Einswarden Diese Unterschriftenliste sei sehr eindrucksvoll, sagt der Einswarder Apotheker Dennis Jahn. Sie zeige, wie hoch das Unfallrisiko eingeschätzt wird.

In den vergangenen vier bis fünf Wochen haben nicht weniger als 1 536 Kunden der Apotheke und Patienten der Mediziner, die ihre Praxis im Einswarder Ärztehaus haben, die Forderung an den Landkreis nach einer Bedarfsampel unterschrieben. Die Apotheke befindet sich an der einen, das Ärztehaus an der gegenüber liegenden Seite der Langen Straße in Einswarden, die eine Kreisstraße ist.

Auch Allgemeinmediziner Dr. János Szabó unterstützt die Initiative zur Gefahrenabwehr. Denn viele Patienten seien so krank, dass sie „nicht so schnell wie ein Hase“ (so der Arzt humorvoll) die Kreisstraße überqueren könnten. Auch viele kleine Kinder seien betroffen. Deshalb müsse Vorsorge vor Unfällen getroffen werden.

„Die Situation ohne Zebrastreifen und Ampel ist tatsächlich sehr gefährlich“, bestätigt Alber Mumme als Vorsitzender des Nordenhamer Senioren- und Behindertenrates und Mitglied des Kreisbehindertenbeirates.

Mitinitiator der Unterschriftenaktion ist der Blexer Kreistagsabgeordnete Rainer Ziegler (SPD). Er hat sich bei einem Abteilungsleiter des Straßenbauamtes einer Großstadt, der Ortskenntnisse von Nordenham hat, kundig gemacht. Danach könnte zur Problemlösung in Einswarden in Frage kommen:

 ein Zebrastreifen zwischen Apotheke und Ärztehaus, der allerdings wegen der vierspurigen Straße eine Verkehrsinsel verlangt;

 eine Bedarfsampel, die allerdings bei kurz aufeinander folgenden Rotphasen zu Stockungen führen kann;

  eine gekoppelte Bedarfsampel, die mit der Bedarfsampel an der Bushaltestelle „Schulzentrum Nord“ in Einswarden verbunden werden könnte; die Kosten hierfür werden auf höchstens 20 000 Euro geschätzt.

Rainer Ziegler, Albert Mumme, Dennis Jahn und Dr. János Szabó halten eine gekoppelte Bedarfsampel für die beste Lösung.

Sie führen diese weiteren Argumente für eine entsprechende Forderung an Kreistag und Kreisverwaltung an:

Autos passieren die Lange Straße in Höhe Ärztehaus und Apotheke in der Regel mit der maximal erlaubten Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Alldings: Bis 130 Meter davor aus Richtung Nordenham sind 60 Stundenkilometer zulässig. Diese Begrenzung wird von Autofahrern oft überschritten.

Häufig haben Fußgänger ehebliche Schwierigkeiten, die Straße zu queren. Es ist mehrfach zu ernsten Problemen, ja sogar zu Beinahe-Unfällen gekommen.

Gefährlich wird die Situation zudem, wenn parkende Lastwagen, deren Fahrer den anliegenden Netto-Markt besuchen wollen, die Übersichtlichkeit beeinträchtigen.

Schon jetzt ist das Verkehrsaufkommen hoch. Nach Fertigstellung der neuen Brücke über das Blexer Sieltief dürfte es weiter zunehmen. Hinzu kommt, dass gemäß Verkehrslenkungssystem der Stadt Lastwagen über diese Kreisstraße Richtung Blexen zur Bundesstraße 212 geleitet werden sollen.

Apotheker Dennis Jahn hat im vergangenen Jahr bereits bei der Stadt eine Regelung beantragt. Sie sei abgelehnt worden mit der Begründung, dass das Verkehrsaufkommen nicht hoch genug sei. Die Initiative pro Bedarfsampel hält diese Begründung für überholt und wendet sich nun direkt an den Landkreis – mit Unterschriften von 1536 Patienten und Kunden der Apotheke.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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