Tossens Eine zufällige Begegnung und ihre Folgen: 2013 machte die heutige Landtagsabgeordnete Karin Logemann (SPD) Wahlkampf auf dem Wochenmarkt in Nordenham. Bettina Nordholz schaute am Stand der Bernerin vorbei. Die beiden Frauen kamen ins Gespräch, waren sich direkt sympathisch, verabredeten sich zum frühstücken. Gut drei Jahre später zieht Bettina Nordholz in den Butjadinger Gemeinderat ein. Karin Logemann, so berichtet die 49-Jährige, sei es gewesen, die sie zur Kandidatur bewogen habe.

„Ich gehöre in die SPD“

Bettina Nordholz wuchs in Roddens auf – und in einem sozialdemokratischen Haushalt. „Ich gehöre einfach in die SPD“, sagt sie heute. Dass sie der Partei dennoch erst 2014 beitrat, liegt nicht nur daran, dass sie eben vorher noch nicht auf Karin Logemann getroffen war. Es hatte sicherlich aber auch damit zu tun, dass Bettina Nordholz durch die Folgen eines Eiweißmangels gesundheitlich über Jahre hinweg schwer angeschlagen war. Sie kämpfte sich ins Leben zurück, ist seit 2014 wieder als selbstständige Buchführungshelferin auf Honorarbasis für Steuerberater tätig. Und nun will sie auch in der Butjadinger Politik Akzente setzen.

Es habe sie immer geärgert, dass die Mitglieder des Rates sich nicht ausreichend mit den Themen, über die sie zu entscheiden haben, auseinandergesetzt hätten, kritisiert Bettina Nordholz. „Wer mitreden will“, sagt die 49-Jährige, „der muss sich auch in die Materie einarbeiten“. Und genau das werde sie tun.

Als Beispiel nennt Bettina Nordholz die Diskussion über Windenergie. Aussagen etwa, dass sich im Vorfeld nicht kalkulieren lasse, wie viel Gewerbesteuereinnahmen Windparks der Gemeinde bescheren, seien schlichtweg falsch. In den ersten acht bis zehn Jahren sehe die Gemeinde überhaupt kein Geld, sagt die SPD-Ratsfrau. Und das lasse sich mit entsprechender Recherche auch dann herausfinden, wenn man nicht gerade Fachfrau oder -mann ist.

Generell sieht die Tossenserin die Windenergie auch vor diesem finanziellen Hintergrund skeptisch. Einem zusätzlichen Windpark in Niens würde sie allenfalls zustimmen, um von der Gemeinde Schaden abzuwenden – der entstehen könnte, wenn die Investoren ihre Androhung einer Klage wahr machen.

Bettina Nordholz arbeitet im Gemeinderat im Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Bauwesen und Landwirtschaft mit, sitzt außerdem im Aufsichtsrat der Butjadingen Kur und Touristik (BKT). Damit hat die 49-Jährige, deren Mann in Tossens einen Fahrradverleih betreibt, genau die Posten ergattert, die sie sich auch gewünscht hatte.

Finanzen konsolidieren

Die Konsolidierung der Gemeindefinanzen steht für Bettina Nordholz weit oben auf der Liste aller Dinge, die in der neuen Wahlperiode zu bewerkstelligen seien. Für die dringend erforderliche Sanierung der Wirtschaftswege gelte es Fördermittel zu generieren, glaubt sie.

Beim Tourismus sollte Butjadingen vor allem das hegen und pflegen, was vorhanden ist, und dabei auf mehr Sauberkeit Wert legen; zum Beispiel mangele es überall an Hundetoiletten. Ansonsten sollte die Gemeinde auf hochwertige Angebote und Qualität setzen statt auf Billig-Tourismus, so Bettina Nordholz.

Mit ihrer Fraktion stimmt die Tossenserin darin überein, dass FDP-Ratsherr Jochen Kiebitz nicht nur Aufsichtsratsvorsitzer der BKT, sondern auch von Tourismus-Service Butjadingen (TSB) werden sollte; die Vergabe dieses Postens wird am 23. November erfolgen. Besser noch würde es die Sozialdemokratin indes finden, wenn die drei Kurgesellschaften wieder zu einer vereint würden.

Mit 281 Stimmen ist Bettina Nordholz der Sprung in den Rat gelungen. Und mit einem so respektablen Ergebnis, sagt sie selbstbewusst, habe sie auch gerechnet.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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