NORDENHAM Raucher wie Nichtraucher zeigten sich in der Umfrage aufgeschlossen. Doch die Wirte fürchten Einbußen.

von torsten lange NORDENHAM - Eine Zigarette nach dem Cappuccino im Café, dem opulenten Mal im Restaurant oder einfach beim Feierabendbierchen in der Kneipe nebenan: Damit könnte es bald vorbei sein. Denn es ist ein neues Gesetz im Gespräch, das Nichtraucher vor dem blauen Dunst in der Gastronomie schützen soll.

Die NWZ fragte gestern bei den Nordenhamern nach. Das Ergebnis: Raucher wie Nicht-Raucher könnten sich mit einem Rauchverbot in Gasthäusern anfreunden – die Betreiber aber fürchten Einbußen und Rauchergrüppchen vor der Tür.

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Sven Duhm ist selbst Raucher, würde aber ein Rauchverbot in Gastronomiebetrieben gutheißen, insbesondere um Nichtraucher vor möglichen Erkrankungen zu schützen. „Die zwei Minuten für eine Zigarette kann man eben kurz rausgehen,“ sagt er.

Ähnlich sieht es Ann-Christin Weiß, die ebenfalls mit dem Glimmstängel vor die Tür gehen würde. „Draußen rauchen ist in Ordnung,“ sagt sie, obwohl sie selbst keine Probleme damit hat, wenn beim Essen geraucht wird.

Ein Gesetz zum Schutz der Nichtraucher in Gaststätten würde Ingrid Frerichs begrüßen. „Es sitzen ja auch Kinder mit am Tisch“, sagt sie auf dem Weg in die Eisdiele. „Selbst hier rauchen sie manchmal“, beschreibt Frerichs das Verhalten einiger Mitmenschen und schüttelt den Kopf. Trotz ihrer persönlichen Meinung kann sie auch die Gastronomiebetreiber verstehen: „Für die Gaststätten, die davon abhängen, ist das schlecht.“

In der Tat erwartet Fred Schoone, Inhaber der „Brasserie“, Umsatzeinbußen, sollte ein generelles Rauchverbot erteilt werden. Er unterstützt das Anliegen des Dehoga-Verbandes, der der Bundesregierung eine freiwillige Regelung vorgeschlagen hat: Bis 2008 sollen 50 Prozent der Plätze Nicht-Raucher-Bereiche sein. In der „Brasserie“ ist eine Ecke bereits in diesem Sinne von Aschenbechern befreit und mit Hinweisschildern versehen worden. Schoone warnt vor einer Verallgemeinerung: Für Restaurationsbetriebe sei ein generelles Verbot in Ordnung, Bistros und Discotheken jedoch sollten davon befreit bleiben, gerade weil die Zigarette für viele zum Bier oder Kaffee dazu gehört. Sollte die Regierung der freiwilligen Regelung zustimmen, wird Schoone weitere Bereiche der „Brasserie“ in die Nichtraucher-Zone einbeziehen.

Dass eine Zweiteilung der Lokale zum Schutz der Nichtraucher sinnvoll ist, bezweifelt Jürgen Naumann. Er glaubt, nur voneinander abgetrennte Räume könnten wirklich wirkungsvoll sein. Er selbst habe viele Jahre lang geraucht. „Heute erst merke ich, was ich meiner Familie angetan habe“, sagt Naumann, der es nicht als angenehm empfindet, wenn im Restaurant am Nebentisch geraucht wird.

Zigarettenqualm als besondere Garnierung? Das findet Silvia Wittkowsky geradezu ekelig. Als Nichtraucherin würde sie es begrüßen, wenn Schluss mit dem Tabakgestank in Lokalen wäre – „zumindest dort, wo gegessen wird, sollte man es lassen.“ Außerdem plädiert die Mutter für ein Rauchverbot an Orten, an denen Kinder sich aufhalten.

Freiwillig eingeschränkt hat sich auch bereits das „Hotel am Markt“. Sechs Siebtel der Hotelzimmer seien Nichtraucher-Zimmer, erklärt der Inhaber Rüdiger Gallasch. Beim Frühstück im Hotelrestaurant bestehe generelles Rauchverbot und zu den Mahlzeiten á la Carte am Mittag und Abend sei die Hälfte der Tische als Nichtraucher-Plätze ausgewiesen. Kleine blaue Schildchen zieren dazu die Tische.

Gallasch ist dennoch gegen ein Rauchverbot: Das könnte Gäste abhalten und andere zum Rauchen vor die Tür zwingen – und das sehe einfach nicht gut aus.

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