Nordenham Der Volkstrauertag sei ein Tag der Erinnerung an die vielen Toten vergangener Kriege, die Toten unter den Zivilisten ebenso wie unter den Soldaten, Widerstandskämpfern, Gefangenen und Verfolgten. Vor allem aber sei er Mahnung und Auftrag, gegen Hass und blinden Eifer und für Toleranz und Menschlichkeit einzutreten. Das betonten Bürgermeister Carsten Seyfarth sowie Stefan Tönjes als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Günter Felske als Vorsitzender der Marinekameradschaft Nordenham und Jürgen Bley als Kreisvorsitzender des Sozialverbands Deutschland am Sonntag anlässlich der Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Hochkreuz auf dem Atenser Friedhof.

Carsten Seyfarth zeigte sich schockiert davon, dass Hass in Teilen der Bevölkerung beinahe schon wieder „salonfähig“ geworden sei. Stefan Tönjes erinnerte daran, dass der diesjährige Volkstrauertag ein besonderer sei – und dass auch in den nächsten Jahren besondere folgten: Vor 100 Jahren endete der erste Weltkrieg, vor 80 Jahren begann mit der Reichspogromnacht die systematische Verfolgung der Juden . Im Juli 2019 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem das Attentat auf Hitler scheiterte, ein Attentat, das stellvertretend stehe für den Widerstand. Und 2020 jährt sich zum 75. Mal das Ende des zweiten Weltkrieges.

Jeder Volkstrauertag, so Stefan Tönjes, sei ein Tag, der Anlass zu einem selbstkritischen Erinnern an die Geschichte gebe. Er sei eine Mahnung, den Frieden zu sichern, ergänzte Jürgen Bley. „Unser Land muss bunt bleiben,“ unterstrich er. Rechte Willkür dürfe in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr finden. „Dieser Volkstrauertag schützt uns gegen das Vergessen.“

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Dazu passte das Zwiegespräch der beiden Gymnasiastinnen Lina Trüper und Kea Abken. Sie lasen Auszüge aus alten Feldpostbriefen vor und schlossen mit dem Zitat: „Wie schön könnte es sein, wenn endlich Frieden wäre.“ Diese Auszüge hatten sie vor einer Woche bereits in französischer Sprache vorgetragen, als sie zu einer achtköpfigen Delegation gehörten, die in Nordenhams französische Partnerstadt Saint-Etienne-de-Rouvray gereist war. Dort hatte eine Feier zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs stattgefunden (NWZ berichtete).

Es hat Tradition, dass die Redner die Atenser Gedenkfeier in verteilten Rollen mit dem „Totengedenken“ abschließen und Pastor Christopher Iven das „Vater Unser“ spricht. Der Nordenhamer Posaunenchor unter Leitung von Manuel Steenken begleitete die Feier.

So wie am Atenser Hochkreuz gedachten die Menschen am Sonntagvormittag auch an vielen anderen Orten in der nördlichen Wesermarsch der Opfer von Krieg und Gewalt. Kranzniederlegungen fanden in Blexen, Abbehausen und Esenshamm statt, in Stollhamm, Burhave, Tossens, Waddens, Eckwarden und in Langwarden in der Gemeinde Butjadingen, zudem am Mahnmal neben der St.-Matthäus-Kirche in Rodenkirchen.

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