BRAKE Man dürfe keine Woche, keinen Monat länger mehr warten – es gehe ums große Ganze: Deutliche Sätze haben die SPD-Politiker Ursula Schinski, Hans-Werner Bergner, Holger Kromminga, Marcel Schmikale und Klaus Busch am Freitag im Gespräch mit der NWZ  gesagt.

Nach weiteren Geschäftsschließungen in der Breiten Straße, dem Abgang des Discounters Aldi und angekündigten Räumungsverkäufen glauben die Sozialdemokraten, dass der City bald das letzte Stündlein schlagen werde, wenn nicht bald eine groß angelegte Rettungsaktion begonnen werde, „dann wird die letzte Chance vertan, die unsere Innenstadt hat“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Werner Bergner.

City steht auf der Kippe

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„Klar“, sagt Klaus Busch, „die Braker Innenstadt steht buchstäblich auf der Kippe“. Das Sofortprogramm der SPD, das partei- und fraktionsintern jetzt diskutiert und beraten werden soll, sieht unter anderem vor: „Wir verlagern öffentliche Dienstleistungen wie das Standesamt und das Bürgerbüro aus dem Rathaus am Schrabberdeich in leer stehende Immobilien in der Innenstadt“, schreiben die Sozialdemokraten in einem Themenpapier. „Das hätte den Charme, gleich auch das Thema Rathaussanierung zu umfassen“, sagt Vizebürgermeisterin Ursula Schinski. So müsse man die renovierungsbedürftigen Räume im heutigen Rathaus nicht aufwendig sanieren, sondern könne einen Teil des Verwaltungsgebäudes am Schrabberdeich abreißen, den Großteil sanieren.

„Für uns ist auch angesichts der Haushaltssituation der Stadt klar, dass die Pläne, das Rathaus in den Bahnhof zu verlegen, keine Zukunft mehr haben. Das sollte auch der Bürgermeister endlich akzeptieren. Wir würden damit die Breite Straße weiter schwächen, wenn noch mehr Frequenz in die Bahnhofstraße kommt“, erklärt Hans-Werner Bergner die Situation.

„Das Herz Brakes muss schlagen. Und das Herz schlägt traditionell vor allem auch in der Breiten Straße“, sagt Klaus Busch, der aus seiner Kindheit noch die Breite Straße kennt, wie sie einst war – eine Flaniermeile mit einem reichen Angebot an Waren und Dienstleistungen. „Es wird schwierig, diesem Quartier wieder merkantiles Leben einzuhauchen, aber wir müssen jetzt alles versuchen und vieles diskutieren, um das zu schaffen“, wie er sagt.

Thema Nummer zwei sei die Ansiedlung von sozialen Dienstleistungen in der Innenstadt – ein Kontaktbüro der EWE, ebenso des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), der AWo, von Arztpraxen, Anwaltskanzleien und ähnlichen Dienstleistungen.

„Das alles sind Maßnahmen, die umzusetzen sind und die Politik und Verwaltung auch steuern können, betonen Schinski, Bergner, Kromminga, Schmikale und Busch. „Alles andere, was private Investitionen wie Geschäftsgründungen angeht, können wir nicht beeinflussen, nur begünstigen.“

Eine wichtige Forderung der Sozialdemokraten ist ein Innenstadt-Manager, der eng ans Rathaus, den Brake-Verein und die Wirtschaftsförderung des Kreises angebunden sein müsste. „Ob jemand diese Aufgabe übernimmt, oder wir einen Braker nennen, der ehrenamtlich mithilft, ist am Ende zweitrangig. Wichtig ist, dass es einen Ansprechpartner gibt. Bei aller sehr guter Arbeit, die beim Brake-Verein geleistet wird, ist das ein entscheidender Faktor“, erklärt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Holger Kromminga.

Geringe Mieten, die man mit den Hauseigentümern verhandeln müsse, attraktive städtebauliche Impulse, die einladen, in der Innenstadt Zeit zu verbringen, einzukaufen oder die Gastronomie zu besuchen, eine Fahrradstation – die Ideen der SPD sind vielfältig. „Aber wir brauchen noch mehr Impulse. Das ist kein Thema, das allein Sache der Verwaltung und des Rates der Stadt sein kann.“

Thema für alle Bürger

„Wir brauchen eine breite Basis, eine Bürgerbewegung für dieses wichtige Thema. Wir müssen Brake das Herz zurückgeben“, sagt Bergner.

Deshalb sei es wichtig, dass auf Einladung des BrakeVereins am Sonnabend, 9. Juni, ab 14 Uhr möglichst viele Braker den Weg in die Begu an der Schulstraße fänden. „Dort sollen alle Vorschläge auf den Tisch. Es gibt nichts, was im Sinne der Innenstadt nicht diskutiert werden kann.“

Eines sei klar: Ein mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zu entwickelndes Gesamtkonzept müsse die Bereiche öffentliche und soziale Dienstleistungen, Handel, Gastronomie, Tourismus und Wohnen einbeziehen. Die Lage der Innenstadt am Wasser müsse besondere Beachtung finden. „Wir haben in dieser Hinsicht seit sechs Jahren Stillstand in Brake. Das können wir uns keinen Tag länger leisten“, sagt Ursula Schinski.

Frank Jungbluth Chef vom Dienst (bis 2012)
Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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