NORDENHAM Die SPD wird sich in der Opposition erholen. Davon ist der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Christian Schöckel, überzeugt.

„Wir werden wieder Profil gewinnen, weil die CDU/CSU/FDP-Regierung ganz kräftig Federn lassen wird“, sagte Schöckel, der noch ganz unter dem Schock der Wahlniederlage seiner Partei stand. „Schwarz/Gelb vertritt nicht die Mehrheit des Volkes, obwohl diese Koalition von der Mehrheit des Volkes gewählt worden ist. Denn die Mehrheit des Volkes sind Arbeitnehmer.“

Wegen der Wirtschaftskrise habe sich der Bund erheblich verschulden müssen. „Und jetzt kommt es darauf an, wie die Defizite verteilt werden – und da fehlt das soziale Regulativ.“ Für die starken Verluste seiner Partei fehle es ihm an einer Erklärung. Vermutlich habe die SPD in der großen Koalition ihre sozialen Positionen nicht genügend durchsetzen können.

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Lächelnd präsentierte sich Horst Wreden, der Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzende der CDU: „Ich bin sehr glücklich, dass wir es zusammen mit der FDP geschafft haben.“ Das Ergebnis der Union auf Bundesebene sei „zufrieden stellend“. Wreden erklärt die Verluste der Union damit, dass die bürgerlichen Wähler ihre Stimmen taktisch eingesetzt haben, damit es auf alle Fälle für Schwarz/Gelb reicht.

Sehr froh zeigte sich Wreden darüber, dass die Union auch in Nordenham zugelegt hat. Das sei eine gute Basis für die Kommunalwahlen 2011. Er hoffe auch in Nordenham auf eine stärkere Zusammenarbeit mit der FDP.

In Bezug auf das Kernkraftwerk zeigte sich Wreden optimistisch, dass der Atom-Konsens aufgekündigt wird und das Kraftwerk „10 bis 15 Jahre länger laufen kann.“

Diesen Optimismus wollte der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Manfred Wolf so nicht teilen. Zwar gebe es jetzt eine Bundestags-Mehrheit gegen einen Atomausstieg, aber wohl keine Mehrheit in der Bevölkerung.

Generell stünden in Berlin jetzt sehr schwere Koalitionsverhandlungen bevor. Neben der Atompolitik sei ihm eine Senkung der Steuern wichtig. Es sei die Frage, ob die Union dazu bereit sei. Mit den Zweitstimmen könne die FDP zufrieden sein.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter freute sich sowohl über „unser bestes Abschneiden auf Bundesebene, wenn es auch nicht ganz so schön ist wie bei FDP und Linken“ und den deutlichen Zuwachs. Sie dankte dem Kandidaten Werner Köhler für seinen Einsatz. Jetzt müssten die Grünen mehr Mitglieder werben, um auch neue Mandatsträger aufbieten zu können. Mit großem Bedauern nahm sie zur Kenntnis, dass Holger Ortel den Wahlkreis nicht gewonnen hat.

Mit Unverständnis reagierte Ina Korter auf die großen Plakataktionen der Linken und warf die Frage auf, woher diese Partei das Geld dafür habe.

Francis Hope vom Nordenhamer Ortsvorstand der Linken war ganz euphorisiert von dem Ergebnis seiner Partei. „Was soll ich dazu sagen?“ fragte er. „Ich bin begeistert – und ich bin nicht begeistert.“

Begeistert sei er von der Resonanz, die seine Partei finde, nicht begeistert vom schwarz-gelben Sieg. Als großes Potenzial für seine Partei macht er ehemalige SPD-Wähler aus, die mit der Sozialpolitik ihrer Partei nicht mehr einverstanden sind. Das habe er an den Wahlkampf-Ständen immer wieder gehört.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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