Die vergangenen Wochen fühlten sich für die Fußballerinnen des TSV Abbehausen an wie eine Fahrt auf einer Buckelpiste in einem Auto mit kaputten Stoßdämpfern. Eine ungewohnte Situation für die Grün-Gelben: In den Spielzeiten zuvor waren sie meist entspannt von Erfolg zu Erfolg gecruist. Gleichwohl: Das höchstspielende Fußball-Team der Wesermarsch belegt als Aufsteiger auch nach der 0:2-Heimniederlage gegen den SV Suddendorf-Samern immer noch einen Nichtabstiegsplatz in der Oberliga. Und sollte es dort auch am Ende der Saison stehen, hieße es: Hut ab. Ziel erreicht.

Die angespannte Personalsituation ist ein wesentlicher Grund, warum der TSV zuletzt viermal in Folge leer ausgegangen ist. Das fiel auch Heino Bergjan auf. Er trainiert Suddendorf-Samern zusammen mit Herwin Kerkhoff und relativiert die gute Leistung seiner Elf am Sonntagmittag. „Abbehausen haben ja einige wichtige Spielerinnen gefehlt.“ Zu denen zählt Torjägerin Samantha Müller. Schon in der Woche zuvor hatte sie mit der NWZ über den Zeitpunkt ihrer Rückkehr gesprochen. „Nach der Winterpause bin ich wieder fit“, hofft sie. Aber sie ist realistisch. „Sollte mein Knie dann noch instabil sein, hilft nur eine Operation.“

Die positiven Entwicklung des Tabellenvorletzten Suddendorf-Samern veranschaulicht, was für den TSV nach der Winterpause noch möglich sein könnte. Während die Abbehauserinnen ihre Schwächephase in der zweiten Hälfte der Hinrunde erleben mussten, durchliefen die Suddendorferinnen ihr Tief schon in den ersten Wochen. Doch es hatte in Suddendorf sogar schon früher gerummst: Eine Woche vor dem Start der Saison legte der damalige Trainer sein Amt wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem Team nieder. Mittlerweile ruft die Elf ihr Potenzial ab. „Manchmal läuft der Ball schon so, wie wir uns das vorstellen“, sagt Coach Bergjan. Sieben ihrer neun Punkte holten die Spielerinnen von Suddendorf-Samern aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Doch natürlich schauen die Abbehauserinnen zunächst mal auf sich selbst. Und Mut machen da gerade die Leistungen der jüngeren Spielerinnen. Torhüterin Wiebke Schmidt, die Nathalie Mertens ersetzte, stand gegen den SV Suddendorf-Samern mehrmals im Mittelpunkt und schlug sich prächtig. Sie sei eine der wichtigsten Stützen des Teams, meint Trainer Daniel Behrens. „Wenn Nathalie zurückkehrt, haben wir zwei Torhüterinnen auf hohem Niveau.“ Und das kann nicht jedes Oberliga-Team von sich behaupten. GRA

*

Nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Wilhelmshaven ist der ehemalige Coach des SV Brake, Maik Stolzenberger: „Nach der 3:5-Niederlage in Hude hat der Verein mich von meinem Posten freigestellt“, sagt er. „Letztendlich haben wir unter meiner Regie nicht ausreichend gepunktet.“ Am Sonntag besuchte er das Landesliga-Heimspiel der Braker gegen Hansa Friesoythe. Stolzenberger hat auch zu dem Team aus dem Kreis Cloppenburg eine Verbindung, arbeitete er dort doch schon im Jugendbereich als Trainer. Er sei sehr relaxt, sagt Stolzenberg. „Ich kann mir jetzt einige Spiele in nah und fern ansehen.“ Sein Nachfolger ist bis zur Winterpause der bisherige Co-Trainer Henning Röbke. HAD

*

Er ist verärgert. Dass viele der gestandenen Klootschießer des Kreisverbands Stadland auf einen Start beim Kampf um den Hartwardenschild verzichtet haben, ist dem ehemaligen Kreisvorsitzenden Heinz Müller sauer aufgestoßen. „Das Nichterscheinen der Männer war – gelinde gesagt – schwach“, schimpft er. Appelle hätten keine Wirkung gezeigt. „Die Erwachsenen haben eine Vorbildfunktion“, mahnt Müller. „Man muss sich nicht wundern, wenn bald auch die wirklich talentierten Nachwuchswerfer fortbleiben.“

Auch der amtierende Stadlander Kreisvorsitzende Frank Bölts machte seinem Unmut Luft. „Im Kreisverband Stadland wird den Werfern ein gutes Angebot unterbreitet“, sagt er. Das werde im Schüler-Bereich gut angenommen, meint er, weist aber darauf hin, dass die meisten Talente etwas später, im Jugendbereich, verloren gehen. „Das ist nicht neu, schmerzt in diesen schwierigen Zeiten aber noch mehr. Läuft es hier nicht, verlieren wir auch noch die letzten Jugendlichen.“

Bölts fragt sich, wo die Medaillengewinner vergangener Europameisterschaften abgeblieben seien, in deren Förderung der Kreisverband schließlich viel Zeit investiert habe. „Nur von wenigen wird etwas zurückgegeben“, meint er. „Bei Großveranstaltungen im Klootschießen sieht man diese sportlichen Größen vergangener Jahre äußerst selten.“

Dieses Phänomen hat aber nicht nur den Kreisverband Stadland erfasst. Bei den Deutschen Meisterschaften ist den FKV-Werfern von den Holsteinern ein Nackenschlag verpasst worden. Man ist in der Breite in die zweite Reihe gerutscht. In der Männer-Hauptklasse gibt es aktuell nur wenige Werfer, die bei der EM in anderthalb Jahren mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen könnten.WBOE

*

Normalerweise zählt Jann Schütt zu den besonnenen Fußballtrainern. Doch am Sonntag schlug der Coach des Kreisligisten SR Esenshamm im Auswärtsspiel bei der SG SW Oldenburg verbal ein wenig über die Stränge. „Er war außer sich. Und das zu Recht“, sagt sein Obmann Siegfried Adamietz. Das Schiedsrichtergespann habe permanent gegen die Esenshammer gepfiffen. Mit dem Endergebnis (3:3) habe Adamietz kein Problem. „Wenn man schlecht spielt und deswegen Punkte abgibt, ist alles in Ordnung“, sagt er. „Aber wenn gefühlt 90 Prozent der Entscheidungen gegen dich getroffen werden, wird man halt mal sauer. Und Jann mag eben keine Ungerechtigkeiten.“ Für den SRE ist erst mal Winterpause. Zeit zur Beruhigung. Die Esenshammer sind als Zweiter auf einem guten Weg, in die Bezirksliga aufzusteigen. THS

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.