen schon wird über die Finanzmisere und deren Folgen heiß diskutiert. Die Stadt Nordenham blickt in leere Kassen und auf eine zunehmende Schuldenlast. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hält es die Stadtverwaltung für erforderlich, den Hebesatz für die Grundsteuer B zu erhöhen. Momentan liegt er noch bei 420 Prozent, soll aber nach den Vorstellungen der Verwaltung in diesem Jahr auf 480 Prozent ansteigen. Wie viel der jeweilige Grundstücksbesitzer zahlt, hängt dabei von folgenden Faktoren ab: Je besser die Kriterien Baujahr, Wohnfläche, Lage und Ausstattung eingestuft werden, desto höher fallen die Grundsteuerforderungen aus. Doch was halten eigentlich die Bürger von einer Erhöhung der Grundsteuer? Die NWZ  hat sich in der Innenstadt einmal umgehört.

Auch Mieter betroffen

„Ich bin natürlich nicht begeistert“, sagt Dieter Braaf (69) aus Nordenham, der als Grundstücksbesitzer direkt betroffen wäre. Anderseits könne er den Vorschlag auch nachvollziehen. „Aber vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten, die Kassen zu füllen“, hofft Dieter Braaf. Denn nur die Grundsteuer zu erhöhen, ist seiner Ansicht nach zu einfach. „Ein bisschen kreativer sollte man schon sein.“

Auch der Nordenhamer Uwe Windmüller (59) zeigt sich nicht begeistert von der geplanten Steuererhöhung. „Ich finde das nicht gut“, sagt er, „ich wohne zwar zur Miete, aber ich gehe davon aus, dass meine Vermieterin es ebenfalls nicht gut heißen wird.“

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Weil in der Folge die Mieten steigen können, findet auch Edlef Jessen (69) die Grundsteuererhöhung schlecht. „Zum einen sind die Rentner davon am meisten betroffen. Sie haben ihr Haus über Jahre hinweg abbezahlt, um im Alter mietfrei wohnen zu können, und nun werden sie durch die Erhöhung dennoch belastet“, sagt der Blexer. Zum anderen seien ebenfalls die Mieter betroffen, denn auch die Mieten würden steigen. Er gibt zu bedenken: „Man muss mal den Haushalt von vor 50 Jahren mit dem von heute vergleichen. Da ging es den Menschen auch nicht besser als jetzt. Damals wurden aber neue Sporthallen gebaut und heute können wir sie nicht mal mehr erhalten. Was ist passiert? Das muss mal hinterfragt werden.“

Umlage für Straßenbau

Volker Dobusch (74) aus Nordenham gehört zu Grundeigentümern, die von der Erhöhung direkt betroffen wären. „Ich finde einen Anstieg der Grundsteuer nicht in Ordnung“, sagt Volker Dobusch. Sein Vorschlag: jedes Jahr die Straßenausbaukosten pauschal auf alle Grundstückseigentümer umzulegen. Die Eigentümer sollten anteilig bezahlen, egal ob ihr Grundstück an einer der ausgebauten Straßen liegt oder nicht. Die Beitragshöhe sei dadurch für den einzelnen Bürger geringer und berechenbarer. Somit würde regelmäßig Geld in die Stadtkasse fließen.

Michael Scherf (73) aus Tettens hat indes kein Problem mit der Erhöhung der Grundsteuer. „Ein anderer Ansatz wäre eine konsequentere Sparpolitik“, meint Michael Scherf, „beispielsweise durch die Schließung des Nordbads.“

Wie es in der Debatte weitergeht, entscheidet sich an diesem Mittwoch. Der Finanzausschuss kommt zusammen und will eine Beschlussempfehlung treffen.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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