In der Elsflether Stadthalle war es bis zu Saisonbeginn 2018/19 jederzeit möglich, den Handballern der ersten Herrenmannschaft nach einem Spiel die Hand zu geben. Schließlich war die Backe, die zu einer verbesserten Ballkontrolle beiträgt, verboten. Diese Zeiten sind jetzt vorbei. „Du möchtest mir nicht wirklich die Hand geben“, sagte Tizian von Lien im Anschluss des 27:19-Heimsieges am vergangenen Samstag gegen den TV Neerstedt zum verdutzten NWZ-Reporter, der im ersten Moment an eine Unhöflichkeit glaubte. Dabei meinte es der Spielmacher nur gut, denn seine Hände waren völlig verklebt. „Mehrere Herrenspieler haben den Wunsch geäußert, irgendeinen Weg zu finden, dass die Backe wieder erlaubt werden kann“, sagt Nathalie Adami vom Elsflether Handball-Förderkreis. Also schaffte der Förderkreis eine Reinigungsmaschine für 4000 Euro an. Die Stadt Elsfleth, die zuvor das Haftmittel untersagt hatte, war mit dieser Maßnahme einverstanden.

Sie verhängte aber auch eine Übergangszeit, um kontrollieren zu können, ob die Halle auch wirklich klebfrei hinterlassen wird. Bislang klappt das ganz gut. Die Haftmittelerlaubnis beschränkt sich allerdings nur auf die erste Herrenmannschaft des Elsflether TB. Die Spieler sind selbst für die Reinigung zuständig. Das Spiel gegen Neerstedt unterstrich den positiven Sinn dieser Maßnahme. Auch wenn relativ wenig Tore fielen, war das Niveau hoch. „Die Spieler haben mit der Backe einfach mehr Kontrolle über den Ball und haben auch mehr Wucht in ihren Würfen“, sagt Adami. Rückraumspieler Florian Doormann lieferte den besten Beweis. In der ersten Halbzeit hämmerte er den Ball zwei Mal derart hart an den Pfosten, dass man sich um das Wohlergehen des Gehäuses Sorgen machen musste. Ohne Backe wäre der Aufprall wohl harmloser ausgefallen.

Die Erlaubnis, Backe gebrauchen zu dürfen, raubt den Gegnern übrigens die gern benutzte Ausrede, bei Niederlagen in Elsfleth die Schuld auf das fehlende Hilfsmittel zu schieben. Die Neerstedter machten den Anfang. Bei ihrer Niederlage war diesmal eben nicht die fehlende Backe schuld, sondern das aus ihrer Sicht schlechte Schiedsrichtergespann – zumindest war das direkt nach dem Abpfiff die Meinung von TVN-Trainer Björn Wolken. Indes ruderte er einen Tag später zurück und erkannte den Elsflether Sieg auch in der Höhe an.

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Ein wenig geschafft, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht stapfte Lucien Schmikale am Samstagabend durch die legendäre Artland-Arena in Quakenbrück. Soeben hatte der Flügelspieler der Römerstrom Gladiators Trier mit seiner Mannschaft einen 88:87-Auswärtssieg gegen die Basketballer der Artland Dragons eingefahren. Mit vier Siegen aus fünf Spielen sind die Trierer Tabellenzweiter der 2. Bundesliga Pro A. Die gute Laune des 21-Jährigen beim Abwärmen ist also leicht erklärt. Und noch einfacher fallen die ersten Regenerationsmaßnahmen, wenn sie im Kreise der Familie eingeleitet werden können. Schließlich, sagt Lucien Schmikale, werde man sich wohl erst wieder in der Weihnachtszeit treffen.

Zuvor hatte er Schwerstarbeit verrichten müssen. Seine Trainer hatten ihm einen Spezialauftrag verpasst: Er musste dem bundesligaerfahrenen Quakenbrücker Scharfschützen Chase Griffin auf den Füßen stehen. „Ich glaube, ich habe ihn ganz gut verteidigt“, sagt Schmikale und ordnet seine Leistung gegen einen der besten Spieler der 2. Bundesliga damit richtig ein. Dabei sieht sich der ehemalige Jugend-Nationalspieler selbst eher in der Rolle des Werfers als in der Rolle des Kettenhundes. „Ich nehme jeden Dreier, den ich werfen kann", sagt er und lacht. Aber zu einem kompletten Spieler gehört im Basketball eben auch ein geschicktes Verhalten in der Verteidigung. Genau daran gelte es zu arbeiten. „Ich will mich in der defensiven Seitwärtsbewegung unbedingt weiter verbessern“, sagt er.

Schmikale fühl sich in Trier pudelwohl. Er spielt dort in seinem zweiten Jahr. Mittlerweile gehe er viel selbstbewusster in die Spiele als am Anfang, sagt er. „Ich glaube, dass ich mich etabliert habe.“ Wer ihn spielen sieht, unterschreibt das sofort. Schmikale genießt es in vollen Zügen, für einen Traditionsverein aufzulaufen. Was das bedeutet, hat er in den Playoff-Spielen der vergangenen Saison erfahren. „Die Atmosphäre bei den Heimspielen war einfach der totale Wahnsinn. Es war richtig geil, das mitzuerleben“, sagt er. „Das sind die Momente, für die ein Sportler trainiert.“ Im Sommer läuft sein Vertrag aus. „Aber so weit denke ich noch gar nicht“, sagt er. Er konzentriert sich voll auf diese Spielzeit. „Im Basketball kann man eh nie vorhersagen, was im Sommer passiert.“ ths/gra

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