Sperrung der B436 aufgehoben
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Sperrung der B436 aufgehoben

Nordenham Mit Fragen wie: „Was kann ich im Haushalt gut?“ und „Wer verdient mehr, meine Partnerin oder ich?“ lockerte Manfred Brink die Männerrunde auf. Er ist pädagogischer Mitarbeiter bei der niedersächsischen Bildungs- und Beratungsstelle zu Geschlechtergleichstellung und Migration. Auf Einladung der Bildungsregion und des Refugiums Wesermarsch sind jetzt 16 Männer mit Fluchterfahrung im Mehrgenerationenhaus in Nordenham zusammengekommen.

„Rollenspielen – Über Geschlechterrollen gemeinsam reden“ heißt das Konzept, das Manfred Brink mitentwickelt hat. In lockerer Atmosphäre und bei guter Stimmung zeigten sich die Teilnehmer engagiert sowohl in den Diskussionsrunden als auch an den Kickertischen. In Gesprächsrunden tauschten sie sich über Zukunftswünsche und Rollenvorstellungen aus.

Im Anschluss an diese gemeinsame Auflockerung setzten sich die Männer mit Fragen zu ihrer eigenen Identität auseinander. Was wünschen sie sich? Was macht sie glücklich? Die Punkte, die sie aufgeschrieben und am Flipchart platziert hatten, enthielten mehrheitlich Begriffe wie Familie, Freunde und Arbeit, Schule oder Studium. Auch die Diskussion machte immer wieder deutlich, dass echte Teilhabe und ein zufriedenes Leben aus Sicht der Teilnehmer vor allem an Bildung und den Zugang zum Arbeitsmarkt geknüpft sind.

Viele Probleme

Entsprechend niedergeschlagen äußerten sich einige Teilnehmer über ihren unsicheren Aufenthaltsstatus, fehlende Arbeitserlaubnisse oder Zeitverträge, die kurz vor Ablauf jeweils immer nur um drei weitere Monate verlängert werden und langfristige Planungen und Perspektiven erschweren – nicht nur aus ökonomischer Sicht.

Männlichkeit, so zeigte sich, wird von den Teilnehmenden sehr stark auch mit beruflichem Erfolg assoziiert und der Möglichkeit, der Familie als Ernährer „etwas bieten“ zu können. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass insbesondere die jüngeren Anwesenden dabei nicht auf eine starre Geschlechterrollenverteilung beharren, sondern ihre Ansichten zu innerfamiliären Rollenerwartungen und -aufteilungen so heterogen sind wie die Männer selbst. So betonte etwa ein junger Syrer bei dem in einer folgenden Diskussionsrunde angesprochenen Thema „Frauenrechte“ ganz deutlich, dass das Selbstbestimmungsrecht der Frau in seiner Herkunftsstadt Damaskus genauso selbstverständlich gelebt werde wie in Deutschland.

Tischfußball

Es wurde aber nicht nur diskutiert, sondern auch Tischfußball gespielt. Ein besonderer Spielmodus brachte immer wieder neue Teamkonstellationen zusammen. Wer mehrmals gewonnen hatte, wurde einem ergebnisschwächeren Spieler zugelost. Das sorgte dafür, dass unter den Teilnehmern viel spielerischer Wechsel und zwischenmenschlicher Austausch stattfand. Im Finale konnte sich schließlich Mohammad und Merwais als Gewinner durchsetzen. Nach einem kurzen Augenblick des Ärgers gratulierten auch die unterlegenen Gegenspieler genauso herzlich wie die anderen Teilnehmer, so dass sich der faire und respektvolle Umgang während der Veranstaltung bis zum Ende durchzog.

Katja Schaeffer, Koordinatorin der Bildungsangebote für Neuzugewanderte des Landkreises, die das von der Bildungsregion Wesermarsch, dem Refugium und dem Mehrgenerationenhaus der Caritas initiierte Projekt betreut, zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung. Sie könne sich ähnliche Formate unter Einbezug von Männern (oder Frauen), die schon länger oder immer in Deutschland leben, gut als eine Art Begegnungsprojekt vorstellen: „Das Konzept von Rollenspielen ist super und lässt sich auf alle möglichen Gruppen übertragen, weil es nicht so belehrend und theoretisch daherkommt, sondern ganz praktisch erlebbar macht, dass wir am Ende des Tages alle nur Menschen sind und trotz aller Vielfalt ziemlich ähnliche Wünsche und Hoffnungen an das Leben haben“.

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