Lemwerder „Nachdem man sich im Jahr 2015 überwiegend mit Planungen beschäftigt hat, war es 2016 daran auch einiges abschließen und einweihen zu können“, sagte Bürgermeisterin Regina Neuke zu Beginn ihrer Rede beim Neujahrsempfang der Gemeinde Lemwerder.

Rund 140 Gäste hatten Rat und Gemeinde in die Ernst-Rodiek-Halle in Lemwerder geladen. Schon beim Sektempfang hatten sie Gelegenheit, sich auszutauschen und zu klönen, während Bürgermeisterin Regina Neuke und ihre Stellvertreter Tanja Sudbrink und Ewald Helmerichs die Gäste begrüßten.

Keine Krise

„Nach einem Jahr der Haushaltskonsolidierung war der Plan wieder ausgeglichen – wies sogar einen leichten Überschuss aus. Und so sieht auch der Ausblick in 2017 aus. Den Unkenrufen zum trotz sind wir nicht ,pleite’ oder in der Krise“, verteidigte die Bürgermeisterin die Steueranpassungen. Sie wies auf den Vorplatz der Eschhofschule, den sanierten Deckenbereich der kleinen Halle und die neue Kita hin, die in 2016 eingeweiht werden konnten. Neuke lobte vor allem die großartige Arbeit, die Eltern und vor allem Kita-Mitarbeiter in der Zeit der „Trennung“ aber auch beim Umzug geleistet hatten.

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„Das vorherrschende Thema war in 2016 aus meiner Sicht die Osttangente“, fuhr Neuke fort. Dabei sei es vor allem um die Frage gegangen, wie viel Geld die Verwirklichung von Planungen kosten dürfe. Beteiligung sei wichtig, doch sie bedeute nicht, bei jedem Einwand zurückzugehen. Vielmehr ginge es darum, sagte Neuke, dass Anregungen und Bedenken aufgenommen und ernstgenommen würden, und sie in die Meinungsfindung oder Planung zu integrieren oder Gegenargumente zu finden. Beteiligung bedeute für sie jedoch keine Diskussion via sozialen Netzwerken.

Auch auf den sozialen Wohnungsbau ging Neuke ein. Dieser müsse wieder deutlich stärker gefördert werden. Mit der Niedersachsenstraße stelle die Gemeinde zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Wesermarsch seit vielen Jahren erstmals wieder sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Sie wies jedoch auch darauf hin, dass Bund und Land stärker unterstützen müssten.

Auch die B 212 neu war 2016 Thema in Lemwerder. Das sei gerade noch mal gut gegangen, sagte Neuke, da die Fortführung der B 212 neu weiter als vordringlicher Bedarf eingestuft worden sei.

Chancen gelte es im Bereich der Kinderbetreuung zu nutzen, sagte Neuke. Die Gemeinde Lemwerder habe durch eine Umfrage die Bedürfnisse in diesem Bereich abgefragt. Das Ergebnis habe gezeigt, dass es eine Mischung aus festen und flexiblen Angeboten geben müsse und dass die klassischen Zeiten ausgeweitet werden müssten. „Es zeigt aber auch, welch gute Qualität vorhanden ist und das die Eltern diese zu schätzen wissen“, lobte die Bürgermeisterin. Ihren Dank sprach Neuke den kommissarischen Leitern der Lemwerderaner Schulen aus. In allen drei Schulformen, Grundschule, Oberschule und Gymnasium hatte es vor oder in den Sommerferien Wechsel gegeben.

Kritik übte Neuke zum Stichwort Bildungsregion im Zusammenhang mit dem Kreisentwicklungskonzept. „Ich wünsche mir, dass der Landkreis seine Kommunen als Partner erkennt und wir gemeinsam Kreisentwicklung und Gemeindeentwicklung betreiben“, sagte Neuke. Voll des Lobes war sie dagegen über das 25. Drachen über Lemwerder und die Lemwerderaner Feuerwehren, die in 2016 neue Fahrzeuge bekamen.

Neue Zusammensetzung

Auch auf die Gemeinderatswahlen ging die Bürgermeisterin ein. Die Anzahl der Ratsmitglieder hatte sich auf 19 reduziert. Sechs neue Mitglieder hat der Rat. Nach 30 Jahren hat die SPD die absolute Mehrheit im Rat verloren, dafür haben sich Gruppen gebildet und die UWE zog neu in den Rat ein. „In welcher Konstellation auch immer – ein Rat muss gemeinsam Lösungen finden und Entscheidungen treffen“, mahnte Neuke.

Einen besonderen Dank sprach Neuke Erika Hanke aus. Sie hatte 30 Jahre lang das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin inne und war 35 Jahren im Rat. Auch dem 2. stellvertretenden Bürgermeister, Ewald Helmerichs, dankte Neuke. Klare Worte fand sie zum Thema Asyl. Dieses Thema werde oft mit dem Terror in der Welt verknüpft. „Es gibt radikale und fundamentalistische Idioten – in allen Nationen und Ländern. Aber sorgen wir gemeinsam dafür, dass diese nicht die Oberhand gewinnen“, forderte Neuke und erntete Applaus. Die Bürgermeisterin lobte auch die unermüdliche Arbeit der Paten und Ehrenamtlichen in der Gemeinde.

Auf eine Reise durch Lemwerder 2021 nahm Neuke anschließend ihre Gäste mit. Sie zählte zahlreiche Wunscherfolge auf – eine Einigung über die Osttangente und deren positive Auswirkungen, das neue Gewerbegebiet AeroMare und neue Wohngebiete. Neuke wolle sich ihre diesjährige Rede für das Jahr 2021 beiseite legen – mal sehen, was bis dahin tatsächlich umgesetzt worden ist.

Anschließend blieb beim Essen Gelegenheit für ausführliche Gespräche.


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Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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