Nordenham Die einen haben Angst vor dem Fluch des Umfaller-Images, die anderen sehen die große Chance auf eine politische Mitgestaltung. Die Freidemokraten sind hin- und her gerissen, wenn es um die Frage geht, ob sich die FDP an der neuen Landesregierung in Hannover beteiligen soll. Dieser Konflikt ist natürlich auch bei den Liberalen in Nordenham ein großes Thema. Und auch bei ihnen gibt es verschiedene Positionen.

Aus Sicht des Nordenhamer Stadtverbandsvorsitzenden Michael Scherf wäre es „unklug“, wenn die FDP ein Regierungsbündnis mit der SPD und den Grünen eingehen würde. Denn einer solchen Ampelkoalition hatte der niedersächsische FDP-Chef Stefan Birkner vor der Landtagswahl unmissverständlich eine Abfuhr erteilt. Daher dürfte es bei den Bürgern nicht gut ankommen, wenn sich die Freidemokraten doch anders entscheiden sollten. „Wir wollen keine Umfallerpartei sein“, sagt Michael Scherf.

Gegen eine Zusammenarbeit mit der SPD hätte der Vormann der Nordenhamer Liberalen nichts einzuwenden. Aber eine Regierungsbeteiligung mit den Grünen kann er sich kaum vorstellen. „Das würde schnell Krach geben“, meint Michael Scherf. Dabei betont er, dass er nicht grundsätzlich ein Problem mit den Grünen hat, sondern sich seine Bedenken speziell gegen deren Vertretung in Niedersachsen richten. In der Programmatik der niedersächsischen Grünen sei die Schnittmenge mit den FDP-Standpunkten sehr klein. Das gelte vor allem für die Landwirtschaftspolitik.

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„Da müsste die FDP zu viele Kröten schlucken“, findet Michael Scherf. Der Nordenhamer Stadtverbandsvorsitzende empfiehlt daher die Oppositionsrolle im Landtag, wenngleich gegen das Führen von Gesprächen nichts einzuwenden sei. Und falls sich dabei doch eine Annäherung abzeichnen sollte, wäre eine Mitgliederbefragung in der FDP eine sinnvolle Sache.

Der Chef der FDP-Fraktion im Nordenhamer Stadtrat, Manfred Wolf, kann sich eine Ampelkoalition in Hannover durchaus vorstellen. „Ich bin da etwas offener“, sagt er. Er hofft, dass sich bei den jetzt in Hannover anstehenden Gesprächen genügend Gemeinsamkeiten für ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP ergeben. Sollte die Parteispitze der Freidemokraten bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben, würde Manfred Wolf das bedauern.

Aus seiner Sicht bietet die Mitarbeit in der Landesregierung der FDP die Chance, „liberale Politik einzubringen und sich weiterzuentwickeln“. Das sei allemal besser, als sich zu verweigern und „in der Opposition nicht wahrgenommen zu werden“. Das Gegenargument, die FDP könne als Umfallerpartei da stehen, lässt Manfred Wolf nicht gelten. Denn es komme bei solchen Entscheidungen „immer auf die Situation an“.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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