BURHAVE Rund 1000 Besucher kamen. Darunter waren 300 geladene Gäste.

Von Horst Lohe

Sie soll der Verschlickung des Burhaver Strandbades Paroli bieten und zugleich den Gästen Einzigartiges an der Nordsee bieten: die sechs Millionen Euro teure neue Strand- und Badelandschaft in Burhave. Gestern ist die „Nordsee-Lagune“ eröffnet worden (siehe auch Regionales).

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80 Prozent der Investitionskosten bewilligte das Land als Zuschüsse. Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) erinnerte an die Turbulenzen, die in den Vorjahren – wie berichtet – durch Unzulänglichkeiten der Verantwortlichen in Butjadingen hervorgerufen worden waren. „Nach vielen Irrungen und Wirrungen“ so der Minister, sei „ein wirklich großes touristisches Infrastrukturprojekt“ zum Abschluss gebracht worden.

Bereits für das Vorgängerprojekt, den tidegeregelten Badepolder, habe das Land Zuschüsse bewilligt „größer als anderswo sonst“. Die Regierung habe damit ihre Versprechungen erfüllt. Hirche spielte damit offenbar auch auf Zusagen der SPD-Vorgängerregierung im Kampf gegen die Verschlickung an.

Der Minister erinnerte zudem an Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Besucherprognosen für den Badepolder – Berechnungen, welche die Verantwortlichen in Butjadingen damals zu spät erwirkt hatten und die wegen der prognostizierten hohen Defizite zum Kippen des baureifen Polders geführt hatten.

Walter Hirche sprach weiter von einem „Kraftakt aller Akteure“, der das Nachfolgeprojekt Nordsee-Lagune ermöglich habe. Der Minister wünschte, dass „die Blaue Lagune von Burhave“ Furore machen möge ähnlich der „Blauen Grotte von Capri“. Hirche ermunterte den anwesenden Sänger Klaus Baumgart vom Duo „Klaus und Klaus“ ein Lied zu schaffen.

Weil ihrer Ansicht nach das Land noch immer nicht genug gegen die Verschlickung der Zufahrt zum Kutterhafen Fedderwardersiel unternimmt, wiesen gestern zur Lagunen-Eröffnung die Butjadinger Krabbenfischer und Ausflugsschiffkapitän Dieter Nießen so auf die Bedeutung des Arbeitshafens Fedderwardersiel hin: Sechs der acht Kutter mit Heimathafen Fedderwardersiel und das Ausflugsschiff „Wega II“ ließen sich im Watt vor der Lagune trocken fallen.

Jedes Jahr, so heißt es zu dieser stillen Protestaktion in einer Pressemitteilung der Fischer, strömen zehntausende Touristen nach Fedderwardersiel, um die Kabbenkutter, die Krabbenfischerei und den Arbeitshafen zu erleben. Das Ausflugsschiff habe pro Jahr etwa 30 000 Fahrgäste.

Eine halbe Stunde vor Eröffnung der Lagune sprach Wirtschaftsminister Hirche persönlich mit Fischern. Ein weiteres Gespräch über Einzelheiten solle in sechs Wochen stattfinden, so der Minister gegenüber der NWZ. Hirche: „Die Kutterfischerei und der Kutterhafen gehören zum Tourismuskonzept für Butjadingen. Wir werden auch in Zukunft eine Hafenzufahrt haben, allerdings ist das Tidenfenster kleiner geworden.“

Während Hirches Rede zur Lagunen-Eröffnung traten Fischer-Mutter Christa Thaden und die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter (Nordenham) mit einem Transparent an die Bühne. Darauf stand: „Hafen freihalten! Herr Hirche, was ist mit ihren Versprechungen?“.

Butjadingens Tourismus-Geschäftsführer Johannes Cassens dankte dem Land als „großen Förderer unserer Region“. Ganz entscheidenden Anteil am Erfolg habe auch der Deichband und Projektleiter Klaas-Heinrich Peters (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Die Lagune ist laut Cassens ein „weltweit einzigartiger Salzwassersee mit biologischer Aufbereitungsanlage, die unabhängig von den Gezeiten das Baden ermöglicht und Sandstrand mit feinstem Karibiksand bietet.“

Bürgermeister Rolf Blumenberg sprach vom „schönsten Flecken der Erde“. Landrat Michael Höbrink ist sicher: „Die Burhaver Lagune wird ein großer Erfolg.“

Timmermann geht

Zu einem Eklat ist es gestern nach den Reden im Festzelt zur Eröffnung der Nordsee-Lagune gekommen. Aufsichtsratsvorsitzender Lutz Timmermann (FDP) ging vorzeitig nach Hause. Gegenüber der Presse begründete er: Der Aufsichtsrat habe Namensschilder mit der Aufschrift „Geladener Gast“ bekommen und sei mit keinem Wort von Geschäftsführer Johannes Cassens in dessen Begrüßungsrede erwähnt worden. Timmermann: „Das betrachte ich als Affront.“ Der Aufsichtsrat sei das oberste Organ der gemeindeeigenen Tourismusgesellschaft und diese Gesellschaft sei gestern der Gastgeber gewesen.

Einmal mehr sind damit gestern erhebliche Differenzen zwischen Timmermann und Cassens offensichtlich geworden.

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