Nordenham In Deutschland wird er jedes Jahr am 8. März begangen und soll auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam machen, die Frauen betreffen. Denn obwohl in Deutschland Gleichberechtigung herrscht, gibt es nach wie vor einige Situationen, in denen es das weibliche Geschlecht schwerer hat als der männliche Gegenpart. Der Tag dient aber auch als Mahnmal, etwa beim Blick auf andere Länder, in denen Frauen nach wie vor um das Recht auf Bildung kämpfen oder wo Kinderehen und Genitalverstümmelungen bei Mädchen und Frauen an der Tagesordnung sind.

Vielerorts wird daher Jahr für Jahr ein Programm rund um den Internationalen Frauentag organisiert – so auch in Nordenham. Die NWZ  hat sich umgehört, und wollte wissen, welche Bedeutung der Frauentag für die Menschen hat.

Hintergründe zum Internationalen Frauentag

Seinen Ursprung hat der Internationale Frauentag in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als Frauen verstärkt um Gleichberechtigung und das Wahlrecht gekämpft haben. Am 19. März 1911 fand der erste Frauentag unter anderem in Deutschland statt. Wegen seines sozialistischen Ursprungs wurde er von 1933 bis 1945 nicht begangen. Während der Frauentag in der Bundesrepublik erst in den 60er Jahren wieder ins Bewusstsein rückte, wurde er in der DDR bereits am 8. März 1946 wieder eingeführt. Im Jahr 1977 hat die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag anerkannt.

Im Vordergrund stehen Missstände, etwa Kinderheirat oder Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen und weniger Bräuche – etwa das Schenken von Dingen – wie an anderen Feiertagen oft üblich. An vielen Orten wird auch für Frauenrechte demonstriert, außerdem gibt es Vorträge.

Respekt und Achtung

„Ich habe nichts gegen einen Tag, der auf die Missstände von Frauen aufmerksam macht. Im Gegenteil. Es gibt schließlich auch für alle möglichen anderen Dinge einen Feiertag“, sagt Helmut Ottens. Der 8. März wird für den Nordenhamer allerdings ein Sonntag wie jeder andere: „Ich finde gegenseitigen Respekt das ganze Jahr über wichtig. Ein spezieller Tag kann den Menschen aber gewisse Umstände wieder ins Gedächtnis rufen. Wir haben hier schon Gleichberechtigung, auch, wenn es an einigen Stellen noch Nachholbedarf gibt. Wenn man da in manch andere Länder schaut, ist das ein Privileg “, sagt der 80-Jährige.

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Als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnet hingegen Wiemke Reiners den Frauentag. Für die 18-jährige Nordenhamerin ist es wichtiger „das ganze Jahr über respektvoll miteinander umzugehen und sich Gedanken über die Gleichberechtigung zu machen“.

„Ein Tag alleine bringt da nicht viel, wenn dann muss man das ganze Jahr über etwas tun“, sagt Luisa Berg­städt (18) aus Nordenham.

„Der Frauentag ist gut und wichtig“, sagt Gerd Grunewald aus Seefeld. „Das Thema ist immer noch aktuell, siehe den Beschluss der Frauenquote im Bundestag. Ein solcher Tag kann helfen, auf Probleme aufmerksam zu machen.“

Eine Meinung, die auch Margitta Oonk aus Ellwürden vertritt. „Es ist wichtig, dass Frauen einen Tag für sich haben, den sie auch in Ruhe genießen können. Außerdem erregt das Ganze Aufmerksamkeit“, sagt sie.

„Wir Männer hätten ohne Frauen ein ganz großes Problem, also warum soll es keinen Tag für sie geben? Ich finde das wichtig. Anerkennung und Respekt sind das Wichtigste“, sagt Hans Dieter Pannenbecker aus Tossens.

Vortrag und Kabarett

„Es ist bedeutend, dass es einen speziellen Tag im Jahr für Frauen gibt“, sagt Isabelle Baumgardt aus Phiesewarden. „Mir ist das völlig egal“, sagt Birthe Penshorn aus Burhave.

Zum Internationalen Frauentag findet in der Jahnhalle ein spezielles Programm statt. Organisiert wurde es von der Gleichstellungsbeauftragten Karin Windheim-Czichon. Beginn ist an diesem Sonntag, 8. März, 10 Uhr, mit der Begrüßungsrede des Bürgermeisters Hans Francksen (SPD). Nach einem gemeinsamen Frühstück betritt um 11 Uhr die Kabarettgruppe „MaDamm“ die Bühne. Der Auftritt soll etwa eine Stunde dauern.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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