NORDENHAM Wählen gehen? Oder doch lieber zu Hause bleiben? Fünf Tage vor der Bundestagswahl am nächsten Sonntag gibt es darüber bei den Erst- und Jungwählern in Nordenham keine Einigkeit. Das ergab eine Umfrage der NWZ unter neun Schülern, Auszubildenden und Studenten.

Anne Ahlers möchte auf jeden Fall ihren Stimmzettel abgeben. „Wenn jeder denken würde, dass seine Stimme nicht zählte, hätte das Volk in Deutschland viel weniger Macht", findet die 18-Jährige. Die Politik betreffe schließlich auch das Schulleben: „Wir diskutieren in den Pausen schon über die Themen, um die es in den Wahlprogrammen geht", erzählt die Gymnasiastin.

Ganz anderer Meinung ist da ihr Jahrgangskollege Maximilian Knorreck: „Politik ist außerhalb des Unterrichts kein Thema." Gerade deshalb freut er sich, dass sein Politik-und-Wirtschaft-Lehrer eine Extrastunde zum Thema Bundestagswahl eingelegt hat. Geeignet zur politischen Meinungsbildung sei außerdem der Wahl-O-Mat, der aber noch verbesserungswürdig ist, wie der 18-Jährige sagt. Das Ergebnis der Wahl ist für Knorreck bereits abzusehen: „Auf jeden Fall wird Angela Merkel an der Macht bleiben. CDU und FDP werden die Regierung bilden, obwohl es einen Linksruck geben wird."

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Gerade dieses Aufkommen der Linken müsse verhindert werden, denkt Kathrin Kandzia (ebenfalls 18). Sie hat als Schülersprecherin des Gymnasiums und Beisitzerin im Kreisvorstand der Jungen Union bereits politische Erfahrungen gesammelt und hofft gerade bei den Erstwählern auf eine hohe Wahlbeteiligung: „Mit meiner Stimme trage ich etwas dazu bei, dass meine Meinung berücksichtigt wird und Leute wie die Linken nicht an die Macht kommen", sagt die Zwölftklässlerin. Über die Wahlprogramme informiert sie sich bei CDU-Veranstaltungen und wie Ahlers und Knorreck in erster Linie im Internet.

Im Gegensatz zu den drei Gymnasiasten hat Konstantin Poustourlis den Vorteil, schon einmal eine Bundestagswahl mitgemacht zu haben – nämlich 2005. Der 22-jährige Fachoberschüler sagt: „Natürlich gehe ich. Schließlich will ich meinen Beitrag zur Wahl abgeben. Dann darf ich mich nachher auch beschweren, falls mir die Politik der Regierung nicht gefällt." Am Ende der Wahl sieht er den Sozialdemokraten Frank-Walter Steinmeier als Bundeskanzler: „Nach Merkel brauchen wir wieder etwas Neues."

Ob Merkel oder Steinmeier, das ist Björn Schmidt egal. Er macht gerade sein Fachabitur im Bereich Wirtschaft und ist mit den Wahlprogrammen der Parteien unzufrieden. „Die Ansätze der Linken sind als einzige okay", findet der Elsflether. Dennoch wird der 23-Jährige definitiv nicht zur Wahl gehen: „Das bringt in meinen Augen nichts."

Unentschlossen, ob sie zur Wahl gehen sollen oder nicht, sind derweil Jessica Schröder und Katharina Padeken (beide 20). Wie ihre Freundin Kerstin Hauerken, die mit ihren 17 Jahren noch nicht wahlberechtigt ist, kritisieren die beiden Auszubildenden das geringe Gewicht ihrer Stimmen: „Ob ich wähle oder nicht, bleibt sich gleich", sagt Jessica Schröder. Das Interesse an der Wahl müsse unter jungen Menschen noch zunehmen, Informationen gesammelt werden. Kerstin Hauerken weist ihnen den Weg, wie es gehen könnte: „Ich spreche erst mit meinen Eltern und Freunden darüber, dann schaue ich ins Internet, in die Zeitung und Fernsehberichte an."

Julian Röben (21) setzt bei der Information vor allem auf das Internet und Nachrichtensendungen. Der Nordenhamer, der in Münster Wirtschaftsinformatik studiert, will wählen. Als Wahlsieger sieht er die CDU mit einer knappen Mehrheit vorne. „Merkel wird das Rennen machen. Wenn es schlecht läuft, bleibt alles bei einer Großen Koalition, im Idealfall bekommen wir eine schwarz-gelbe Regierung." Bericht unten

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.