Brake „Schön wäre es, wenn jeder die Möglichkeit hätte, unter menschwürdigen Bedingungen zu arbeiten.“ Bereits mit diesem Satz wies Pastor Rüdiger Gryczan in seinem Gottesdienst auf das Kernthema der Maikundgebung hin. „Arbeit zu haben, gehört zum Menschsein dazu“, machte der evangelische Geistliche in seiner engagierten Predigt, die auf das soziale Miteinander der Menschen weltweit fokussiert war, am Donnerstag deutlich. Und so dankte dann auch Uwe Peglau dem Pastor nicht nur für den gehaltenen Gottesdienst auf dem Postplatz, sondern auch für dessen „Mairede“.

Unter dem Motto „Gute Arbeit. Soziales Europa“ standen die Feierlichkeiten zum 1. Mai, zu denen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eingeladen hatte. Uwe Peglau, Vorsitzender des DGB-Ortsverbands Brake, forderte in seiner anschließenden Rede, dem roten Faden der Predigt folgend, dass die Menschen wieder im Mittelpunkt der Politik stehen sollten.

Dass zum 1. Januar 2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde eingeführt werden soll, wertete Uwe Peglau als Erfolg der Gewerkschaften und ihrer Mitglieder. Es gibt nach seinen Worten aber auch noch Schattenseiten: „Der Mindestlohn muss für alle gelten“, betonte der Gewerkschafter. Ausnahmen vom Mindestlohn, etwa für Jugendliche oder Langzeitarbeitslose, lehne der DGB ab.

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Dass die Rente zum Leben reichen und der Missbrauch von Werkverträgen aufhören müsse, waren weitere Kernthemen seiner Rede, in der er auch „endlich eine umfassende Gleichstellung und weiter verbesserte Bedingungen für Frauen und Männer“ einforderte.

Auch die Hauptrednerin Ute Gottschaar stellte den Kampf um den gesetzlichen Mindestlohn und den Missbrauch von Werkverträgen in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Prekäre Arbeit trage inzwischen viele Namen. Sie würde sich hinter Werkverträgen, Leiharbeit, Minijobbern und Praktika verbergen, führte die Landesfachbereichsleiterin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weiter aus. Seit dem Jahr 2000 sei die Anzahl der Werkverträge um mehr als 500 000 auf jetzt bundesweit 2,3 Millionen gestiegen. Diese Verträge würden keinerlei Regelungen unterliegen. Dass die Rechte von Betriebsräten per Gesetz gestärkt werden müssten, damit sie Missstände aufdecken könnten, forderte die Funktionärin.

Hinsichtlich der anstehenden Europawahl am 25. Mai betonte Ute Gottschaar, dass sich die Gewerkschaften für Mindeststandards in ganz Europa einsetzen würden. „Wir brauchen eine neue europäische Ordnung, die Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit verhindert, aber keinen Bürokratismus. Das muss unser Auftrag an die Kandidaten für das Europaparlament sein.“

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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