Nordenham /Wesermarsch Merle Kauschmann ist fest davon überzeugt, dass sich viele junge Menschen für Politik interessieren. Aber warum engagieren sich nur wenige von ihnen in Parteien? Ein Grund dafür ist nach ihrer Einschätzung die Art und Weise, mit der ältere Politiker den Nachwuchs auf Distanz halten. „Sie stellen uns oft als unwissend und unerfahren da“, sagt die Sprecherin der Grünen Jugend Wesermarsch. Jetzt hat die 22-jährige Nordenhamerin eine parteiübergreifende Initiative gestartet, um jüngeren Politikern mehr Gehör und Anerkennung zu verschaffen. Bei den Jungsozialisten und der Jungen Union rennt sie damit offene Türen ein.

Auslöser waren die Bemerkungen älterer CDU-Politiker während und nach der Dezember-Sitzung des Nordenhamer Stadtrates. Horst Wreden und Dr. Hans Schmid hatten dem SPD-Mann Nils Humboldt (35) zu verstehen gegeben, dass er zu jung und noch nicht lange genug im Rat sei, um sich in der Nordenhamer Krankenhaussituation auszukennen. Darüber hatten sich die Jusos später in einer Pressemitteilung beschwert und die Sprüche der beiden CDU-Ratsherren als „altersdiskriminierend“ kritisiert.

Vorfall im Stadtrat

„Nach dem Vorfall im Stadtrat, bei dem erneut gegen junge Menschen geschossen wurde, habe ich mir gedacht, dass dem ein Ende gesetzt werden muss“, sagt Merle Kauschmann. Die Jugendgruppen aus den verschiedenen Parteien haben ihrer Meinung nach in vielen Bereichen das gleiche Ziel: „Und das ist unsere gemeinsame Zukunft.“ Politik funktioniere schließlich nicht alleine, sondern erfordere Austausch, Diskussionen und ein Miteinander. „Natürlich müssen wir uns in vielen Dingen erst noch Wissen aneignen“, betont Merle Kauschmann, „aber wenn man uns nicht die Chancen gibt, können wir unser Potenzial auch gar nicht erst entfalten.“

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Feuer und Flamme

Die Mitglieder der Grünen Jugend Wesermarsch sind sich einig, dass sie mit anderen Jugendorganisationen in der Politik zusammenarbeiten wollen, um gemeinsam mehr zu erreichen. Vor diesem Hintergrund nahmen Merle Kauschmann und Lilian Bar-telds den Kontakt zu den Jusos und zur Jungen Union auf. Die Zustimmung war groß, so dass kurzfristig eine Videokonferenz abgehalten und dabei die Zusammenarbeit beschlossen wurde. „Alle waren Feuer und Flamme“, berichtet Merle Kauschmann. Erste Ideen für gemeinsame Aktionen gibt es bereits. Ob und wie sie sich umsetzen lassen, gilt es nun zu klären.

„Ich finde es wichtig, dass wir jungen Menschen bei allen Unterschieden unsere gemeinsamen altersbedingten Interessen lautstark in die Politik tragen“, sagt Juso-Mitglied Leon Weiß (21). Ähnlich sieht das Jesse Wiesensee (22) von der Jungen Union: „Die Kommunikation zwischen den Jugendparteien aus der Wesermarsch ist wichtig, um die jüngeren Generationen für Politik zu begeistern.“ Die Zusammenarbeit sei auf jeden Fall zu begrüßen, findet er.

„Trotz unterschiedlicher politischer Richtungen verfolgen alle jungen Politiker nur das Beste für die Wesermarsch“, sagt Lilian Bartelds (22) von der Grünen Jugend. Dem kann Jana Behrmann (26) von den Jusos nur zustimmen. „Unsere Wege sind unterschiedlich“, sagt sie, „doch das Ziel ist klar: eine gute Zukunft, gerade auch für uns junge Menschen.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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