NORDENHAM Im Fußball ist ein Derby etwas Besonderes. Und wenn es innerhalb kurzer Zeit gleich viermal dazu kommt, dann ist das etwas ganz Besonderes. Werder Bremen gegen den Hamburger SV – das Kräftemessen der Nordrivalen ist auch in Nordenham Gesprächsthema. Viele Fans können es vor Spannung kaum erwarten. An diesem Mittwoch steht beim DFB-Pokal-Halbfinale in Hamburg der erste Vergleich der Traditionsclubs auf dem Programm, es folgen die Spiele im UEFA-Cup-Halbfinale und in der Bundesliga.

Dass diese ungewöhnliche Konstellation für reichlich Diskussionsstoff in beiden Fanlagern sorgt, ist nicht verwunderlich. Malte Baars, Vorsitzender des Nordenhamer Werder-Fanclubs „Northern Lights HB“ kann ein Lied davon singen. In den Tagen vor der norddeutschen Vier-Chancen-Tournee muss er sich am Arbeitsplatz mit einem aufmüpfigen Kollegen auseinander setzen Er heißt Christopher Nickel und streift in seiner Freizeit gerne das HSV-Trikot über. „Klar zieht man sich da gegenseitig auf und spottet, wenn’s beim Lieblingsverein des Kollegen nicht so läuft,“ bestätigen die beiden. Zuletzt hatte der HSV-Fan die besseren Argumente. Denn die Hamburger stehen in der Bundesliga-Tabelle ausnahmsweise weit vor den Bremern.

Malte Baars wird sich zwei der vier Spiele im Stadion anschauen, Christopher Nickel ist bei drei Partien live dabei. Beim ersten Aufeinandertreffen heute Abend geht’s für die Profis um den Finaleinzug und für die beiden Nordenhamer um eine Kiste Bier, die sie auf ihre Mannschaften gewettet haben. Seit Kindesbeinen drücken sie ihren Clubs die Daumen. Aber trotz aller Rivalität hoffen die beiden 20-Jährigen, dass es auf dem Spielfeld und drumherum fair zugeht.

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Besondere Rivalität

Das hofft auch Wolfgang Battenberg. Der Leiter der Realschule Am Luisenhof ist begeisterter Werder-Anhänger. Er hat an seiner Schule den Fanclub „Wattwürmer on Tour“ ins Leben gerufen und fiebert natürlich mit den Profis von der Weser mit. „Ich gehe davon aus, dass die Bremer alles daran setzen werden, die Pokalspiele zu gewinnen“, sagt der Lehrer, der schon viele Nordderbys miterlebt hat. „Da merkt man schon, dass viel Rivalität im Spiel ist, wenn Werder und der HSV aufeinander treffen“

Und diese Rivalität hat auch Jochen Spekker schon oft erlebt. Der Rodenkircher ist Vorsitzender des HSV-Fanclubs „Sudden Death“. Mit Ausnahme des UEFA-Cup-Hinspiels in Bremen hat er Tickets für alle anstehenden Derbys bekommen. Und gemeinsam mit vielen weiteren Mitgliedern wird er seinem HSV im Stadion die Daumen drücken. „Für den DFB-Pokal und für die Bundesliga habe ich ein gutes Gefühl“, sagt Jochen Spekker. „Im UEFA-Pokal wird’s schwierig. Aber wenn es der HSV schafft, dann fahren wir auf jeden Fall mit ein paar Leuten zum Finale nach Istanbul.“

Was viele nicht wissen: Nordenham ist zwar eine Werder-Hochburg. Aber es gibt auch jede Menge HSV-Anhänger, von denen sich viele ihre Urlaubs- und Schichtpläne so zurechtlegen, dass sie Spiele ihres Vereins im Stadion miterleben können. Der Fanclub „Sudden Death“ hat inzwischen 112 Mitglieder, von denen 90 Prozent aus der Wesermarsch kommen.

Mit Flaschen beworfen

Die Brisanz, die in jedem Nordderby steckt, hat Jochen Spekker am eigenen Leib zu spüren bekommen. „Beim Bundesligaspiel im vergangenen Jahr sind wir in Bremen beschimpft und mit Flaschen beworfen worden.“ Mit einem herzlichen Empfang an der Weser rechnet er auch diesmal nicht. Der Fanclub-Vorsitzende hofft aber, dass es friedlich bleibt. Schließlich ist bei aller Rivalität auch ein Nordderby nicht mehr und nicht weniger als ein Fußballspiel.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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