NORDENHAM Der neue Bundespräsident heißt Christian Wulff. Im dritten Wahlgang setzte sich der Niedersachse gegen seinen Herausforder Joachim Gauck durch. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, welchen Kurs Christian Wulff einschlagen wird. Die NWZ  wollte wissen, was Nordenhamer Politiker von der Wahlentscheidung halten, und ob sie eine Direktwahl unterstützen würden.

Ernst-Otto Kruse ist „froh, dass es Christian Wulff geworden ist“. Der Liberale sagt: „Von Joachim Gauck habe ich nichts gehalten.“ Übel stößt dem Ratsmitglied auf, dass „Gauck sich von den Linken zum Präsidenten wählen lassen wollte“. Christian Wulff traut er zu, einen „guten Job“ zu machen. Einer Direktwahl erteilt Kruse allerdings eine Absage: „Die Wahl wäre genauso politisch wie jetzt, das macht dann keinen Sinn.“

Das sieht auch Dr. Frank Gall von der Wählerinitiative Nordenham so. „Das Amt hat zu wenig Gewicht, als dass sich eine Direktwahl wirklich lohnen würde“, sagt das Ratsmitglied. Und weiter: „Mit Christian Wulff hat Frau Merkel einen weiteren Konkurrenten kaltgestellt. Ich denke, dass Gauck eher seinen eigenen Weg gegangen wäre.“ Gall traut aber auch dem Niedersachsen zu, das Amt „vernünftig auszufüllen“.

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Dem widerspricht Ina Korter. Die Grünen-Landtagsabgeordnete erwartet von Wulff „wie in Niedersachsen keine beeindruckenden Initiativen“. Außerdem gehe sie von einer „präsidialen Langeweile und einfachen Abwicklung des Amtes“ aus. „Vor allem in Sachen Bildung und Integration hat Wulff nicht viel zu bieten“, sagt Ina Korter. Ebenfalls kritisch steht sie einer Direktwahl des Bundespräsidenten gegenüber: „Grundsätzlich sollten mehr direkte Elemente in der Demokratie verankert sein. Beim Bundespräsidenten könnte das aber auch nach hinten losgehen.“

Francis Hope von der Linkspartei hingegen meint: „Würden die Bürger den Präsidenten wählen, wären sie wahrscheinlich auch zufriedener mit der Wahl.“ Für den Nordenhamer waren allerdings „Wulff und Gauck beide nicht die richtigen Kandidaten, weil sie konservativ sind“. Außerdem sei Wulff „etwas zu jung für das Amt“, denkt Francis Hope. Dennoch geht er davon aus, dass „der neue Bundespräsident offen ist für eine neue Politik“.

Christian Schöckel (SPD) sieht im Osnabrücker Wulff einen „guten Präsidenten“. Er bedauert aber dennoch, dass „es ein Parteisoldat geworden ist“. Joachim Gauck sei politisch unabhängig und habe sich bereits einen guten Namen bei der Aufarbeitung der Vergangenheit gemacht. Eine Schlussfolgerung für die Politik des neuen Bundespräsidenten will Schöckel nicht ableiten. Eine Direktwahl des Bundespräsidenten hält der Sozialdemokrat für einen „großen Fortschritt für unsere Demokratie, auch mit den jetzigen Kompetenzen des Präsidenten“.

Horst Wreden (CDU) ist verhaltener: „Wenn es ein vernünftiges Modell gibt, sollte man darüber nachdenken.“ Er sehe es aber als schwer an, „die richtigen Kandidaten auszuwählen“. Überhaupt nicht verhalten kommentiert er den Wahlsieg von Christian Wulff: „Ich kenne Wulff von vielen Begegnungen und weiß, wie er arbeitet. Er ist ruhig, sachlich und wird seine Aufgabe gut erfüllen.“ Außerdem ist sich Wreden sicher: „Christian Wulff wird alle überraschen.“ Gestaunt habe er über die vielen Abweichler in Reihen von Schwarz/Gelb. „Man sollte ein Amt nicht mit parteiinternen Spielchen beschädigen“, sagt er.

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