Brake „Wir mussten etwas tun“, erinnert sich Magnus Barghorn an die katastrophale Zustände der Schlackenplätze, auf denen die Fußballer des VfL Brake in den 70er Jahren spielten. Es gab verschiedene Überlegungen, die Entscheidung fiel für einen Platz mit Kunststoff-Rasen. 1976 war es dann so weit, in Brake entstand der erste Kunstrasenplatz Deutschlands.

Barghorn war für einen Testlauf auf dem Plastik-Grün kein Weg zu weit. Er hatte gehört, dass in Schweden bereits auf diesem Geläuf gespielt wird. „Kurzerhand haben wir ein Testspiel bei GAIK Göteborg abgemacht, nur wenige Tage später saßen die Mannschaft, der Vorstand und einige Mitglieder des Rats und der Verwaltung der Stadt Brake im Bus“, blickt Magnus Barghorn auf die Fahrt im Mai 1975 zurück.

Schon auf dem Rückweg waren sich alle Beteiligten sicher: „Wir machen das!“ So konnte mit Zustimmung des Deutschen Fußball Bundes (DFB) bundesweit der erste Großversuch mit einem Kunstrasenplatz in Brake starten. Nur ein halbes Jahr später entstand für 750  000 D-Mark an der Bahnhofstraße das „Poligras-Stadion“.

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Das größte Highlight, das die Arena in ihrer 37-jährigen Geschichte erlebte, war das Eröffnungsspiel der damaligen VfL-Mannschaft gegen eine Auswahl ehemaliger National- und Bundesligaspieler. „Uwe Seeler, Horst-Dieter Höttges, Max Lorenz und Hans Tilkowski – alle waren gekommen“, so Barghorn. Den 3000 Fußball-Fans dürfte es dabei egal gewesen sein, dass „ihr“ VfL das Einweihungsspiel mit 2:4 verlor.

Vor allem während der Testphase von 1976 bis 1981 stand Barghorn oft mit dem DFB in Kontakt. Immer wieder wurden Erfahrungsberichte über die Beschaffenheit, die Verletzungsgefahr, die Nutzung und die entstehenden Kosten angefordert.

Besonders wichtig war dem heutigen Ehrenpräsidenten die hohe Belastbarkeit des Kunstrasens. Während ein Naturrasen zwischen 800 und 900 Spielstunden aushält, kann der Kunststoffrasenplatz fast viermal stärker belastet werden – und das bei jedem Wetter. Diese hohe Belastbarkeit ist auch heute noch wichtig, denn über 30 Junioren-, Herren- und Frauenteams des SV Brake und etliche Schulklassen nutzen das Geläuf.

Doch nun muss dringend eine neue Lösung her. Der Platz am Poligras-Stadion wurde bereits 1986 und 1999 saniert, eine dritte Erneuerung wird es nicht geben. „Die Nähte reißen auf und machen den Platz unbespielbar. Noch ein halbes Jahr Fußball, mehr gibt der Platz nicht her. Dann ist hier Schluss.“ Magnus Barghorn hat auch schon einen Plan für die Zukunft.

Die neue „Barghorn-Arena“ soll im Kultur- und Sportzentrum entstehen, natürlich soll es wieder ein Kunstrasenplatz sein. „So haben der Verein und die Schulen etwas von der neuen Arena. Ich möchte damit der Jugend etwas zurückgeben, das ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Barghorn, der einen Teil seines Privatvermögens in den Neubau stecken wird: „Sobald die Finanzierung steht, kann es losgehen. Der Bauantrag liegt der Stadt vor, unser Architekt hat fertige Baupläne parat.“

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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