Rodenkirchen Wir wissen wenig über die Steinzeit, weil die Menschen damals die Schrift noch nicht erfunden hatten. Und doch prägt uns diese älteste Epoche der Menschheit stärker als alle Zeitalter, die nach ihr kamen: Sie ist der Grund für die vielen negativen Gedanken, die den Menschen plagen.

Die Gefahr im Blick

Denn die Steinzeit dauerte lang – mehr als 2,5 Millionen Jahre, und der Mensch war schwach. Überall lauerten Gefahren: Säbelzahntiger, Schlangen, ja selbst der Schmutz, der in eine offene Wunde drang, konnte den Tod bedeuten. Penizillin und Antibiotika waren unbekannt. Das lehrte den Menschen, immer die Gefahr in den Blick zu nehmen und nicht das Schöne – eine Lehre, die er bis heute beherzigt, obwohl die Welt viel sicherer geworden ist.

Das erklärte Christian Macha am Montagabend in seinem Vortrag „Die Macht der Gedanken – alles beginnt in unserem Kopf“ vor rund 120 Mitgliedern und Gästen des Landfrauenvereins Rodenkirchen im Hotel Albrechts. Der 42-Jährige stammt aus dem Oberbergischen Land bei Köln, lebt heute in Moorriem und betreibt in Oldenburg eine Praxis als Mentaltrainer. Das klingt esoterisch, ist es aber nicht, denn unsere Gedanken bestimmen unser Leben, wie der charmante Referent in seinem gut zweistündigen Vortrag erläuterte.

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Macha ist gelernter Erzieher, sattelte dann auf Stimmtherapeut um und ist jetzt als Individualpsychologischer Berater und Supervisor tätig. Besonders stolz ist er darauf, dass er als Nichtakademiker an einer Universität in London 40 Elitestudenten unterrichtet.

100 000 Gedanken

Doch zurück zum Gehirn. Es denkt unentwegt – bis zu 100 000 Gedanken am Tag. Und es denkt schnell – durchschnittlich braucht es drei Tausendstelsekunden für einen Gedanken. Das schnelle Denken war in der Steinzeit überlebensnotwenig. Schnelligkeit geht nur mit Routine, und die läuft im Gehirn so ab: Der Mensch nimmt etwas wahr, vergleicht es blitzschnell mit früheren Erfahrungen, bewertet es auf dieser Grundlage, ruft ein Gefühl hervor – und handelt danach. „So ist es in jeder Sekunde des Lebens“, sagte Macha.

Damit das reibungslos funktioniert, ist jede Situation und jede Person im Gehirn zusammen mit einem Gefühl abgespeichert. Ein negatives Gefühl löst Stress aus: Der Mensch muss blitzschnell entscheiden, ob er fliehen oder angreifen will. Oder er erstarrt, verfällt also in eine Depression. Allerdings geht es heute meistens nicht um Leben oder Tod, sondern eher um den Wäscheberg, den offen stehenden Toilettendeckel oder dumme Sprüche eines Kollegen.

Die Folgen sind dennoch schlimm: Stress fährt das Nervensystem hoch, führt zur Ausschüttung von Adrenalin, Endorphinen – also körpereigenem Morphium – und Cortisol und zur Schwächung des Immunsystems. Stress heizt den Stoffwechsel in den Zellen an, die dann früher altern.

Was tun? Toleranz hilft, sagt Christian Macha. 90 Prozent des Tages seien gut, das müssten sich die Menschen bewusst klarmachen – beispielsweise indem sie sich abends an fünf schöne Erlebnisse erinnern oder bei jedem Menschen, dem sie begegnen, fünf positive Eigenschaften würdigen. Und wenn sie nicht einschlafen können: einfach lächeln. Im Bett. Das hilft.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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