Nordenham Mit ihrem Vorstoß, eine Einwohnerbefragung zum Standort des neuen Rathausgebäudes abzuhalten, ist die Wählerinitiative Nordenham (WIN) gescheitert. Zumindest vorerst. In der Ratssitzung am Donnerstagabend lehnte eine große Mehrheit den Antrag mit der Begründung ab, dass eine Bürgerbefragung zum jetzigen Zeitpunkt wenig Sinn hätte. Stattdessen soll zunächst eine Projektgruppe aus Politik und Verwaltung die aufgetretenen Probleme klären und Lösungsvorschläge erarbeiten. Auf der Grundlage könne dann entschieden werden, ob und wie eine Bürgerbeteiligung in Betracht komme.

Kostensteigerung

Anlass für den WIN-Antrag war die beträchtliche Kostensteigerung bei dem Bauvorhaben. In einer vor zwei Jahren vorgelegten Wirtschaftlichkeitsanalyse, die der Bremer Immobilienexperte Professor Dr. Torben Bernhold im Auftrag der Stadt erstellt hatte, waren die Ausgaben für einen Anbau auf 4 Millionen Euro veranschlagt. Inzwischen hat die Stadtverwaltung eine neue Berechnung präsentiert, die von Baukosten in Höhe von 6,9 Millionen Euro ausgeht. Die Steigerung ist vor allem auf deutlich höhere Flächenbedarfszahlen zurückzuführen. Die Unterschiede belaufen sich auf 1000 Quadratmeter im Gebäude und 5500 Quadratmeter im Außenbereich.

WIN-Fraktionsvorsitzender Joachim Gorges betonte, dass angesichts der Kostenexplosion das Thema neu beraten und dabei auch die Standortfrage wieder diskutiert werden müsse. Die WIN hält den Bau eines neuen Rathauses in der Fußgängerzone für die beste Lösung, weil auf diese Weise eine Belebung der Innenstadt zu erzielen wäre. Dafür biete sich eine Mietlösung mit der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG) an, die bereits im Besitz der ins Auge gefassten Grundstücke ist. Da die Stadt Nordenham die mit Abstand größte Gesellschafterin der GNSG ist, könnte laut WIN ein Teil der Investitionskosten über die Gewinnausschüttung zurückfließen.

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Sprecher von SPD, Grünen, CDU, FDP und Linken machten in der Ratssitzung deutlich, dass vor allen weiteren Beschlüssen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abgewartet werden sollten. „Das Bernhold-Gutachten war nur eine Planungsgrundlage“, sagte SPD-Vormann Uwe Thöle, „noch ist kein Schaden entstanden.“

Teilabriss des Turms?

Vorrangige Aufgabe der Arbeitsgruppe sollte sein, Einsparmöglichkeiten in dem Verwaltungsentwurf für einen Anbau aufzuzeigen. Zudem sei zu überprüfen, ob als Alternative ein Teilabriss des maroden Rathausturms ab dem achten Stockwerk denkbar wäre. Die von der Stadt aufzubringenden Kosten für die Sanierung des verbleibenden Gebäudes könnten dann eventuell durch Fördergelder reduziert werden.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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