Wesermarsch Wenn überhaupt, wird frühestens 2026 salzarmes Süßwasser aus der Weser von Käseburg aus durch ein teils neues Kanalsystem in die mittlere und nördliche Wesermarsch fließen. Zwar hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vom Umweltministerium den Auftrag zur weiteren Planung der Zuwässerungslösung gegen eine Versalzung der Wesermarsch erhalten, entschieden ist aber weiterhin nichts.

Das ist das Fazit eines öffentlichen Informationsabend, zu dem der Planungsverband Generalplan Wesermarsch und die NLWKN-Betriebsstelle Brake/Oldenburg am Donnerstagabend in die Rodenkircher Markthalle eingeladen hatten.

Dazu begrüßte Verbands-Vorsitzender Burchard Wulff neben rund 200 Bürgern, vornehmlich betroffene Landwirte, auch mehrere Politiker wie die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD), die Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) und Hans-Joachim Janßen (Grüne), Landrat Thomas Brückmann sowie die Bürgermeister Carsten Seyfarth (Nordenham), Ina Korter (Butjadingen) und Klaus Rübesamen (Stadland).

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„Nicht zu teuer“

Almut Kottwitz (Grüne), Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, begrüßte die zwischenzeitlich vom Planungsverband (Zusammenschluss des Entwässerungsverbandes Butjadingen sowie der Braker und der Stadlander Sielacht) und dem NLWKN gefundene „kleine Lösung“ als „realistisch und nicht zu teuer“. Sie unterscheide sich erheblich vom ursprünglichen, jedoch nicht finanzierbaren Generalplan (über 100 Millionen Euro).

„Wir gehen davon aus, dass eine nachhaltige Zuwässerung erheblich dazu beiträgt, die Probleme der Versalzung in den Griff zu kriegen“, so Almut Kottwitz. Eine Zuwässerung mit Süßwasser aus der Weser mit einem Salzgehalt von unter 2,5 Gramm je Liter ist unverzichtbar für die Nutzung der Gräben als Viehtränke und für die Gewässerökologie in der Marsch.

Entschieden werden könne über die Umsetzung des Planes aber erst, wenn das abschließende Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Frage der erneuten Weservertiefung vorliegt, sagte die Staatssekretärin. „Wir hoffen, dass das bis Ende des Jahres der Fall sein wird. Das kann aber auch länger dauern“, befürchtet die Vertreterin des Umweltministeriums.

Almut Kottwitz kündigte an, die „potenziellen Mitfinanzierer wie der Bund und das Land Bremen“ über den Planungsstand zu informieren. Weitere Gespräche mit ihnen würden nach dem Urteil zu Weservertiefung stattfinden. „Da will ich mal diplomatisch antworten: Wir werden bis zum Letzten verhandeln“, entgegnete die Staatssekretärin der Frage von Ina Korter, ob das Land den Plan auch ohne finanzieller Beteiligung des Bundes realisieren wird.

Urteil nicht abwarten

Kreislandvolk-Vorsitzender Dr. Karsten Padeken wertete die jetzige „kleine Lösung“ des Generalplanes als eine Chance für die Region. Deren Realisierung dürfte aber nicht mit der erneuter Weservertiefung verknüpft werden. Daher müsse auch nicht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts abgewartet werden. „Das Land hat Zusagen gemacht. Daher müssen wir es auffordern, den Plan jetzt zügig umzusetzen“, forderte Karsten Padeken.

Es sei unstrittig, dass das aus den bisherigen Weservertiefungen resultierende Versalzungsproblem – das salzhaltige Wasser läuft weiter weseraufwärts – gelöst werden muss. Eine weitere Weservertiefung würde dieser Forderung aber noch mehr Gewicht verleihen, machte Almut Kottwitz deutlich.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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