Brake Für zwei Jäger aus Nordrhein-Westfalen könnte ein Aufenthalt in der mittleren Wesermarsch ein kostspieliges Nachspiel haben. Sie stehen in dem Verdacht, am Dienstagnachmittag im Bereich der sogenannten Rehau-Pütten westlich des Braker Stadtgebiets und östlich der Bundesstraße 212 vier streng geschützte Enten geschossen zu haben. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Die beiden aus Krefeld und Kempen stammenden 27 und 29 Jahre alten Jäger hatten sich, wie die Polizei bestätigt, auf Einladung eines befreundeten Jägers aus der Wesermarsch in Brake aufgehalten. Am Dienstagnachmittag hörte ein in Brake wohnendes Mitglied des „Komitees gegen den Vogelmord“ – der Hauptsitz der Organisation ist Bonn – mehrere Schüsse und eilte los. Am mutmaßlichen Tatort fand er nach Mitteilung des Komitees die beiden Jäger sowie eine tote Löffelente und drei tote Reiherenten vor.

Der Tierschützer machte mehrere Beweisfotos, verständigte die Polizei und bat die Jäger zu warten, bis der Streifenwagen eintrifft. Sie hätten daraufhin aber „fluchtartig“, so die Mitteilung des Komitees, das Gelände verlassen.

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Harry Grotheer von der Braker Polizei bestätigt, dass die Streifenwagenbesatzung die beiden Jäger vor Ort nicht mehr antraf. Die Nordrhein-Westfalen hätten anhand ihres Autokennzeichens und nach einer Anfrage bei dem für das Gelände zuständigen Jagdpächter aber ermittelt werden können, so Grotheer. Während die Männer gegenüber dem Mitglied des Komitees gesagt haben sollen, dass sie die geschützten Enten „aus Versehen“ geschossen hätten, verweigerten sie laut Grotheer gegenüber der Polizei jegliche Angaben. Gegen die Jäger sei eine Strafanzeige geschrieben worden; inzwischen sei auch die Staatsanwaltschaft mit der Sache beschäftigt, berichtet Grotheer auf NWZ -Nachfrage.

Franz-Otto Müller, Vorsitzender des Kreisverbands des Nabu und selbst Jäger, bestätigt, dass Löffel- und Reiherenten unter Schutz stehen und nicht bejagt werden dürfen. Die Löffelente sei vom Aussterben bedroht gewesen. Die Bestände hätten sich gerade erst wieder einigermaßen stabilisiert, so der Nabu-Vorsitzende. Sollten die beiden Jäger die Tiere tatsächlich geschossen haben, sei das „eindeutig eine Straftat“, urteilt Müller.

Stefan Leihsa, der beim Hegering Brake für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, sagt, dass es klare Unterscheidungsmerkmale zwischen den verschiedenen Entenarten gebe. So habe beispielsweise eine Reiherente ein völlig anderes Federkleid als etwa eine Stockente. Erfahrene Jäger wüssten die Tiere ausein-ander zu halten.

Gleichwohl kann sich Leihsa nur schwer vorstellen, dass die beiden Nordrhein-Westfalen absichtlich die geschützten Tiere geschossen haben. Aus einem ungünstigen Winkel beobachtet, sei eine Verwechslung der im Flug befindlichen Tiere zumindest nicht undenkbar. Allerdings gelte unter Jägern der Grundsatz, im Zweifelsfall den Finger am Abzug „gerade zu halten“, so Leihsa.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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