Brake Neubürger oder Braker – wer soll bei der Vergabe von städtischen Wohnbauplätzen bevorzugt werden? Diese Frage spaltete am Donnerstagabend den Stadtrat. Zwar stand am Ende ein deutliches Ja zu den neuen „Richtlinien der Stadt Brake zur Vergabe von Wohnbauplätzen“, vorausgegangen war aber eine intensive Diskussion.

Angefacht hatte die Claus Plachetka (CDU), dem die Bevorzugung von Auswärtigen, die in Brake arbeiten, gegenüber Einheimischen ein Dorn im Auge war: „Wir riskieren, dass Braker, die in ihrer Heimatstadt nicht zum Zug kommen, abwandern.“ Für seine Argumente gab es zwar Zustimmung, die beantragte Änderung der Punktetabelle, mit der die Vergabe von städtischen Baugrundstücken künftig geregelt werden soll, zugunsten von Brakern, fand indes keine Mehrheit.

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Dass es für beide Varianten Argumente gebe, betonte Daniel Stellmann (CDU): „Das ist eine rein politische Entscheidung: Wollen wir Menschen binden oder herholen?“ Er machte das Dilemma deutlich: „Natürlich wollen wir Auswärtige anlocken. Aber wir haben Probleme damit, dass Braker abwandern müssen.“

„Einigermaßen irritiert“ über die Diskussion zeigte sich Bürgermeister Michael Kurz (SPD). Der Entwurf der Richtlinie sei vor der Sommerpause an die Fraktionen gegangen, danach im Fachausschuss diskutiert und einstimmig beschlossen worden. Auch für Holger Wiechmann (SPD) war der Rat der falsche Ort für eine neue inhaltliche Diskussion. Ursula Schinski (SPD) und Hans-Otto Meyer-Ott (Grüne) verwiesen darauf, dass die Richtlinie zunächst als Test beim (vom Rat beschlossenen) Baugebiet Wiesenstraße mit elf Bauplätzen angewandt werden soll. Ratsvorsitzender Hans-Dieter Beck (CDU) wies allerdings darauf hin, dass die Richtlinie für alle städtischen Baugebiete gelte. Allerdings hat die Politik noch eine Befristung bis Ende 2019 in die Richtlinie eingefügt, sollte der Stadtrat diese nicht verlängern.

Der beschloss schließlich mit deutlicher Mehrheit von 21 Ja- zu drei Nein-Stimmen die Richtlinie. Zuvor hatten acht Mitglieder der Gruppe CDU/Ising für eine Besserstellung der Braker gestimmt. Nachdem Plachetka damit eine Mehrheit deutlich verfehlt hatte, zog er weitere Änderungen zurück. Die Richtlinie sieht Punkte für Herkunft und die Lebensverhältnisse vor. Unterm Strich punkten Familien mit jungen Kindern am meisten, wenn der Antragsteller in Brake arbeitet aber (noch) auswärts wohnt.

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Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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