RODENKIRCHEN Die Erleichterung war zu spüren während der Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses, als Bürgermeister Boris Schierhold die gute Nachricht am Donnerstagabend verkündete: Das Ministerium habe entschieden, dass die Gemeindeverwaltung an dem System der Doppik-Einführung festhalten könne. „Man hat in Hannover anerkannt, dass die Gemeinde Willens ist, das umzusetzen und Doppik-Light auf den Weg zu bringen. Alles, was keine Priorität hat, wird hinten angestellt.“

Nach den Worten des Bürgermeisters ist die Gemeinde nun in der Spur. Technisch sei alles eingerichtet, der Testlauf habe geklappt, der Fokus würde auf den doppischen Haushalt gerichtet. Doppik werde im ersten Quartal 2012 mit Unterstützung der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) aufgebaut. Das sei die Zielsetzung. Die Mitarbeiter würden sich der Herausforderung annehmen. Am 6. Januar 2012 gebe es die erste doppische Buchung. Ab dem 29. Dezember könnte bereits geübt werden, weil das System dann eingerichtet sei, sagte er.

„Das ganze klingt sonderbar“, kommentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch die Äußerungen des Bürgermeisters. Wenn man jetzt hören würde, dass das ganze innerhalb von fünf Monaten einzuführen sei, müsste man sich fragen, was in den letzten Jahren passiert ist und warum das bisher nicht gelaufen sei. „Das wollen wir seitens der CDU/Grünen-Gruppe beantwortet haben“, sagte er. Vor Jahren sei beschlossen worden, 19 600 Euro für den Geleitzug, die Schulung der Mitarbeiter durch die KDO, bereit zu stellen. „Was ist da gelaufen?“, fragte Günter Busch. Die Gründe für die verspätete Doppik-Einführung müssten genannt werden.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Maß an Überstunden

Erika Weubel (SPD) fragte, ob das Maß an Überstunden für die Mitarbeiter erträglich sei. Wo Klippen und Hürden auftauchen sollten, müsste nachjustiert werden. Annette Klitscher (SPD) beklagte, dass über den Kämmerer hergezogen würde. Es sei doch offensichtlich, dass alle überlastet seien.

In einer Schockphase

Elke Kuik-Janssen (Bündnis 90/Die Grünen) befand sich nach dem Termin im Innenministerium Anfang November in einer Schockphase, als die Probleme der Doppik-Einführung bekannt wurden. Sie habe mittlerweile erfahren, dass andere Kommunen die Einführung auch nicht rechtzeitig zum 1. Januar 2012 schaffen würden, sagte sie. Nach ihren Worten müssen nun die Ursachen in Stadland aufgearbeitet und Strukturen verändert werden. Die Kuh sei zwar noch nicht vom Eis, doch es sei gut, dass es klappen würde.

Dass in den fünf Monaten gerade einmal die Seniorenfahrten gerettet worden seien, betonte Gerd Coldewey (Die Linke). Vollständig sei der Haushalt dadurch noch lange nicht. „Wir müssen prüfen, wo die Fehler bei der Einführung lagen“, sagte Torben Haats (SPD). Zunächst müsste aber Doppik ans Laufen gebracht werden. Und Hans Schwedt (Wählergemeinschaft Pro Stadland) warnte davor, die Verwaltungsmitarbeiter nun übermäßig zu belasten. „Wir sind im März mit Kommunen auf Augenhöhe, die auch nicht viel weiter sind“, so Claas Vollers von der CDU-Fraktion.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.