Nordenham Dieses Spiel der Fußball-Kreisliga ähnelte einem Film, der selbst die hohen Erwartungen nach einer beeindruckenden Vorschau bei weitem übertrifft. Die Partie des FC RW Sande und der Spielvereinigung Berne (3:3) bot Abstiegskampf in Reinkultur: Unzulänglichkeiten und Frust auf der einen Seite, Kampf und Traumtore auf der anderen.

Ehe sich die Berner versahen, hatten die Sander den Ball schon zweimal über die Linie des Gästetores bugsiert. „Das ging ratzfatz“, sagte Bernes Trainer Michael Müller. Er griff zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Schon Mitte der ersten Halbzeit wechselte er Patrick Guttmann und Florian Röhrl aus. „Beide hatten auf dem matschigen Boden Standprobleme“, sagte Müller, wohlwissend, dass die Entscheidung beiden missfallen haben dürfte. „Ich habe es ihnen erklärt. Patrick war zunächst sauer, und auch Florian hat es etwas anders gesehen“, sagte Müller. „Aber nachdem sie geduscht hatten, war alles wieder in Ordnung.“ Ohnehin spielten sämtliche Berner Spieler in der ersten Halbzeit schwach. Sande erzielte wenig später sogar noch das 3:0. Müllers trockener Kommentar: „Der Platz war nicht gut, und wir waren auch nicht gut.“

Das änderte sich in den zweiten 45 Minuten. Diese lieferten zugleich Stoff für abendfüllende Unterhaltungen in der Vereinskneipe. Unter anderem bewarb sich Müller für eine Rolle in einer Verwechslungskomödie. „Ich habe die Gelbe Karte gesehen, weil ein Zuschauer etwas reingerufen hat“, ärgerte er sich und haderte überdies mit zwei Abseitsentscheidungen des Schiedsrichtergespannes. „Beide Male waren wir durch.“ Den Punkt habe seine Elf vor allem deshalb geholt, weil sie zum Schluss mehr Dampf als der Gegner gehabt habe, meinte Müller „Von Sande kam nicht mehr viel.“

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Edsson Ramos, Fabian Neumann und Stefan Keil sorgten mit ihren Treffern dafür, dass sich die Berner vor der Rückfahrt mit einem guten Gefühl auf die Sitze ihrer Autos zwängen konnten. Und es könnte Neumann niemand verdenken, sollte er seit dem späten Sonntagnachmittag das Internet mit fiebrigem Eifer nach einem Video seines Tores durchforsten. Nach Müllers Worten war es eine Rarität. „Fabian ist nach einer Ecke vom Tor weggelaufen und hat den Ball dann mit der Hacke ins Tor geschossen. So ein Tor habe ich noch nie gesehen.“ Zlatan Ibrahimovicćć lässt grüßen.

Dass Keils Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit fiel, passt zum Spielverlauf. Dass die Emotionen anschließend hochkochten, ist nachvollziehbar. Aber laut Müller sei es zu weit gegangen. „Das war nicht lustig. So etwas will man im Fußball nicht“, meinte er.

Für die Spielvereinigung hatten die Scharmützel Konsequenzen für das Derby gegen den 1. FC Nordenham. Zugang Dominique Meyburg sah nach Spielschluss die Gelb-Rote Karte. Der ehemalige Lemwerderaner ist am Sonntag nur Zuschauer, war aber fest als Hauptdarsteller eingeplant „Damit fehlt uns ein wichtiger Mann. Wenigstens kann er seine Knieverletzung ausheilen“, sagte Müller. Indes hat die Partie gegen Sande gezeigt, dass die Berner auch unter widrigen Umständen improvisieren können – wie ein guter Schauspieler. ♥♥

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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