Nordenham Wahlhelfer sind unerlässlich. Sie bilden das Fundament der Selbstorganisation der Wahl durch das Volk und sind damit die wichtigsten Träger während des Wahlverfahrens. Rund 88 000 Wahlvorstände mit jeweils einem Wahlvorsteher, Stellvertreter und weiteren drei bis sieben Beisitzern kommen bei bundesweiten Wahlen zu ihrem Einsatz. In Nordenham sind es am Sonntag bei der Bundestagswahl 192 gewesen. Eine von ihnen war die pensionierte Familienrichterin Dr. Claudia Peplau.

Sie gehört zu denjenigen, die schon über viel Erfahrung und Routine bei der ordnungsgemäßen Abwicklung von Wahlen haben. Die Nordenhamerin, die 29 Jahre lang am Amtsgericht tätig war und es fast 18 Jahre als Direktorin geleitet hatte, ist eine erfahrene Wahlhelferin. Sie hat bereits bei Bundestags-, Landtags- Kommunal- und Europawahlen parat gestanden und wird mittlerweile als stellvertretender Wahlvorstand eingesetzt. Nur als sie noch in Vollzeit berufstätig war und zugleich drei schulpflichtige Kinder zu versorgen hatte, habe sie pausiert, erzählt sie.

Spontan zugesagt

Die gebürtige Paderbornerin, die in Hamburg aufgewachsen ist und in Mannheim Jura studiert hat, lebt seit 1984 in Nordenham. Die 64-Jährige war vor vielen Jahren über einen Zeitungsaufruf auf den Mangel an freiwilligen Helfern im Vorfeld der Wahlen aufmerksam geworden und hatte damals spontan ihre Teilnahme zugesagt.

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Claudia Peplau mag es nach wie vor, wenn sie am Wahlsonntag mit den Bürgern ins Gespräch kommt und im Wahlbüro auch ihre Nachbarn trifft. „Ein bisschen Feierlichkeit ist immer zu spüren“, sagt sie. „Auf den Straßen ist deutlich mehr los als an normalen Wochenenden, weil die meisten Wähler ja zu Fuß kommen. Einige von ihnen, vor allem die Älteren, ziehen sich sogar sonntagsmäßig an.“ Und es gebe viele Eltern, die ihre persönliche Stimmabgabe auch dazu nutzten, um ihren Kindern das Wahlverfahren zu erklären und die Räumlichkeiten zu zeigen. Claudia Peplau bemängelt die Politikverdrossenheit vieler junger Menschen heutzutage, wodurch eine gewisse Schieflage entstehe.

Eine Briefwahl ist laut Claudia Peplau früher eigentlich nur dann zum Tragen gekommen, wenn die Bürger aus einem wirklich wichtigen Grund – Ortsabwesenheit oder Krankheit – verhindert waren. Aber das ist heute anders. Die Briefwahl liegt im Trend. Frank Goldau, Wahlkoordinator bei der Stadt Nordenham, und sein Team haben im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 deutlich mehr Briefwahlunterlagen als sonst verschickt. Weit über 2200 Anträge auf Briefwahl waren im Nordenhamer Rathaus eingegangen. „Das ist wirklich ein Spitzenwert“, sagt Frank Goldau, der bereits seit drei Monaten mit der Vorbereitung der Bundestagswahl in Nordenham beschäftigt gewesen ist.

Für Frank Goldau hätte es durchaus seinen Reiz gehabt, wenn die Bundestagswahl und die am 15. Oktober bevorstehende Landtagswahl zusammen an einem Tag stattgefunden hätten. Denn dann hätten er und seine Kollegen nicht innerhalb von drei Wochen gleich zweimal Wahlhelfer rekrutieren müssen.

Der Vorbereitungsaufwand für einen solchen Wahlsonntag ist natürlich nicht zu unterschätzen. Claudia Peplau wird auf jeden Fall auch bei der Landtagswahl im Einsatz sein. „Ich habe ja jetzt mehr Zeit“, sagt die Pensionärin, die einen 10 000 Quadratmeter großen Garten hat, Mitglied in mehreren Vereinen ist und sich für Familienforschung begeistert.

Obwohl es in Nordenham sowohl bei Bundestags- und Landtags- als auch bei Kommunal- und Europawahlen noch nie zu ernsthaften Engpässen gekommen ist, hofft die Stadtverwaltung auf weitere Ehrenamtler, die bei der Landtagswahl als Wahlhelfer mitwirken möchten. Bei etwa der Hälfte des Helfer handelt es sich um Bedienstete der Stadt Nordenham.

Die Wahlhelfer haben die Aufgabe, am Vor- oder Nachmittag für eine reibungslosen Ablauf im Wahllokal zu sorgen und abends die Stimmzettel auszuzählen. „Das kann schon mal etwas dauern, aber Genauigkeit geht vor Schnelligkeit“, betont Claudia Peplau.

50 Euro Entschädigung

Für die ehrenamtliche Tätigkeit gibt es eine Entschädigung in Höhe von 50 Euro. Wer als Wahlhelfer aktiv sein möchte, muss selber wahlberechtigt sein. Interessenten können sich im Rathaus in Zimmer 32 sowie per Telefon (Telefon   84280) oder E-Mail (ordnungsamt@nordenham.de) melden und genauer informieren.

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