Nordenham Besuch aus Weißrussland hatte jetzt die Auslandshilfe der Johanniter -Unfallhilfe (JUH) aus Nordenham. Zu Gast war eine Delegation vom Kloster der Heiligen Elisabeth aus der Hauptstadt Minsk, um mit einem großen Lastwagen Hilfsgüter abzuholen, die für ein Reha-Zentrum in der Zwei-Millionen-Metropole bestimmt sind.

Das Kloster hat in und um Minsk ein Netzwerk an sozialen Einrichtungen aufgebaut, um Menschen mit Beeinträchtigungen, darunter Kranke, Behinderte, Drogen- und Alkoholsüchtige sowie Obdachlose, zu helfen. Unter anderem betreibt das Kloster gesonderte Rehabilitationszentren für Männer und Frauen sowie Internate für Kinder und Erwachsene.

Orthodoxes Frauenkloster in Minsk

Das Kloster der Heiligen Elisabeth in Minsk ist ein orthodoxes Frauenkloster, das nach Elisabeth von Hessen-Darmstadt (1864-1918), nach ihrer Heirat Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, benannt wurde. Sie wird in der orthodoxen Kirche als Heilige und Märtyrerin verehrt. Das Kloster befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenheilanstalt. Die Schwestern haben ein Sozialwerk aufgebaut, das psychisch Kranke, geistig und körperlich behinderte Waisenkinder und alkoholabhängige Obdachlose betreut.

Während den Bedürftigen in den Einrichtungen ein Dach über dem Kopf sowie regelmäßige Mahlzeiten garantiert werden können, mangelt es sonst an allen Ecken und Enden. Aus diesem Grund hatte die Kloster-Leitung Kontakt nach Deutschland aufgenommen, um nach Hilfsgütern zu fragen.

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Lager in Stollhamm

Auf diese Weise kam auch ein Hilferuf in Nordenham bei Rolf Krause an, dem Leiter der JUH-Auslandshilfe. Sofort erklärte er sich bereit, die angefragten Materialien zur Verfügung zu stellen. Und da das Lager in der ehemaligen Schule in Stollhamm inzwischen weitgehend voll ist, konnten die Gäste aus dem Vollen schöpfen.

Zunächst luden die Helfer der JUH einige Krankenhausbetten auf den Laster, mit dem die vierköpfige Delegation die 1600 Kilometer bis nach Nordenham zurückgelegt hatte. Die Betten stammen aus einem Krankenhaus in Bremen und waren bei Kronos Titan in Blexen zwischengelagert worden.

In Stollhamm wurden dann noch größere Mengen von Haushaltsartikeln, Matratzen, Rollatoren, Rollstühle, Gehhilfen, Lampen und vieles mehr verladen. Für Rolf Krause war diese Aktion eine gute Gelegenheit, wieder etwas Luft in seinem Lager zu bekommen, denn die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung ist nach wie vor hoch.

Schwester Mitrodora, die ebenso wie Schwester Irene die Delegation aus Minsk in Ordenstracht begleitete, zeigte sich hocherfreut über die bereitwillige Hilfe aus Nordenham. Sie berichtete vom Leid der Bewohner in den vom Kloster betreuten Einrichtungen und würde gerne den Kontakt zu Rolf Krause und seinem Team aufrechterhalten.

Rolf Krause will prüfen, ob die Nordenhamer Johanniter in Zukunft mit ihren Hilfstransporten Weißrussland ansteuern können. Derzeit werden jährlich zwei Fahrten nach Litauen und Lettland organisiert. Früher sind die Nordenhamer auch nach Russland gefahren. Aber damit ist es seit zwei Jahren vorbei, weil die Zoll-Formalitäten zu aufwendig und zu teuer geworden waren.

Nächste Fahrt im Mai

Die nächste Fahrt der Mannen um Rolf Krause findet vom 8. bis zum 16. Mai statt. Mit zwei Fahrzeugen und etwa acht Helfern werden dann 40 Tonnen Hilfsgüter nach Lettland gebracht. Ein zweiter Transport ist für die Zeit vom 31. Juli bis zum 8. August nach Litauen und Lettland vorgesehen. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.

Die Delegation aus Weißrussland machte sich nach ihrem Besuch in der Wesermarsch auf den Weg nach Hannover. Hier sollten weitere Hilfsgüter zugeladen werden, ehe die Heimreise nach Minsk angetreten wurde.

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