Rodenkirchen Die Kreisjägerschaft Wesermarsch befürchtet Verschlechterungen beim Jagdrecht. Nicht nur die vom neuen niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) angekündigte Ökologisierung der Jagd macht ihnen Sorgen. Sie fürchten auch ein Verbot der Jagd in Schutzgebieten und eine Zerstückelung der Jagdflächen.

Das zeigte sich bei der Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft am Montagabend in der Rodenkircher Markthalle, die wieder mit einer Pflichttrophäenschau verbunden war.

Noch ist unklar, was genau mit der Ökologisierung der Jagd auf die Jäger zukommt, sagte Helmut Blauth, der stellvertretende Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. In einigen Wochen werde Minister Meyer einen Entwurf vorlegen. Darauf will die Landesjägerschaft mit Daten und Fakten einwirken, kündigte der Delmenhorster an.

Erste Hinweise habe eine Rede des Ministers in Cuxhaven gegeben, sagte Blauth. So könnten Zugvögel wie Schnepfen und verschiedene Gänsearten aus der Liste des jagdbaren Wilds gestrichen werden. Doch damit sei keine Verbesserung für die Tiere verbunden, wie Beispiele aus den Niederlanden zeigten, wo Gänse gefangen und vergast würden.

Bleifrei schießen

Wie Blauth sagte, gibt es in Niedersachsen einen ökologischen Jagdverband, der 76 Mitglieder zähle. Die Landesjägerschaft habe mehr als 52 000 Mitglieder. Die Regierung dürfe beide Verbände nicht auf eine Ebene stellen. Blauth betonte, dass die Jäger dem Waidwerk schon jetzt sehr nachhaltig nachgingen.

Ein weiteres Thema ist das Schießen ohne Blei, das in absehbarer Zeit vorgeschrieben werden soll. Die Munitionsindustrie arbeite daran, sagte Helmut Blauth. Nicht nur Bleistückchen in Tierkörpern seien ein Thema, im Muskelfleisch seien auch Spuren von Bleidämpfen festgestellt worden.

In Schutzgebieten jagen

Das Thema Jagd in Schutzgebieten sprach der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Bernhard Martens aus Berne, an. Schon jetzt ist die Jagd dort gewissen Beschränkungen unterworfen, aber ihr Verbot wäre problematisch, weil Landwirte dann nicht mehr gegen Wildschäden vorgehen könnten, fürchten die Jäger. Martens rief die Jäger auf, dem Runderlass des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums vom vergangenen Jahr zu folgen.

Auch im Wiesenvogel-Schutzgebiet Stollhammer Wisch wollen die Jäger keine weiteren Einschränkungen hinnehmen, sagte Martens: „Die Jäger werden sich nicht darauf einlassen, nur noch präventiv die Bejagung oder Fangjagd von Prädatoren auszuüben.“

Ein weiteres Thema ist die Zwangsmitgliedschaft von Grundeigentümern in Jagdgenossenschaften, die bis Ende des Jahres aufgeweicht werden soll. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gibt Eignern das Recht, aus ethischen Gründen die Jagd auf ihrem Grund und Boden zu untersagen. Aus der Wesermarsch liegen schon mehrere Anträge dafür vor. Das werde die Jagdgebiete in Flickenteppiche verwandeln – mit allen negativen Folgen für die Jagd, fürchtet Kreisjägermeister Eckard Busch, Abbehausen.

->  Weitere Berichte von der Versammlung folgen.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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