NORDENHAM „Wo ist mein Stern?“ ruft Jan Drechshage und läuft aufgeregt durch das Gemeindehaus von St. Willehad. Der Neunjährige startet an diesem Sonnabend zum ersten Mal als Sternsinger. Ein wallendes blaues Gewand und ein fest sitzender Stoffkranz auf dem Kopf verleihen ihm die Würde eines Königs aus dem Morgenland.

Wie er starten am Sonnabendmorgen 17 weitere Sternsinger, um Spenden für Aids-Waisen in Afrika zu sammeln. Sie formieren sich zu kleinen Chören, um in den Häusern der Familien zu singen, die sie eingeladen haben.

Die Aktion sei „die größte Kinder- und Jugendbewegung der Welt“, sagt Pfarrer Erhard Bögershausen am Morgen in der Aussendungsandacht den Kindern. Mit ihnen bespricht er die biblische Erzählung von den drei Männern, die aus dem Osten kommen, um das Jesuskind zu sehen. „Ihr geht los und bringt die Weihnachtsbotschaft in die Häuser“, lobt er das Engagement der Kinder, die sich auch in ihren Schulferien zur Vorbereitung getroffen hatten. Das Geld komme den Kindern zugute, „die ihre Eltern durch eine schlimme Krankheit verloren haben“. Bögershausen erzählt den Jungen und Mädchen, dass Misereor in Afrika Frauen unterstütze, die zu den Waisen gingen und sich um die hinterbliebenen Kinder kümmerten.

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Nach der Andacht werden noch einmal Togen und Mäntel, Umhänge und Kopfbedeckungen zurechtgerückt, Kronenspitzen aus Pappe gerichtet und die Sterne auf den Stäben begutachtet. „Die Mütter haben wieder mit viel Engagement die Kostüme gebastelt“, freut sich Margaret Knocks, die an den Vorbereitungen mitgewirkt und die Gesänge mit einstudiert hat.

Boten schwärmen aus

Dann schwärmen die Boten aus: „Wir gehen jetzt zum Pfarrer“, sagt Claudia Freese. Sie ist eine von fünf Erwachsenen, die die Sternsinger fahren und bei ihren Auftritten unterstützen. Jan Drechshage und seine Mitstreiter Michelle Süsens, Vivien Matera und Conner Freese zücken ihre Liederzettel und gehen hinüber zum Pfarrhaus.

Da der Dreikönigstag dieses Jahr außerhalb der Schulferien liegt, starten die Sternsinger an einem Sonnabend. Und da es taghell ist und kein Stern sie leiten kann, hilft das Navigationsgerät von Claudia Freese. Von Haus zu Haus ziehen die singenden Botschafter und überbringen den Segensgruß für das Jahr 2012.

Segen an der Haustür

Im Vorfeld der Aktion hatten sich Familien, Ehepaare und Alleinstehende gemeldet, um die Sternsinger zu sich einzuladen. Auch Harald Nordmann und Maria Gottschalk riefen die Sternsinger zu sich auf den Hof der Deichschäferei in Tettenserhörne. Drei Stunden nach ihrem Start am Morgen erreichen Jan, Conner, Michelle und Vivien den Hof am Deich. Maria Gottschalk und Harald Nordmann hören die Botschaft und singen die Sternsinger-Lieder mit, geben gerne ihre Spende und schauen erwartungsvoll zu, als Jan den Aufkleber mit dem Segenszeichen über die Haustür kleben will. Allerdings muss er dazu von Harald Nordmann hochgehoben werden.

Wie die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland schauen auch die vier Kinder aus Nordenham erwartungsvoll in den Stall. Und zu ihrer großen Freude entdecken sie einjährige Schafe, die die unbekannten Besucher mit den bunten Kostümen ebenso neugierig betrachten und beschnuppern. Nach so viel Aufregung gibt es dann eine Stärkung: Maria Gottschalk hat für alle gekocht und tischt den Botschaftern aus dem Morgenland reichlich auf.

Reichlich gegeben haben auch die Besuchten. Die Spendensumme der diesjährigen Sternsingeraktion der Willehad-Gemeinde beläuft sich auf 4265 Euro.

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