Wesermarsch Die schlechte Nachricht vorweg: Die Saison 2019/2020 der Oberliga-Handballer des Elsflether TB  ist zu Ende. Vor den Osterfeiertagen und damit sechs Spieltage vor Schluss der vierten Liga haben die Mitglieder des Präsidiums des Handball-Verband Niedersachsen (HVN) aufgrund der Corona-Pandemie einstimmig den sofortigen Abbruch der laufenden Saison beschlossen. Die gute Nachricht: Der ETB schließt die Spielzeit zwar als Tabellenletzter ab, spielt aber auch in der Saison 2020/2021 in der Oberliga, weil es keine Absteiger geben wird.

Auch sportlich geschafft

Sascha Klostermann, Leiter der Handball-Abteilung des ETB, nimmt die Entscheidung positiv auf. Zugleich stellt er klar: „Wir hätten den Klassenerhalt auch sportlich geschafft. Es wäre schon ein wenig ärgerlich, wenn uns nachgesagt werden würde, dass wir es nur geschafft haben, weil die Saison abgebrochen worden ist.“

Unabhängig davon hat der ETB den nächsten Zugang unter Dach und Fach gebracht. Simon Bodenstab kommt vom Verbandsliga-Siebten TV Daverden. Der Rückraumspieler hat in 14 Partien 50 Tore geworfen. Laut Klostermann ist er eine sehr gute Verstärkung für den ETB. „Simon ist ein junger Spieler, der sich bei uns weiterentwickeln möchte“, sagt Klostermann und ließ durchblicken, dass der ETB noch an zwei weiteren jungen Spielern dran sei.

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Unterdessen haben die Auf- und Abstiegsregelungen keine Auswirkungen auf das Frauenteam des ETB. Es beendet die Spielzeit auf Rang acht.

In welcher Klasse die zweite Elsflether Männer-Mannschaft in der kommenden Saison spielen wird, ist hingegen noch ungewiss. Sie belegt hinter der HSG Neuenburg/Bockhorn den zweiten Tabellenplatz in der Landesklasse und hätte sich damit eigentlich einen Platz in der Aufstiegsrelegation gesichert.

Auch der Elsflether Trainer Marcus Nitkowski hat nach eigenen Worten noch keine konkreten Informationen darüber, in welche Klasse sein Team eingeordnet wird oder es vielleicht doch noch die Aufstiegsrelegation spielen muss. „Aber unabhängig davon, welche Entscheidung getroffen wird, wir werden sie akzeptieren“, sagt er. „Unterm Strich gibt es zurzeit wichtigere Dinge.“

Fest steht nur: In der Saison 2020/2021 wird Nitkowskis Team letztmals in der Landesklasse spielen. Die Landesklassen werden ab der Saison 2021/2022 abgeschafft.

HSG nicht betroffen

Unterdessen ist der erweiterte Vorstand der Handballregion Oldenburg der Empfehlung des HVN-Präsidiums gefolgt und hat die Saison ebenfalls abgebrochen. Olaf Büker, Vorsitzender der HSG Blexer TB/SV Nordenham, unterstützt diese Entscheidung. „Ich bin von Anfang an dafür gewesen“, sagt er. „Meiner Meinung hätte man sie auch schon vor drei Wochen treffen können.“ Von den nun greifenden Aufstiegs- und Abstiegsregelungen sei die HSG im Erwachsenenbereich nicht betroffen.

Allerdings schmerzen Büker die Spielausfälle im Jugend- und Kinderbereich. „Aber damit müssen und können wir leben“, sagt er. „Wir hoffen, dass alle gesund bleiben und sogar gestärkt aus der Krise herauskommen.“ Die ersten Handballspiele werde es wohl erst mit Beginn der kommenden Spielzeit geben, vermutet Büker.

Die Frauen der HSG beenden die Spielzeit auf Platz drei der Regionsoberliga, das Frauenteam des SV Brake wird Dritter der Regionsklasse. Das erste Männerteam der HSG ist Vierter der Regionsliga-Abschlusstabelle. In der Regionsklasse belegt der SV Brake Rang fünf, die Dritte des ETB Rang sieben und die Zweite der HSG Rang zehn.

Saisonabbruch

In einer Telefonkonferenz haben sich die Mitglieder des Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) kurz vor Ostern auf einen Abbruch der Saison 2019/2020 verständigt. „Es wird keine Absteiger geben. Die Aufsteiger werden über die Quotientenregelung ermittelt“, erklärte Präsident Stefan Hüdepohl. Zur Ermittlung der Tabellenstände wird dabei ein Quotient aus den erspielten Pluspunkten und der Anzahl der bis zum Saisonabbruch absolvierten Pflichtspiele gebildet. „Bei gleichem Quotienten ziehen wir für die Wertung den direkten Vergleich heran“, erläuterte Hüdepohl. Die Quotientenregelung gelte unter den Mitgliedern des Präsidiums als „fairste Regelung“, teilte er mit.

Dennoch sind Härtefalle nicht ausgeschlossen – etwa in der Oberliga Nordsee. Während in der Verbandsliga die punktgleichen Rivalen Haren und Heidmark (beide 28:12) schon beide direkten Duelle bestritten haben, hat eine Spielklasse höher der gleichauf mit Oberliga-Spitzenreiter ATSV Habenhausen zweitplatzierte TV Cloppenburg (beide 33:7) nur ein einziges Mal gegen diesen gespielt. Die 27:33-Pleite bei den Bremern hat nun die Aufstiegsfrage entschieden.

In Sachen Derby-Gegner gibt es auch deshalb für den Elsflether TB in der neuen Oberliga-Saison Zuwachs. Die Elsflether bekommen es dann nicht nur mit den verbliebenen Ligarivalen SG VTB/Altjührden, TV Cloppenburg, HSG Delmenhorst und TSG Hatten-Sandkrug zu tun, sondern auch mit dem Verbandsliga-Aufsteiger TvdH Oldenburg, der von Ivo Warnecke gecoacht wird.

Die Entscheidung des Saisonabbruchs gilt für alle Spielklassen des Handball-Verbandes Niedersachsen. Das HVN-Präsidium empfahl den selbstständigen Regionen zugleich, genauso vorzugehen. Dieser Empfehlung sind die Verantwortlichen der Handballregion Ems-Jade dann auch gefolgt und haben auch den Punktspielbetrieb auf Regionsebene für die Saison 2019/2020 beendet. Es gibt daher sowohl im hiesigen Senioren- als auch im Jugendbereich keine offiziellen Meister und Staffelsieger. Es wird aber auch keine Absteiger in den Seniorenligen geben. Für den Aufstieg im Seniorenbereich in den einzelnen Klassen – wie beim HVN – gilt die Quotientenregelung.

In den Jugend-Spielklassen ist unterdessen die Relegation zunächst auf nach den Sommerferien verschoben worden. Den Modus und die Staffeleinteilungen und -größen für die Qualifikation und die neue Saison werde man schnellstmöglich bekanntgeben, heißt es von HVN-Seite.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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