Nordenham Streetbasketball ist schwer angesagt – vor allem bei jungen Leuten. Der Trend spiegelt sich darin wider, dass die Sportart künftig zum Programm der Olympischen Spiele gehört. Von dieser Erfolgswelle profitiert jetzt auch Nordenham. Die Unterweserstadt wird Standort des Projekts „Streetbaskets4Life“ und erhält zum Nulltarif ein Spielfeld im Wert von rund 31.000 Euro. Inzwischen ist auch geklärt, wo der Streetbasketball-Platz entsteht: an der Pestalozzistraße auf dem Gelände der Oberschule I.

Der leidenschaftliche Basketballer und frühere Nordenhamer Arzt Bernhard Skupin (68) hat die Aufgabe des Projekt-Botschafters in der Wesermarsch übernommen. In der jüngsten Sitzung des Stadtratsausschusses für Sport, Freizeit und Kultur stellte er die Aktion vor und erntete viel Zuspruch von allen Seiten. „Wir sind hocherfreut über das Projekt“, sagte Ausschussvorsitzender Uwe Thöle (SPD).

Bisher vier Standorte

Wie berichtet, liegt die Federführung bei dem Oldenburger Verein Baskets4Life, der seit 2010 für das Nachwuchsprogramm der EWE Baskets zuständig ist. Vorrangiges Ziel der 2017 gestarteten Streetball-Aktion ist es, die Integration von Kindern und Jugendlichen zu fördern, die ausländische Wurzeln und womöglich Fluchterfahrungen haben. Bislang gibt es vier Standorte: Oldenburg, Bad Zwischenahn, Westerstede und Rastede. Im nächsten Jahr soll die Wesermarsch mit neu angelegten Plätzen in Nordenham und Brake hinzukommen.

Der mit Spenden finanzierte Verein übernimmt die Herstellungskosten, während die jeweilige Kommune das Grundstück zur Verfügung stellt. Bei dem Vorhaben in Nordenham ist das der Landkreis Wesermarsch, dem als Schulträger die ins Auge gefasste Fläche auf dem Gelände der Oberschule I gehört. Laut Bernhard Skupin hat die Kreisverwaltung grünes Licht gegeben. Das Areal des künftigen Streetbasketball-Feldes befindet sich auf einem Grünstreifen, der an den Pausenhof der früheren Hafenschule grenzt. Die ursprüngliche Idee, die Anlage auf dem Schulhof selbst zu errichten, wurde verworfen.

Das Spielfeld hat eine Größe von 11 mal 15 Metern. Der Boden ist mit einem elastischen und somit geräuschdämmendem Material beschichtet. Eine Einzäunung, die von der Kommune bezahlt werden müsste, ist laut Bernhard Skupin wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich.

„Bisher haben wir überall sehr gute Erfahrungen gemacht“, betonte Bernhard Skupin bei der Präsentation des Projekts, „die Plätze sind immer stark ausgelastet.“ Für die Auswahl des Standorts an der Pestalozzistraße hätten die zentrale Lage und die angestrebte Kooperation mit der Oberschule gesprochen.

CDU-Ratsherr Dr. Tilman Kaethner hätte das Streetballfeld zwar gerne in Einswarden auf dem Gelände der Luisenhofschule gesehen. Doch Bernhard Skupin machte deutlich, dass ein Standort mitten in der Stadt zu bevorzugen sei, weil sich dort die Zielgruppe der jungen Migranten besser erreichen lasse.

Das Projekt sieht vor, dass sich über eine Arbeitsgemeinschaft der Oberschule I Teams bilden, die einem regionalen Turnier aller Standorte teilnehmen. Jede Mannschaft besteht aus vier Akteuren (davon ein Auswechselspieler) im Alter von 10 bis 16 Jahren. Nach Möglichkeit sollten in den Teams mindestens zwei Jugendliche aus Migrantenfamilien vertreten sein.

Öffentliche Nutzung

Der Streetball-Platz ist aber auch für eine öffentliche Nutzung vorgesehen. Außerhalb der Schul-AG-Zeiten steht er frei zur Verfügung. Eine Lärmbelästigung ist nach Bernhard Skupins Angaben nicht zu befürchten. Zum einen trage der spezielle Bodenbelag dazu bei, dass sich die Geräuschentwicklung in Grenzen halte. Zum anderen werde bewusst auf die Installation einer Beleuchtung verzichten, damit die Korbjäger nicht zu später Stunden in Aktion treten. Geplant ist, das Spielfeld zu Beginn des nächsten Jahres zu errichten.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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