Frage: Herr Ortsbürgermeister Thormählen, haben Sie ein schönes Weihnachtsfest gehabt?

Tobias Thormählen: Ja, danke der Nachfrage. Es begann am Heiligabend mit einem Besuch zu einem 95. Geburtstag. Nachmittags waren wir beim Krippenspiel in der Abbehauser Kirche. Abends wurde ganz traditionell und gemütlich mit der Familie Bockwurst und Kartoffelsalat gegessen. Die beiden anderen Feiertage sind recht ruhig verlaufen.

Frage: Den Geburtstagsbesuch haben Sie in offizieller Mission als Ortsbürgermeister abgestattet?

Tobias Thormählen: Ja, das gehört zu meinen Aufgaben. Ich mache das gerne. Es ist schon sehr beeindruckend und interessant, mit Leuten zu sprechen, die 60 oder 70 Jahre mehr Lebenserfahrung haben als man selbst.

Frage: Was machen Sie sonst so als Ortsbürgermeister?

Tobias Thormählen: In den letzten Wochen war ich auf vielen Weihnachtsfeiern von Vereinen. Im Januar geht es los mit den Jahreshauptversammlungen. Der Kontakt zu den Vereinen im Ort ist mir sehr wichtig. Selbstverständlich gehören auch die Ratsarbeit und politische Aufgaben dazu.

Frage: Die beiden ersten Ortsratssitzungen mit Ihnen als Vorsitzender haben Sie hinter sich. Wie ist es gelaufen?

Tobias Thormählen: Ganz gut. Es ist natürlich ein anderer Blickwinkel, wenn man nicht mehr in der Reihe in der Fraktion sitzt, sondern ganz vorne. Sicherlich muss ich meine neuen Aufgaben erst einmal lernen. Bisher habe ich es noch keine Minute bereut.

Abbehauser mit Herz und Seele: der neue Ortsbürgermeister Tobias Thormählen BILD: Norbert Hartfil

Handwerk und HSV sind seine Leidenschaften

Tobias Thormählen ist im November zum Ortsbürgermeister der Altgemeinde Abbehausen gewählt worden. In diesem Amt hat er Karl-Heinz Wedemeyer (74) abgelöst. Mit 25 Jahren ist Tobias Thormählen auch das jüngste Mitglied des Ortsrates. 2011 ist er in die Junge Union und in die CDU eingetreten.

In Abbehauserwisch ist Tobias Thormählen auf dem Bauernhof seiner Eltern aufgewachsen. Er besuchte den Kindergarten und die Grundschule in Abbehausen, danach die Orientierungsstufe Süd und die Realschule I in Nordenham. Bei der Firma Sommer in Nordenham absolvierte Tobias Thormählen eine Ausbildung zum Tischler und ist dort jetzt als Geselle tätig.

Als Fußball-Fan ist Tobias Thormählen ein treuer Anhänger des Hamburger SV. Er ist nahezu bei jedem Heimspiel des HSV im Stadion und Mitglied des Fanclubs Sudden Death. Als Kind spielte Tobias Thormählen auch selbst Fußball im TSV Abbehausen.

In seiner Freizeit beschäftigt sich Tobias Thormählen viel mit seinen beiden Oldtimer-Treckern. Zudem besitzt er zwei Schafe. Er wohnt in Abbehauserwisch und ist ledig.

Frage: Wie sind Sie in die Politik gekommen?

Tobias Thormählen: Angefangen hat es 2011 mit meinem Eintritt in die Junge Union. Einige Monate später hat man mich gefragt, ob ich für den Ortsrat kandidieren will. Da war ich zunächst platt. Aber es hat auch gleich geklappt.

Frage: Warum haben Sie sich für die CDU entschieden?

Tobias Thormählen: In der ländlichen Region ist die CDU stark verbreitet. Dieses Umfeld und die Familie haben mich geprägt. Das ist auch in Ordnung so.

Frage: Als 20-Jähriger sind Sie in den Ortsrat gekommen und mit 25 zum Ortsbürgermeister gewählt geworden. Viel jünger geht’s nicht...

Tobias Thormählen: Grundsätzlich war das in meiner Lebensplanung nicht so vorgesehen. Ein bisschen bin ich da reingerutscht. Vor der Kommunalwahl hatten wir keinen Kandidaten für das Ortsbürgermeisteramt, danach auch nicht. Zuerst habe ich ebenfalls abgewunken, gerade weil ich erst 25 bin. Aber dann hat Karl-Heinz Wedemeyer mich vorgeschlagen und mir gesagt, dass er mir das zutraut. Darüber habe ich ein paar Nächte geschlafen und dann zugesagt.

Frage: Wie fällt Ihre Zwischenbilanz nach den ersten Wochen aus?

Tobias Thormählen: Sehr gut. Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Ich bin froh, dass ich nicht in der Sommerpause, sondern jetzt im Winter meine Einarbeitungsphase hatte. Da gab es viel zu tun und zu lernen. So wurde die ganze Sache einfacher für mich.

Frage: Welche Themen sind in den nächsten für Abbehausen und Ellwürden vorrangig?

Tobias Thormählen: Hauptthema ist die Situation der Feuerwehr. Im Gerätehaus fehlen Damentoiletten, Duschen und getrennte Umkleideräume. Deswegen muss ein Neubau her. Wichtig ist auch die Sicherung der Grundschule und des Kindergartens. Es ziehen ja immer mehr junge Leute nach Abbehausen und Ellwürden.

Frage: Die Stadt Nordenham hat bekanntlich kein Geld. Wie soll sie sich da ein neues Abbehauser Feuerwehrhaus leisten können?

Tobias Thormählen: Wir haben eine Lösung in Sicht. Einzelheiten möchte ich aber noch nicht nennen.

Frage: Was soll Ihrer Meinung nach mit dem ungenutzten Altbau der Grundschule geschehen?

Tobias Thormählen: Eigentlich wäre dort der ideale Standort für ein neues Feuerwehrhaus. Aber nach Aussage der Stadt wird das Gebäude noch einige Jahre stehen bleiben müssen, bevor es abgerissen werden kann.

Frage: Wäre es nicht schöner, das alte Schulhaus mit seiner historischen Bedeutung zu erhalten?

Tobias Thormählen: Grundsätzlich schon, aber der Sanierungsaufwand ist zu hoch

Frage: Im Vergleich zu anderen Nordenhamer Stadtteilen steht das Doppeldorf Abbehausen/Ellwürden gut da. Woran liegt das?

Tobias Thormählen: Wir haben eine sehr gute Infrastruktur. Dass das so ist, ist auch ein Verdienst des Ortsrates.

Frage: Es gibt ja Nordenhamer Politiker, die den Ortsrat für überflüssig halten...

Tobias Thormählen: Das sehe ich definitiv nicht so. Der Ortsrat hält das Dorf am Leben.

Frage: Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Faktionen im Ortsrat?

Tobias Thormählen: Bei meiner Wahl zum Ortsbürgermeister habe ich 13 von 14 möglichen Stimmen bekommen. Das zeigt, dass die Zusammenarbeit harmonisch ist. Wir wollen alle nur das Beste für Abbehausen und Ellwürden.

Frage: Haben Sie Ambitionen auf einen Sitz im Nordenhamer Stadtrat?

Tobias Thormählen: Auf jeden Fall. Diesmal habe ich es leider nicht geschafft. Mal sehen, wie es in fünf Jahren wird.

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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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