Wesermarsch Der Aufschrei nach der 0:6-Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft zuletzt gegen Spanien war groß. Ein Thema stand plötzlich wieder auf der Tagesordnung: die Nachwuchsförderung im Deutschen Fußball-Bund. Der Tenor lautete: Deutschland bildet im Vergleich zu Nationen wie Frankreich und England derzeit zu wenige Spitzentalente aus. In den vergangenen Jahren seien im Kinder- und Jugendtraining falsche Akzente getroffen worden, hieß es. Weil im deutschen Fußball die Spitze auf dem Breitensport fußt, ist die gute Arbeit an der Basis extrem wichtig. Unsere Redaktion hat deshalb einige Jugendtrainer aus dem Landkreis Wesermarsch gefragt, welche Punkte für sie die wichtigsten Kriterien in der fußballerischen Ausbildung der Kinder und Jugendlichen sind.

Markus Graf, TSG Burhave

Markus Graf ist Teil des Trainerteams der D-Junioren der TSG Burhave Er bezeichnet sich als „Vater-Trainer“. Im Gegensatz zu seinem Trainerkollegen Michael Heinze habe er keine Lizenz. Als er angefangen habe, sei es ihm wichtig gewesen, den Kindern Spaß am Fußballspielen zu vermitteln. „Das ist ja auch der Grund warum sie überhaupt spielen“, sagt er.

Auch das Teambuilding sei ein wichtiger Bestandteil des Trainings. In Burhave gilt das Motto: „Wer dabei ist, spielt.“ Alle kommen zum Zug.

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Im Training sollen die Kinder die technischen Fähigkeiten erlernen und erfahren, wie sie sich auf dem Feld verhalten, sagt Markus Graf. „Wir machen alles spielerisch. Dann merken die Kinder gar nicht, dass sie die ganze Zeit laufen.“ Ihm sei es wichtig, dass kein Ball verloren gegeben werde, sagt er. Er versuche, die Mannschaft vor jedem Spiel dafür zu sensibilisieren. „Der Angreifer ist der erste Verteidiger, der Abwehrspieler ist der erste Angreifer.“

Bastian Gerdes, JSG Stadland

Bastian Gerdes trainiert zusammen mit Nils Möhlmann die B-Jugend der JSG Stadland. „Alle, die Fußballspielen wollen, können bei uns Fußballspielen.“ Und deshalb liege im Training der Schwerpunkt auf der individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen. „Technik und Koordination stehen vor Taktik“, sagt er.

In der Detailarbeit sei für ihn das Verhalten im offensiven Eins-gegen-eins-Duell der wichtigste Punkt. Wichtig sei, dass „ohne viel Druck von Außen“ geübt werde, sagt er. „Wenn mal etwas schiefgeht, sollte ein Trainer es nicht immer sofort negativ kommentieren.“

Rainer Müller, TuS Jaderberg

Rainer Müller vom TuS Jaderberg trainiert den 2011er-Auswahljahrgang des Kreisfußballverbands Jade-Weser-Hunte. Im Team „Weser“ spielen Kinder aus der Wesermarsch und dem Ammerland. Vieles, was er den Kindern beibringe, leite er vom Straßenfußball ab, sagt er. „Ich weiß noch, wie viel Spaß es gemacht hat, wenn wir mit Kindern von zehn bis 16 Jahren so lange gespielt haben, bis wir nicht mehr konnten – aus Spaß, ohne einen Trainer.“ Dabei hätten er und seine Freunde selbstbestimmt Erfahrungen sammeln können. „Uns hat keiner gesagt, was wir tun und lassen sollen“, sagt er.

Er plädiert aus diesem Grund für ein punktuelles Coaching. „Natürlich müssen die Kinder auch Tipps kriegen. Man muss ihnen auch sagen, was sie besser machen können. Aber es ist ganz wichtig, dass sie wir ihnen etwas vermitteln, was sie auch verstehen. Und dabei sind Spaß und Freude ganz wichtig.“

Im Kinderbereich befürwortet er ein Wettkampf-System, in dem die Kinder in Dreier-Teams gegeneinander spielen. „Es ist nun einmal wichtig, dass die Kinder sehr viel spielen können. Wir Trainer müssen dafür sorgen, dass sie überdauernd Lust am Spielen haben.“

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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