SEEFELD Die Geschichte des Klootschießer- und Boßelvereins Seefeld begann weder mit dem „amtlich vermerkten“ (1908) noch mit dem tatsächlichen Gründungsjahr (1901). In Seefeld waren die Klootschießer schon seit der Eindeichung in 1643 aktiv. Das geht aus einer Chronik hervor, die Heiko Witte, Ehrengeschäftsführer des Klootschießer-Landesverbandes Oldenburg, erstellte und dem KBV Seefeld während des Festaktes zur 100-Jahr-Feier überreichte.

Definitiv wurden auch zur Zeit der Franzosen 1805 Klootschießer aus Seefeld benannt und vollbrachten besonders im Jahre 1830 große Leistungen. Lobend erwähnt wurden dabei die Gebrüder Eduard und Reinhard Wooge, die sich als „unbesiegbare Kanonen" im Klootschießen erwiesen haben. Ein legendärer Feldkampf fand bereits 1835 gegen die Klootschießer aus Burhave und Stollhamm statt.

Johannes Hasselhorst, Vorsitzender des Landesverbandes Oldenburg, zitierte beim Festakt aus der Niederschrift und erwähnte einen Zeitungsbericht aus dem Jahre 1883, als Anfang Januar bei eisigen Temperaturen ein Feldkampf gegen Stollhamm ausgetragen wurde. 1895 befasste sich ein Artikel mit der zunehmenden Verweichlichung der Klootschießer gegenüber den Witterungseinflüssen. Als Letztes zitierte er ein Gedicht des Ehrenmitgliedes Hugo Ahlhorn aus dem Jahre 1963. Die Aufzeichnungen von Heiko Witte zeigten, dass das Friesenspiel in Butjadingen eine jahrhundertelange feste Heimat habe, so Johannes Hasselhorst.

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Die eigentliche Gründung des Vereins erfolgte am 18. Februar 1901. Im Vereinsregister des Amtsgerichtes Nordenham ist der KBV jedoch mit dem Gründungsjahr 1908 eingetragen, weil das tatsächliche Gründungsdatum bei der Eintragung nicht bekannt war. Bei der Gründung wurden 89 zahlende Mitglieder registriert, heute sind es knapp 100.

1921 fand ein Verbandsfest in Seefeld statt. Der 1. und 2. Weltkrieg unterbrachen die Tätigkeiten des Vereins. 1950 siegte der KBV Seefeld bei einem legendären Feldkampf gegen Stollhamm, Esenshamm und Abbehausen. Aber das sollten nicht die einzigen Erfolge bleiben, denn die Seefelder Klootschießer waren gefürchtet.

Am 26. Januar 1961 fand bei minus 12 Grad und eisigem Ostwind ein großer Länderkampf Oldenburg gegen Ostfriesland in Seefeld statt. Die Kinder bekamen schulfrei und durften sich das Spektakel anschauen. Auch an den Länderkampf 1982, der innerhalb von nur drei Tagen organisiert werden musste, können sich viele Mitglieder noch gut erinnern.

Mitte der 70er-Jahre begannen die Punktspiele und der KBV Seefeld warf von 1988 bis 1994 in der Bezirksliga. Danach entwickelte sich die Mitgliederzahl negativ, viele Sportler verließen den Verein. Heute gibt es nur noch die Männermannschaften III und IV, allerdings je eine Frauenmannschaft in der Kreisklasse und in der Kreisliga sowie zwei Jugendmannschaften. Besonders erfolgreich in den vergangenen Jahren waren die beiden Frauen Sandra Onken und Maren Basshusen, die mehrere Titel auf Landes- und Bundesebene erzielten.

In der Wesermarsch gebe es derzeit 2360 Mitglieder in den Klootschießer- und Boßelvereinen und der Trend vor allem bei den männlichen Jugendlichen zeige nach oben, machte Markus Schnare vom Kreissportbund Wesermarsch deutlich. Die Friesensportler belegen damit Rang vier in der Sportartenliste.

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