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Wesermarsch Nach 17 Spielen steht der TSV Abbehausen auf Rang neun der Fußball-Bezirksliga. Der SV Brake belegt Platz zehn. Der Corona-Virus hat den Ligabetrieb gestoppt. Nach wie vor hat der Niedersächsische Fußballverband nicht entschieden, ob die Saison im kommenden September fortgesetzt wird oder die Spielserie vorzeitig abgebrochen wird. Bekanntlich tendiert der Dachverband zu einer Fortführung im kommenden Herbst.

„Bei der Videokonferenz in der vergangenen Woche haben von gut 100 teilnehmenden Vereinen in Niedersachsen bei einer Enthaltung alle gegen eine Fortsetzung der laufenden Spielserie plädiert. Mit einem derartig klaren Votum hat beim NFV bestimmt keiner gerechnet“, sagt Lars Bechstein vom Vorstand der Fußball-Abteilung des SV Brake.

Der Abbehauser Fußballtrainer Frank Meyer hat eine klare Meinung: „Man sollte die Saison abbrechen und aus Gründen der Fairness die Punkte der einzelnen Mannschaften durch die geleisteten Spiele teilen. Die jeweiligen Quotienten ergeben dann die Abschlusstabelle.“

Spannungsbogen

Bechstein sagt: „Der NFV hat eine Idee aus Bayern übernommen. Der Vorschlag fand an der Basis keine Akzeptanz. Schauen wir, zu welcher Entscheidung die Herren sich dort jetzt durchringen.“ Er sagt, dass es für die Trainer sehr schwer sei, den Spannungsbogen bei den Spielern dauerhaft aufrechtzuhalten: „Es ist nicht gerade optimal, nur zu joggen und mit dem Rad zu fahren. Mehr geht zurzeit aber nicht.“

Rolf Oppenländer, der Teammanager des Tabellenführers WSC Frisia Wilhelmshaven, sorgt sich: „Die ganze Saison könnte annulliert werden. Das würde uns als Ligaprimus besonders hart treffen.“ Oppenländer macht jedoch deutlich, dass der Entschluss des Fußballverbandes vom WSC akzeptiert werde. Ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen den Zweiten und Ortsnachbarn SV Wilhelmshaven würde er nicht begrüßen: „Den SVW haben wir in der Liga doch schon zweimal bezwungen.“

Viele Fragen

Andre Höttges vom SV Tur Abdin Delmenhorst spricht allen Trainern der Liga aus dem Herzen: „Wie soll eine Fortsetzung des Spielbetriebs denn funktionieren? Die Spieler dürften nach ersten Überlegungen den Verein im Sommer regulär nicht verlassen. Das könnte lange Sperren nach sich ziehen.“

Bechstein ergänzt: „Wir sehen das ähnlich. Dominik Schwarting hat uns bereits vor der Pandemie mitgeteilt, dass er aus beruflichen Gründen im Sommer nach Hamburg zieht. Dort ist es für ihn zunächst für lange Zeit wegen der festgelegten Wechselfristen nicht möglich, Fußball zu spielen.“

Daniel Oleksyn, der Trainer vom Heidmühler FC, meint: „Viele junge Spieler verlassen studienbedingt so oder so ihre Heimat. Unser Kader würde erheblich schrumpfen. Mit meinem kleinen 18er-Kader wäre eine Fortsetzung gar nicht möglich, so dass ich im Sommer auf Zugänge angewiesen bin.“ Er beklagt fehlende Planungssicherheit: „Keiner weiß, wie und wann es weitergeht. Alle anderen Sportarten machen es doch vor und brechen die Saison vorzeitig ab. Warum grenzt der Fußball sich aus?“

Marco Elia von GVO Oldenburg hält derweil nichts davon, eine Abschlusstabelle zu erstellen, die sich an den Spielen der Hinrunde orientiert. „Dies ist doch gar nicht durchsetzbar: Mit dem Wechselfenster im Winter kann ein Verein den Kader nachbessern und damit regelkonform einen – wenn auch späten – Grundstein für ein gutes Abschneiden legen.“

Der GVO-Coach spricht sich auch gegen eine Fortsetzung des Spielbetriebs aus. „Nur 13 Spiele bis Weihnachten? Und danach womöglich Playoffs, um zeitlich den Anschluss an die Saison 2021/22 herzustellen? Das ist keine Lösung.“

Der Huder Trainer Lars Möhlenbrock macht einen Vorschlag: „Es sollte einen Aufsteiger geben und keine Absteiger. Dann spielen wir nächste Saison eben mit Überhang.“ Sollte das umgesetzt werden, gäbe es zum Beispiel in der Landesliga ab der kommenden Serie 22 Mannschaften. Höttges hätte damit keine Probleme. „Dann können wir zeigen, ob wir wirklich alle zusammenhalten. Die Vereine, die nur einen Naturrasen haben, müssten in der nassen Jahreszeit auf den Kunstrasen in fremden Orten ausweichen.“

Von März bis November

Marco Elia macht ebenfalls einen konkreten Vorschlag. „Eine Saison von März bis November sollte jetzt bei all dem Wirrwarr schon aus ökonomische Gründen an zuständiger Stelle überdacht werden, denn es würde wesentlich seltener unter Flutlicht gespielt werden. Zudem könnte fast komplett wieder auf Naturrasen gespielt werden.“

Derweil hält Höttges nichts davon, wenn die Spieler mit einem Mundschutz auflaufen würden. „Zu unserem Sport gehört Körperkontakt,“ sagt Höttges. Geisterspiele bei den Amateuren sind laut Höttges auch keine Lösung: „Mit den Aktiven und Offiziellen sind immer bis zu 50 Menschen auf dem Sportgelände.“

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