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Oldenburg wird Hochinzidenzkommune – das sind die möglichen Folgen

Rodenkirchen Sigrid Burmester weiß es noch, als wäre es gestern gewesen: „Fünf Jahre – höchstens“, dachte sie, als sie aus dem Zug ausstieg und zum ersten Mal den Rodenkircher Marktplatz sah. Das ist jetzt 45 Jahre her – 45 glückliche Jahre.

Der Rodenkircher Marktplatz ist, anders als 1974, längst befestigt und nicht mehr mit regengefüllten Schlaglöchern verunziert. Und das Leben in Rodenkirchen hat der Verwaltungsangestellten immer besser gefallen – nicht zuletzt, weil sie so intensiv daran teilnimmt. Doch jetzt gibt es einen Bruch: An diesem Freitag wird Sigrid Burmester aus dem Arbeitsleben verabschiedet – in einer kleinen Feierstunde im Rathaus.

Sie lernt Russisch

„Langweilig wird‘s nicht werden“, sagt die 63-Jährige über ihren Ruhestand und zählt auf: montags Französisch, mittwochs Russisch, freitags Sport, zwischendurch malt sie und kümmert sich um ihre Enkel.

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Sigrid Burmester ist gelernte Bankkauffrau. In ihrem Heimatort Amelinghausen in der Lüneburger Heide begann sie 1971 ihre Ausbildung bei einer Genossenschaftsbank. 1974 kam sie mit ihrem Mann Günter nach Rodenkirchen; er hatte Arbeit im neuen Kernkraftwerk gefunden. Seine Frau bekam eine Anstellung bei der Commerzbank in Brake, doch damit war 1978 Schluss, als die Tochter Katrin geboren wurde.

Denn die Bank stellte nicht halbtags ein, wohl aber die Gemeinde. So fing Sigrid Burmester am 4. Februar 1980 im Sozialamt an, das damals noch in einem Haus Zu den Deichen in Strohausen untergebracht war. Im Sommer 1980 zogen die Abteilungen im neuen Rathaus am Marktplatz zusammen.

1983 kam der Sohn Christoph zur Welt, und wieder hielt Sigrid Burmester es nicht lange ohne Arbeit aus: Nach einem halben Jahr Pause war sie wieder da, der Tagesmutter sei Dank. „Diese schnelle Rückkehr an die Arbeit war damals sehr ungewöhnlich“, erinnert sich die 63-Jährige.

Weil sie gern mit Menschen arbeitet, übernahm sie 1993 die Vertretung im Standesamt. Als ein großer Teil des Sozialbereichs im Zuge der Hartz-Reformen 2005 wegfiel und gleichzeitig die Standesbeamtin Doris Mommert in Rente ging, übernahm Sigrid Burmester diese Position. Dabei nahm sie noch die Arbeit für den 1980 eingeführten Seniorenpass mit.

Zusammen mit der Bürgerin Hella van der Velde, die sich in diesem Jahr ebenfalls verabschiedet hat, bereitete sie die Fahrten vor. Fahrten führten sie seit 1990 auch in die neue Partnergemeinde Petit-Caux in der Normandie; enge persönliche Bindungen entstanden. Deshalb sagte sie nicht nein, als der damalige Bürgermeister Boris Schierhold sie 2013 bat, als Verbindungsfrau zwischen Rathaus und Freundeskreis Petit-Caux zu fungieren. Diese Position gibt sie jetzt an Verena Huppert ab, bleibt aber dem Freundeskreis treu: als 2. Vorsitzende und als Helferin bei den alljährlichen Kunstausstellungen in Biville-sur-Mer.

400 Ehen geschlossen

Ausstellungen organisiert sie seit 2015 auch im Rathaus; diese Aufgabe will sie ehrenamtlich fortführen. Sie hatte das Bürgermeister Klaus Rübesamen nach der Renovierung selbst vorgeschlagen und alle rund 20 Eröffnungen liebevoll begleitet.

Als Standesbeamtin hat sie wohl etwa 400 Ehen geschlossen, die meisten in der Seefelder Mühle. Für jede hat sie eine eigene Rede geschrieben, sich dabei aber an einem gewissen Grundgerüst orientiert. „Fast alle Trauungen waren schön“, bilanziert Sigrid Burmester.

Am Mittwoch traute sie zum letzen Mal ein Paar. Ihre Nachfolgerin ist Wiebke Jüchter, Irina van Lessen und Daniela Mauritschat vertreten sie.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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