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Tossens Als Jan-Wilhelm Hessenius Schriftwart im TuS Tossens wurde, prophezeiten alle, dass er den Job niemals so lange machen werde wie sein Vorgänger; der hatte das Amt 20 Jahre lang ausgeführt.

50 Jahre später ist Jan-Wilhelm Hessenius immer noch Schriftführer, außerdem Kassenwart, Oberturnwart, mehrfacher Übungsleiter. Und damit ist die Liste der Ehrenämter des 71-Jährigen noch nicht zu Ende. Als Lektor tut er viel für die evangelische Kirchengemeinde Tossens, bei der Tossenser Feuerwehr ist er ebenfalls nicht wegzudenken. Für sein großes ehrenamtliches Engagement ist Jan-Wilhelm Hessenius nun als Kandidat für die Auszeichnung der Butjenter Menschen des Jahres vorgeschlagen worden.

Jan-Wilhelm Hessenius ist gebürtiger Ruhwarder. Mit 13 Jahren fing er als Lehrling bei der Post an. Dass er sich dem TuS anschloss, lag an seinem damaligen Chef. „Du läuft wie ein Bauer. Das Beste wäre es, wenn du in einen Turnverein gehst“, sagte der. Und auf diesen Rat hörte der junge Mann dann auch. 1960 wurde er Mitglied im TuS, wies schon bald vor allem als Leichtathlet beachtliche Erfolge auf.

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14 Tage Muskelkater

11,3 Sekunden auf 100 Meter, 6,35 Meter beim Weitsprung. Und als später in den 70ern einige Männer im TuS befanden, dass es eine gute Ideen sein könnte, mal um den gesamten Jadebusen zu laufen, waren die 65 Kilometer für Jan-Wilhelm Hessenius und seine Kameraden eine Sache für einen Vormittag. „Allerdings hatten wir danach 14 Tage lang Muskelkater“, erinnert sich der Tossenser.

Seine eigenen Ambitionen stellte Jan-Wilhelm Hessenius zurück, als er mit 21 Jahren Übungsleiter im TuS wurde. Das ist er bis heute. Leichtathletik, Turnen, Seniorensport, eine Fitnessgruppe – an fünf Tagen in der Woche ist der Ex-Postler in der Turnhalle anzutreffen. Was für seine Verhältnisse wenig ist.

„Als ich 70 wurde, hab ich das ein bisschen zurückgefahren“, sagt er. Davor waren es sieben Tage pro Woche, an denen der Mann, den in der Leichtathletik-Szene der Wesermarsch jeder kennt und der einst die Handballer des TuS bis in die Bezirksklasse führte, in der Turnhalle im Einsatz war.

Das Engagement für den Sport liegt übrigens in der Familie. Jan-Wilhelm Hessenius’ Frau Anke leitet ebenfalls eine Übungsgruppen im TuS, sein Sohn Renke ist der Vorsitzende des Vereins.

Eine Betätigungsfeld, das ihm inzwischen mindestens genau so wichtig ist wie der Sport, ist die evangelische Kirchengemeinde Tossens. Jan-Wilhelm Hessenius’ Vater war ein sehr gläubiger Christ, der sich mit den Kindern hinsetzte, um mit ihnen Stellen aus der Bibel zu lesen oder christliche Lieder zu singen. Das prägte.

Seit 42 Jahren gehört Jan-Wilhelm Hessenius dem Kirchenrat an; für die nächste Periode, die sechs Jahre dauert, wird er erneut kandidieren. Die Ausbildung zum Lektor schloss er 2006 ab. Mittlerweile hält der 71-Jährige bis zu 20 Gottesdienste im Jahr, wobei ihm die plattdeutschen die liebsten sind.

Gebanntes Lauschen

Ein solcher Gottesdienst auf Platt fand auch am zweiten Weihnachtsfeiertag statt. Mit ihm gedachte die Kirchengemeinde der Opfer der Weihnachtsflut von 1717. Jan-Wilhelm Hessenius sprach, und die 120 Menschen in der Kirchen waren so gebannt, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

Betätigungsfeld Nummer 3 ist die Freiwillige Feuerwehr. Jan-Wilhelm Hessenius wurde Mitglied, nachdem er sie einmal selbst brauchte. Mit seiner Familie wohnte er damals noch in Ruhwarden. Im Erdgeschoss brach ein Feuer aus, nachdem die dortigen Bewohner vergessen hatten, eine Höhensonne auszuschalten. Im Obergeschoss, das Anke und Jan-Wilhelm Hessenius bewohnten, lag deren drei Monate alter Sohn in seinem Kinderwagen.

Zum Glück ging alles gut aus. Dennoch hatte die Sache ein Nachspiel. „Vielleicht solltest du auch in die Feuerwehr eintreten“, sagte der damalige Einsatzleiter der Tossenser Wehr nach dem Brand zu Jan-Wilhelm Hessenius. „Das mache ich, sobald wir nach Tossens umgezogen sind“, antwortete der – und hielt Wort. Seit 48 Jahren ist er Mitglied in der Feuerwehr, 35 Jahre war er deren Schriftführer – sogar noch, als er der aktiven Wehr gar nicht mehr angehörte. Und das ist typisch für Jan-Wilhelm Hessenius. Halbe Sachen macht er nicht.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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