RODENKIRCHEN Eine Verkürzung der Hasen-Jagdzeit sei nicht vorgesehen. Auch in Schutzzonen müsse gejagt werden können.

von jochen Eilers RODENKIRCHEN - Die Forderung der Grünen und der Tierschützer nach einer Selbstregulierung der Wildtiere könne niemals greifen, denn es gebe einfach keine Naturlandschaften mehr, in denen sich die Anzahl des Wildes selber in der Waage hält. In der heutigen Kulturlandschaft müsse der Mensch regulierend eingreifen, denn ohne die Jäger würden einige Tierarten andere ausrotten, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU). Der Nichtjäger war Gast der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Wesermarsch am Montagabend in der Rodenkircher Markthalle.

Langsam würden sich die Tierschutzverbände bewegen. „Sie orientieren sich auch an der Realität und nicht mehr nur an ihren Ideologien", lobte der Minister. Gerade das Wiesenvogelprojekt in der Stollhammer Wisch hätte wissenschaftlich bewiesen, dass für die vielen bodenbrütenden Vogelarten die Gefahr von Fuchs und Rabenkrähe lebensbedrohlich ist. Dem müsse Rechnung getragen werden und den Jägern solle eine intensivere Bejagung der sogenannten Prädatoren ermöglicht werden – auch in Schutzzonen. Natürlich müsse der Schutzzweck dieser Gebiete eingehalten werden, „doch in einer Schutzzone für Zugvögel darf doch wohl gejagt werden, wenn die Zugvögel weg sind".

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Hans-Heinrich Ehlen räumte mit einem angeblichen Gerücht auf, die Landesregierung wolle die Jagdzeit für den Hasen – immerhin die Hauptwildart in der Wesermarsch – um zwei Wochen verkürzen. Dies habe die Landesregierung nie beabsichtigt, denn dem Hasen könne ohnehin nur in sechs bis sieben Wochen nachgestellt werden. Eine Verkürzung sei deshalb ganz ausgeschlossen.

Der Landwirtschaftsminister zog eine Bilanz der ersten Reformbemühungen der Landesregierung beim Jagdgesetz. So wurden viele Vorschriften im Sinne einer erleichterten Jagdausübung geändert. Durch den Wegfall der Bezirksregierungen als Oberste Jagdbehörden würden die Kompetenzen nun bei den Landkreisen liegen – auch die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen für den Abschuss von Blässgänsen und Tauben zu erteilen, die in der Wesermarsch große Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen.

Eine deutliche Absage erteilte Hans-Heinrich Ehlen einem Eckpunktepapier, dass die Streichung von vielen Wildtierarten aus dem Jagdrecht vorschlägt. Damit würden diese Wildarten vom jagdbaren Wild zum Bestandteil des Umweltrechts. „In Mitteleuropa haben die Jäger noch nie eine Tierart ausgerottet. Sie haben das Wissen und die Verantwortung, bedrohte Arten zu erhalten", wetterte Hans-Heinrich Ehlen gegen andere Pläne aus Berlin.

eilert Baars erhält höchste Auszeichnung der Landesjägerschaft Niedersachsen

Die Verdienstnadel in Gold, die höchste Auszeichnung der Landesjägerschaft Niedersachsen, erhielt während der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft deren ausgeschiedener Vorsitzender Eilert Baars. LJN-Vizepräsident Christoph Böckmann würdigte Eilert Baars’ Einsatz für der Jägerschaft als Leiter des Hegerings Butenland (1974 bis 2004), als stellvertretender Kreisvorsitzender (1988 bis 1997) und als Vorsitzender der Kreisjägerschaft (1997 bis 2004). Neben der Jagd mit seinem Hund im eigenen Revier seit 1964 gehört auch das Jagdhornblasen zu Baars´ Leidenschaften.

Zum neuen Vorsitzenden der Kreisjägerschaft wurde Bernhard Martens (Hegering Stedingen) gewählt. Er hatte dieses Amt nach dem Rückzug von Eilert Baars bereits kommissarisch wahrgenommen. Von der Jahreshauptversammlung ebenfalls einstimmig gewählt wurden die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Ina von Runnen (Hegering Moorriem) und Uwe Diekmann (Hegering Butenland).

Geehrt wurde von der Kreisjägerschaft Gustav Büsing. Der hatte sich unermüdlich bei den Planungen für die Schießanlage der Jägerschaft in Moorriem-Burwinkel eingesetzt.

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