Brake Nur Leerstand in der Fußgängerzone und keine Veranstaltungen: Immer wieder schießen scharfe Zungen gegen das Leben in einer Kleinstadt. Oft sind es sogar Einwohner, die kein gutes Wort über ihre Heimat verlieren. Auch in Brake gibt es Stimmen, die ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen.

Marina Unverricht, Andrees von Borstel und Gert Fröhlich können sich diesen Menschen nicht anschließen. Alle drei schätzen die Stadt Brake für das, was sie ist. Für sie gibt es viel Positives an ihrer Kleinstadt und sie würden sie gegen keine andere eintauschen.

Fragt man Andrees von Borstel nach seinem Lieblingsort in Brake, so hat er unmittelbar eine Antwort parat: hinter dem Deich in Schmalenfleth. Dort erwarten ihn unendliche Weiten und Ruhe. Nebenberuflich arbeitet der 37-Jährige als Fotograf und bringt stets seine Kamera mit.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Aufgewachsen ist Andrees von Borstel in Schleswig-Holstein. Seine Liebe zu Brake hat er dank seine Schwester entdeckt, die vor ihm dorthin zog. „Es ist doch eigentlich ganz schön hier“, hat er sich schon damals bei jedem Besuch gedacht. 2015 zog er selbst nach Brake und hat den Umzug nicht einen Tag bereut. „Die Stadt liegt günstig, man ist schnell in jeder Richtung unterwegs“, sagt der 37-Jährige. Die Einkaufsmöglichkeiten, die Veranstaltungen der Stadt und die Natur machen Brake für Andrees von Borstel zum idealen Zuhause.

Verbesserungswürdig sind seiner Meinung nach nur die Straßenverhältnisse. „Es gibt sehr viele Schlaglöcher“, betont er. Außerdem könne man die Stadt noch mehr auf den Tourismus ausrichten.

Familienfreundlich

Marina Unverricht ist in Brake aufgewachsen. Von 2011 bis 2015 hat sie in Oldenburg und Bremen gelebt, bevor sie das Heimweh wieder nach Brake trieb. „Das hier ist einfach meine Heimat, wenn ich das Silo und die Weser sehe, bin ich zuhause“, sagt die 29-Jährige. Für sie ist der schönste Platz in Brake die kleine Kaje. Dort geht sie am liebsten spazieren und knipst das eine oder andere Foto.

Besonders für ihre beiden Kinder habe die Stadt einiges zu bieten. „Die beiden können frei spielen, es gibt schöne Spielplätze“, sagt die 29-Jährige. Die Tatsache, dass sie ihre Kinder hier ohne Angst alleine losziehen lassen kann, sei ein weiterer Vorteil. „Man kennt sich hier und irgendwie schaut man aufeinander“, betont Marina Unverricht.

Auch freizeittechnisch gibt es ihrer Meinung nach viele Angebote. Die Sportvereine, die Einkaufsmöglichkeiten, das charmante kleine Kino und gemütliche Bars bieten ihr alles, was sie braucht: „Ich habe alles hier und wenn ich doch mehr will, ist die nächste größere Stadt in einer Stunde erreicht.“

Für ihre geliebte Heimat wünscht sich die zweifache Mutter, dass das Freibad wieder einen Nutzen findet. Außerdem kann sie sich einen Turnpfad entlang des Wassers sehr gut vorstellen: „Da sind jede Menge Jogger und Menschen in Bewegung, das würde sich einfach anbieten.“

Gert Fröhlich ist derzeit kein Braker, doch sein Herz hängt schon immer an der Stadt. 1954 ist er in Brake geboren und dort aufgewachsen. Für die Bundeswehr ging es 1974 nach Schleswig-Holstein. Derzeit lebt er in Berne, hat sich aber längst dazu entschlossen wieder nach Brake zu ziehen.

„Ich habe alles kennengelernt. Ich habe auf einer Insel, in einer Großstadt, in einer Kleinstadt und auf dem Dorf gelebt“, sagt der 65-Jährige. Nun sei es an der Zeit wieder nach Hause zu kommen.

Zukunftsaussichten

Seit September 2019 ist er Mitglied im Shantychor-Bootsmannkaffee in Brake. Im April möchte er auch seinen Wohnsitz wieder dorthin verlegen.

Obwohl er noch außerhalb lebt, ist er viel in Brake zu Besuch. Sein liebster Ort ist die Kaje mit Blick auf den Hafen. Mit dem verbindet er viele Kindheitserinnerungen: „Mein Vater hat dort gearbeitet, da haben wir jede Menge erlebt.“

Vor allem musikalisch würde seiner Meinung nach einiges in Brake geboten. „Auch die Architektur ist sehr interessant. Man muss nur mal mit offenen Augen durch die Stadt gehen“, betont Gert Fröhlich. Schade findet er hingegen, dass sich im Bahnhofsgebäude nichts tut. Bei einem ist sich der 65-Jährige jedoch sicher: „Brake hatte eine wunderbare Vergangenheit, aber es hat ebenso eine großartige Zukunft vor sich.“

Sarah Schubert Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.