Wesermarsch Der Vorschlag des niedersächsischen Fußballverbands, die Saison bis zum 1. September 2020 einzufrieren, hat in den Vereinen, bei den Spielern, im Umfeld und in den sozialen Medien zu großen Diskussionen geführt.

Der Vorsitzende des NFV- Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, Erich Meenken, bezeichnet das Einfrieren der Saison als alternativlos. „Es wird wohl die wahrscheinlichste Lösung sein, die quasi auch alternativlos ist“, sagt er.

NFV-Präsident Günster Distelrath erklärte am Montag: „Bis Mitte dieser Woche werden wir in den Kreisen eine Meinungsbildung mit unseren Vereinen durchführen. Diese Meinungsbildung bildet die Basis für die finale Diskussion und Beschlussfassung des Verbandsvorstandes.“

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Tilo Ziegert, Trainer der SG Großenmeer/Bardenfleth, sagt, dass man nicht allen Vereinen gerecht werden könne. „Natürlich muss man eine Lösung finden, mit denen die meisten Vereine leben können. Die Vorgeschlagene ist vielleicht eine davon. Nur gibt es bei allen angedachten Möglichkeiten viele Fragezeichen.“

Auch er sieht die sich aus einer Saisonunterbrechung ergebenden Schwierigkeiten. „Wie ist es mit den Transfers? Wie ist es in den untersten Klassen, in denen nur noch acht oder neun Spiele anstehen? Nehmen wir zum Beispiel die 4. Kreisklasse: Soll es dort alle drei Wochen einen Spieltag und dann vier Monate Pause geben? In der 1. und 2. Kreisklasse macht es eher Sinn, da durch Spielausfälle keine eindeutige Tabelle vorhanden ist. Dort sind auch noch zwölf bis 15 Spiele zu absolvieren. Wenn man komplett abbrechen würde, gibt es sicherlich viele Fragen zu Auf-und Abstieg.“

Der Trainer des Braker Frauenteams, Jonny Peters, lehnt den Plan des NFV ebenfalls ab. „Die Pause bis zum 1. September wäre mich persönlich keine gute Alternative, da einige beruflich- und studienbedingt aufhören würden und uns nur noch zwölf oder 13 Spielerinnen zur Verfügung stünden. Die Planungen laufen bei vielen Vereinen auf die neue Saison hinaus und man hatte seinen Kader schon geplant. Das würde dann wegfallen, und man müsste dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder von vorne anfangen“, sagt der Trainer, der mit seinem Team den ersten Abstiegsplatz belegt, aber noch ein Spiel nachzuholen hätte.

„Wichtig ist, dass eine Saison 20/21 gespielt wird, und es keine Pausen von bis zu fünf Monaten gibt“, sagt Peters. „Ich denke, jeder muss einsehen, dass es entweder keine Aufsteiger gibt und keine Absteiger. Oder es gibt Auf- und Absteiger. Wir müssen sowieso alle Entscheidungen akzeptieren.“

Marco Kuck, Trainer des SC Ovelgönne, meint, dass es sinnvoll wäre, die Saison abzubrechen. Er glaubt aber, dass die Angst vor einer Klagewelle die Verantwortlichen davon abhalte, diese Entscheidung zu treffen. Er möchte, dass zwei Fragen beantwortet werden: „Geht’s in diesem Jahr überhaupt weiter? Und was noch viel wichtiger ist: Was ist mit der Saison 2021/2022?“

Es sei fraglich, sagt Kuck, ob in diesem Kalenderjahr überhaupt noch gespielt werden könne. Er befürchte, dass die Maßnahmenlockerungen bezüglich der Corona-Krise zu einem weiteren Schub an Erkrankungen führe.

Vor diesem Hintergrund befürwortet er eine Saison, die von März bis Oktober eines Jahres laufen könnte. „So könnte man auch den Spielausfällen ab Oktober aus dem Weg gehen.“ Dass dann auch während der Sommerferien gespielt werden müsste, sei nicht weiter schlimm. Das Urlaubsverhalten der Spieler habe sich schließlich extrem geändert.

Er hofft, dass eine allzu lange Spielpause verhindert werden kann. „Wie sollen wir eine fünfmonatige Pause herumkriegen? Wo sollen die Spieler die Motivation herholen?“

Volkhard Patten Nordwest-Fußball / Redakteur
Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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