Nordenham Offiziell ist Stefan Tönjes seit August 2016 im Ruhestand. Aber was heißt das schon? Das Wort Ruhestand passt so wenig zu dem 66-Jährigen wie ein Eisbär in die Sahara. Der frühere Lehrer am Nordenhamer Gymnasium ist so umtriebig wie eh und je. Und davon profitieren viele: die Goethe-Gesellschaft zum Beispiel, die Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Chöre, in denen er singt, der Förderverein des Gymnasiums, der SV Nordenham, der Nordenhamer Theater-Beirat, das Refugium Wesermarsch und unzählige Austauschschüler.

Musik ist die große Leidenschaft des Nordenhamers. Zu einer Zeit, als seine Altersgenossen die Rolling Stones feierten, schickte ihn sein Vater zum Cello-Unterricht nach Bremerhaven. Besonders cool war das damals nicht, aber nachhaltig. Noch heute spielt Stefan Tönjes Cello.

Freude am Singen

Dankbar ist der Nordenhamer seinem damaligen Musiklehrer Karl-Heinz Sobel, der kürzlich verstorben ist. „Ich habe ihm vor allem die Freude am Singen zu verdanken.“ Der Nordenhamer stieg beim Schulchor und beim Motettenchor ein. Und er singt noch heute in mehreren Chören.

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Seit 26 Jahren gehört Stefan Tönjes dem Vorstand der Goethe-Gesellschaft an, die inzwischen die größte in ganz Deutschland ist. Er ist für die Gestaltung des Musikprogramms zuständig. „Die klassische Musik“, sagt Stefan Tönjes, „verdient einfach eine hohe Wertschätzung.“

Der Nordenhamer ist noch auf vielen anderen Feldern ehrenamtlich aktiv. Er hat 20 Jahre die Leichtathletik-Abteilung des SV Nordenham geleitet. Seit 33 Jahren kümmert er sich um die Abnahme der Sportabzeichen. Seit 25 Jahren vertritt er den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Nordenham. Stefan Tönjes organisiert die Spendensammlungen der Schüler. Dieses Engagement hat für ihn eine ganz große Bedeutung. „Es ist wichtig, dass Schüler sich mit der Geschichte beschäftigen und daraus lernen.“

Für Austauschschüler da

Und noch etwas ist Stefan Tönjes wichtig: Völkerverständigung. Für die Organisation Youth For Understanding kümmert er sich seit 36 Jahren um Austauschschüler, die in Nordenham und Umgebung landen. Er selbst hatte 1969/1970 ein „traumhaft schönes Jahr in Kalifornien verbracht“. Auch deshalb will er, dass Austauschschüler in Deutschland ebenso gute Erfahrungen machen.

Zum Thema Völkerverständigung passt auch Stefan Tönjes’ Einsatz für Flüchtlinge. Beim Refugium gibt er Deutsch-Unterricht für Migranten, die unter anderem aus Afghanistan, Syrien und dem Irak kommen. Der ehemalige Lehrer kann das Unterrichten einfach nicht lassen. Aber das ist auch gut so.

Lediglich mit einer Sache hat Stefan Tönjes aufgehört. 15 Jahre lang war er Mitorganisator des Freilichtkonzertes „Klassik im Park“. Er hat sich um das Programm und die mühsame Suche nach Sponsoren gekümmert. Damit ist nun Schluss. Der 66-Jährige würde sich aber freuen, wenn der Verein Nordenham Marketing & Touristik die Veranstaltung weiterführt.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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