Elsfleth Die „Gorch Fock“ kommt wieder in Fahrt. Denn der Zahlungsstopp für die Sanierung der Dreimastbark soll aufgehoben werden. Das jedenfalls sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach einem Gespräch mit dem neuen Vorstand der Elsflether Werft am Donnerstag in Berlin. Sie geht jedenfalls davon aus, dass ab nächsten Montag die Arbeiten an dem Segelschulschiff der Deutschen Marine, das zurzeit in der Bremerhavener Bredo-Werft liegt, wieder aufgenommen werden.

Der neue Vorstand und der neue Aufsichtsrat der Elsflether Werft haben nach den Worten des CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler Überragendes geleistet. Sie hätten das Vertrauen des Verteidigungsministeriums und der Marineführung in die Elsflether Werft wieder hergestellt. Die Arbeiten an der „Gorch Fock“ könnten nun wieder aufgenommen werden. „Darauf haben wir hingearbeitet“, sagte der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur auf Anfrage der NWZ am Donnerstag. „Die Mitarbeiter der Werft haben einen guten Job gemacht“, sagte Björn Thümler. Sie leisteten handwerklich gute Arbeit. Ziel sei es, die „Gorch Fock“ so schnell wie möglich wieder schwimmfähig zu machen und zu verholen. Es bestehe die Chance, die „Gorch Fock“ in Elsfleth zu Ende zu bauen.

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Bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut

Die Kosten für die Sanierung der „Gorch Fock“ schnellten in die Höhe. Ursprünglich waren 10 Millionen Euro vorgesehen, mittlerweile liegt der Kostenansatz bei etwa 135 Millionen Euro. Bis zum 2. Januar 2019 wurden laut Bundesregierung bereits rund 69 Millionen Euro ausgegeben.

Die „Gorch Fock“ wurde am 24. Februar 1958 auf Kiel gelegt. Wie die erste „Gorch Fock“ der Reichsmarine, so wurde der Dreimaster bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut. Der Stapellauf erfolgte am 23. August 1958. Am 17. Dezember 1958 wurde das Segelschulschiff in Dienst gestellt.

Seit Januar 2016 liegt die Bark im Schwimmdock der Bredo-Werft in Bremerhaven.

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann zeigte sich sehr erfreut über diese Nachricht. Sie hatte vor kurzem die Elsflether Werft besucht und mit dem neuen Vorstand gesprochen (die NWZ berichtete). „Das ist der richtige Schritt für die Elsflether Werft, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für unsere Region“, sagte sie. Formal müssten die Insolvenzverwalter der Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps noch zustimmen. „Ich bin froh, dass die Kollegen der SPD im Bundestag den Druck hoch gehalten und dabei geholfen haben, diese Entscheidung zu erwirken. Für mich steht fest: Das Schiff muss zu Ende gebaut werden.“

Die Nachricht sorgte auch bei Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs für „Erleichterung“. „Ich freue mich sehr darüber. Das ist eine gute Nachricht für die Werft und ihre Mitarbeiter sowie für die Stadt Elsfleth“, sagte sie am Donnerstag auf Anfrage der NWZ. Wie es aussehe, würde das Bundesverteidigungsministerium dem neuen Vorstand der Werft Vertrauen schenken. Es bestehe nun sicherlich auch die Chance, die „Gorch Fock“ nicht nur wieder schwimmfähig zu machen, sondern die Sanierung durch die Elsflether Werft auch abschließen zu können.

Nach Horst Kortlangs Worten gibt es nach Wochen der Unsicherheit jetzt endlich wieder eine Perspektive für die Elsflether Werft und ihre Mitarbeiter. Die Fehler seien in den oberen Etagen gemacht worden, sagte der FDP-Landtagsabgeordnete auf Anfrage der NWZ. Darunter dürften die Beschäftigten nicht leiden, die hervorragende Arbeit leisteten. Als haarsträubend bezeichnete der Moorriemer den sich weiter ausufernden Skandal mit immer neuen Vorwürfen gegen den ehemaligen Vorstand der Werft. Dass der frühere Vorstand mit Geld aus der Sanierung der „Gorch Fock“ ein Filmprojekt finanziert haben soll, sei unbegreiflich, sagte er bezüglich des kürzlich erschienen Berichts. ->

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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