Brake Ratlos haben am Donnerstag mehrere Teilnehmer der öffentlichen Sitzung des Schul- und Kulturausschusses den Braker Ratssaal verlassen. Soeben hatte eine Ausschussmehrheit mit Stimmen von SPD, den Grünen und CDU den Beschlussvorschlag der Verwaltung gekippt, ein Schulentwicklungskonzept auf den Weg zu bringen.

Die Verwaltung hatte ihre Pläne bezüglich der Entwicklung der Grundschullandschaft in Brake vorgestellt. Aus Sicht der Verwaltung bestehe die Notwendigkeit, eine Überprüfung der aktuellen Grundschullandschaft in der Stadt Brake vorzunehmen. „Uns geht es darum, zu gucken und zu prüfen, welche Standorte geeignet sind“, merkte Fachdienstleiter Uwe Schubert an. Auch das Freibadgelände würde für einen möglichen neuen Schulstandort geprüft. Der Neubau eines Schulgebäudes für die Grundschule Harrien und die Eichendorffschule ist mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt. Im Konsens mit allen Beteiligten sollte in einem Jahr eine Entscheidungsgrundlage vorliegen mit einer möglichst breiten Akzeptanz, so Uwe Schubert weiter.

Der Fachdienstleiter betonte, dass man zunächst prüfen wolle, um nicht für den Papierkorb zu arbeiten. In einer absehbaren Übergangszeit sollten nur unbedingt zwingende Ausgaben bei der Grundschule in Harrien sowie bei der Eichendorffschule vorgenommen werden. Jede weitere wirtschaftliche Ausgabe sollte vermieden werden.

Dem Verwaltungsvorschlag so zuzustimmen, lehnte Ursula Schinski (SPD) ab. „Hände weg von den Grundschulen“, betonte sie kategorisch. Dass für die Schulen eine vernünftige Lösung hermüsse, merkte Hans-Otto-Meyer-Ott (Grüne) an. Das unabdingbar Notwendige sei umzusetzen. „Es geht um Minimallösungen in den nächsten Jahren“, ergänzte Karsten Langbehn (Grüne). Keine der Schulen sei barrierefrei, sagte Dr. Gesa Hansen (WGB) und Claus Plachetka (CDU) monierte, dass bereits seit mehr als 20 Jahren über die miserablen Toilettenanlagen an den Schulen geredet würde.

CDU-Ratsherr Hans-Dieter Beck betonte, dass endlich Prioritäten gesetzt werden müssten. „Wir müssen uns der Gesamtaufgabe stellen und nicht isoliert planen“, sagte er. Und Bürgermeister Michael Kurz sagte, dass die Verwaltung ein Schulentwicklungskonzept, fokussiert auf die beiden Grundschulen, erstellen möchte. „Nur die Zusammenführung der beiden Schulen unter einem Dach sei die wirtschaftlich sinnvolle Lösung“, merkte dazu Bauamtsleiter Rainer Hinrichs an.

Der Beschussvorschlag der Verwaltung fand keine Mehrheit. Statt dessen soll die Verwaltung nun bis zur nächsten Sitzung des Schulausschusses prüfen, mit was für einem minimalen Aufwand die beiden Grundschulen saniert werden könnten.

Fassungslos war Reiner Gollenstede nach der Sitzung: „Man kann es kaum glauben, und auch die Vertreter der Schulen schütteln nur den Kopf über soviel Ignoranz“, sagte das Ratsmitglied von der Wählergemeinschaft Brake (WGB). „Die Hauptstrippenzieher in der Braker Lokalpolitik schließen eine große Koalition, um das dringend notwendige Entwicklungskonzept für die Braker Grundschulen zu verhindern. Dass auch Ursula Schinski als dominante Wortführerin ihrer Ratsgruppe ihrem eigenen Bürgermeister öffentlich in den Rücken fällt, ist schon sehr bemerkenswert“, sagte der WGB-Ratsherr.

„Nach unserem Verständnis – und dem der Schulen und der Verwaltung – benötigt man doch zunächst eine Vorstellung darüber, wohin die Reise gehen soll“, so Reiner Gollenstede. Aber Ursula Schinski wolle kein Konzept, alles solle beim Alten bleiben.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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